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Noch viele gute Handballfreunde

Mirko Korn spielt heute nur noch selten Handball, aber auch sein Sohn hat sportliche Talente – nur andere.

Mirko Korn heute (kleines Foto) – und in Aktion bei einem Handball-Regionalliga-Spiel des LHV Hoyerswerda am 10. Oktober 1998 gegen den TSV Lohr. Obwohl Kapitän Korn damals sieben Tore warf (darunter zwei Siebenmeter) ging das Spiel 26:28 (12:13) verlo
Mirko Korn heute (kleines Foto) – und in Aktion bei einem Handball-Regionalliga-Spiel des LHV Hoyerswerda am 10. Oktober 1998 gegen den TSV Lohr. Obwohl Kapitän Korn damals sieben Tore warf (darunter zwei Siebenmeter) ging das Spiel 26:28 (12:13) verlo © Archivfoto: Rico Hofmann

Von Angela Donath

Hoyerswerda/Abstatt. Wenn sich die Handballfans aus Hoyerswerda und aus der Region an alte Zeiten erinnern, fällt nach kurzer Zeit mit Sicherheit der Name Mirko Korn. In die ewige Torschützenliste des LHV Hoyerswerda ging er mit folgenden eindrucksvollen Ergebnissen ein: 455 Tore bei 106 Einsätzen, davon 392 Feldtore und 63 Siebenmeter-Treffer, eine Quote von 4.29. 

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In Spielberichten aus seiner aktiven Zeit wurde er als Tormaschine bezeichnet. Mit 17 Jahren galt er als eines der größten Hoyerswerdaer Handballtalente, sein Weg führte weiter zum SC DHfK Leipzig. Dort spielte er ein Jahr in der Jugend DDR-Liga.

Mit dem Fall der Mauer und der Auflösung des Clubs kehrte Mirko Korn nach Hoyerswerda zurück und spielte wieder beim LHV. Die Männer stiegen mit ihm von der Bezirksliga bis zum Jahr 1998 in die Regionalliga auf. Der größte Höhepunkt seiner Karriere war sicherlich das Abschiedsspiel am 13. Juni 2001 gegen den Deutschen Meister SC Magdeburg – damals mit Stefan Kretzschmar. Danach führte der Weg weiter nach Abstatt. Dort schaffte Mirko Korn mit der Männermannschaft 2001/2002 den Aufstieg in die Landesliga, in der Abstatt bis 2005 blieb. Nach einem Jahr Bezirksliga gelang erneut der Landesligaaufstieg mit einjährigem Verbleib. Nach dem Abstieg spielte Korn noch einige Zeit in der Bezirksliga, Kreisliga und bei den Alten Herren der SG Abstatt Untergruppenbach Schozach.

Herr Korn, Sie sind Jahrgang 1972. Wo sind Sie aufgewachsen, in welche Schulen gegangen? An welche Lehrer können Sie sich vielleicht noch erinnern und warum?

Ich bin in Hoyerswerda aufgewachsen und bin dort in die POS 15 gegangen. An meinen Sport- und Mathelehrer, Herrn Becker, erinnere ich mich besonders gut. Er war streng, aber auch ein absoluter Sportsmann. Er hat mich immer bestärkt, wenn mal was nicht so lief.

Ihr Name stand und steht in Hoyerswerda für Handball. Sie waren Mannschaftskapitän beim LHV, wurden achtungsvoll Tormaschine genannt und Sie waren Publikumsliebling. Wann und wo waren die Anfänge, wer hat Sie entdeckt und gefördert?

Ich habe mit sieben Jahren mit dem Handball angefangen. Entdeckt wurde ich damals von Dieter Sprößig. Zu ihm habe ich immer noch regelmäßig Kontakt. Wir treffen uns in jedem Jahr beim Beachhandballturnier am Halbendorfer See. Dort findet immer im Juli ein Neptunfest statt. Beachhandball ist, mit einem großen Spaßfaktor, seit vielen Jahren ein beliebter Bestandteil dieses Wochenendes. Dort trifft man viele Freunde.

Aber zurück zur Frage: Durch Dieter Sprößig wurde Siegfried Wegner schon bald auf mich aufmerksam. Er nahm die Zügel in die Hand und holte mich und meine Freunde direkt aus der Schule zu Lok Hoyerswerda – zum Handball.

Wann und warum haben Sie Hoyerswerda verlassen? Wo leben Sie heute und spielen Sie noch?

Im Sommer 2001 habe ich Hoyerswerda verlassen, damals mit einem Abschiedsspiel gegen den amtierenden Deutschen Meister, den SC Magdeburg. Ich denke einen besseren Abschied als mit so einem Spiel kann man sich nicht wünschen. Es war aber auch schwer, denn Handball stand in meinem Leben lange Zeit an erster Stelle.

Doch gemeinsam mit meiner Frau wollten wir uns beruflich neu orientieren, wollten einfach mal was Neues ausprobieren. Mein Bruder und meine Eltern wohnten zu dieser Zeit schon in Baden-Württemberg. Wir suchten und fanden in der Nähe meiner Eltern einen neuen Job.

Heute lebe ich in Abstatt, in der Nähe von Stuttgart. Den Handball musste ich mit 41 Jahren leider an den Nagel hängen. Nach einer schweren Knieverletzung ging das nicht anders. Heute spiele ich nur noch einmal im Jahr, wie schon gesagt, beim Beachhandball in Halbendorf.

Was machen Sie beruflich und gibt es Handballnachwuchs bei Familie Korn in Abstatt?

Also, zunächst einmal bin ich verheiratet. Wir haben einen 15-jährigen Sohn, Maarten. Er hat auch einmal für kurze Zeit, so für zwei Jahre, noch in der C-Jugend, Handball gespielt. Dann hat er aber die Liebe zur Leichtathletik für sich entdeckt, er trainiert jetzt viermal die Woche. Im süddeutschen Bereich ist er sehr erfolgreich: im Sprint über 100 Meter und im Weitsprung.

Und ich? Ich arbeite als Fahrzeuglackierer in der Firma Dogan. Wir arbeiten ganz eng mit Porsche / Classic zusammen. Es stimmt alles.

Was waren Ihre größten Handballerfolge? Woran erinnern Sie sich vielleicht nicht so gerne?

In der Jugend in Hoyerswerda waren meine größten Erfolge der zweite und später der dritte Platz bei den Deutschen Meisterschaften. Später, nach der Hoyerswerdaer Zeit, schafften wir im Männerbereich den Aufstieg in die Regionalliga Süd. Dort in der Pokalrunde bis in die DHB Runde gekommen zu sein, macht mich schon stolz und auch die Tatsache, dass wir erst gegen den Bundesligaaufsteiger Minden ausgeschieden sind.

Immer wieder traurig macht mich, dass ich im Jahr 2013 mit Bernd Mainitz einen guten Hoyerswerdaer Handballfreund verloren habe. Er ist mit 54 Jahren viel zu jung gestorben und hinterließ sportlich, und für viele auch privat, eine große Lücke – für mich auch.

2016 fand in Hoyerswerda ein „Spiel der Legenden“ mit 700 Fans statt. Sie und viele Ihrer Freunde waren natürlich dabei. Die Erlöse aus den Eintrittsgeldern und aus dem Verkauf von persönlichen Erinnerungsstücken kamen unserem Handballnachwuchs zugute, außerdem hatte der LHV zur Knochenmarkspende aufgerufen. 130 Spender für den Knochenmark– und Stammzellenspende e.V. konnten gewonnen werden. Wie eng sind Ihre Verbindungen nach Hoyerswerda noch? Könnten Sie sich weitere solcher Spiele oder Benefizveranstaltungen vorstellen?

Die Verbindung nach Hoyerswerda ist natürlich immer noch da, mit vielen Freunden habe ich regelmäßig Kontakt. Wie schon gesagt, unser jährliches Beachhandball ist bei vielen Jugendfreunden zu einer schönen Tradition geworden. Ich würde natürlich sehr gerne an weiteren Veranstaltungen des LHV, wie dem Spiel der Legenden, teilnehmen. Ich hoffe auch, dass es eine Wiederholung geben wird, solange wir noch einigermaßen spielen können.

Der Name Siegfried Wegner hat bei vielen ehemaligen Hoyerswerdaer Handballern einen sehr hohen Stellenwert. Er war nicht nur der Trainer, er war auch väterlicher Freund in allen Lebenslagen, das ging bis hin zur Lehrstellensuche in den schwierigen Jahren nach der Wende. Was bedeutete Siegfried Wegner für Sie?

Siegfried Wegner ist für mich, so glaube ich, die wichtigste Person beim Handball in Hoyerswerda. Ohne ihn, ohne sein Engagement für die Handballjugend wäre so manches sehr viel schwieriger gewesen. Er kümmerte sich unglaublich stark um die Jugend und um den Verein. Lok Hoyerswerda, der Handball – das war sein Leben. Man konnte sich Siegfried immer anvertrauen. Wenn er konnte, dann kümmerte er sich auch um Probleme, die nichts mit dem Handballsport zu tun hatten. Dafür bin ich ihm noch heute dankbar.

© Foto: privat

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