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In das hübscheste Mädchen verguckt

Wolfgang und Christel Kobela aus Knappenrode feierten am Mittwoch das seltene Jubiläum der „Eisernen Hochzeit“.

Christel und Wolfgang Kobela (links vorn) freuten sich am Mittwoch über die Glückwünsche zum Jubiläum der „Eisernen Hochzeit“. Die Nachbarn Karin und Johannes Turek sowie Ortsvorsteherin Ulrike Neumann (rechts) kamen zum gratulieren.
Christel und Wolfgang Kobela (links vorn) freuten sich am Mittwoch über die Glückwünsche zum Jubiläum der „Eisernen Hochzeit“. Die Nachbarn Karin und Johannes Turek sowie Ortsvorsteherin Ulrike Neumann (rechts) kamen zum gratulieren. © Foto: Silke Richter

Von Silke Richter

Knappenrode. Mit Live-Musik und einem Ständchen begann der Mittwochvormittag bei Wolfgang und Christel Kobela in Knappenrode sehr beschwingt und fröhlich. Ortsvorsteherin Ulrike Neumann hatte sich mit der ehemaligen Ortsvorsteherin Karin Turek nebst deren Ehemann Johanes auf den Weg in die Karl-Marx-Straße gemacht, um dem Ehepaar zu gratulieren.

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Familie Kobela feierte das besondere Jubiläum der „Eisernen Hochzeit“. Die beiden sind in Knappenrode derzeit das einzige Paar, das bereits 65 Jahre verheiratet ist. „Wir haben eigentlich immer etwas zu tun und sind immer in Bewegung. Wir lieben auch die sozialen Kontakte und das Miteinander. Das hält uns jung“, meint Wolfgang Kobela, der sich einst in das hübscheste Mädchen aus der Cottbuser „Volkstanzgruppe – Tuchfabrik“ verguckt hatte, wie er berichtet. Am 16. Juni 1956 gab sich das Paar das Ja-Wort. Bis heute ist Kobelas Ehrlichkeit, Unterhaltsamkeit, der Spaß miteinander und das Eingehen von Kompromissen im Zusammenleben wichtig. „Wir achten darauf, dass wir nie im Streit auseinander oder zu Bett gehen. Man kann unterschiedliche Meinungen haben, aber kleinere Streitereien sind bei uns schnell wieder vergessen. Wir klären das noch am selben Tag“, erzählt Christel Kobela.

Die frühere Tuchmacherin und Industriekauffrau hat sich mit ihrem Ehemann in Knappenrode mit Haus und Garten eine Wohlfühloase geschaffen. Da warte immer Arbeit. Viel Zeit für weitere Hobbys bleibt bei fünf Kindern, vier Enkeln und zwei Urenkeln nicht. Wolfgang Kobela arbeitete früher in der Brikettfabrik Werminghoff, bei der Polizei, als Schlossermeister und absolvierte ein Studium zum Offizier der Feuerwehr. Seine Laufbahn bei der Wehrleitung der freiwilligen Feuerwehr begann früh. Es gab auch dramatische Einsätze, die heute noch für Gesprächsstoff im Ort sorgen. Im Gedächtnis vieler Einheimischer ist nach wie die Verpuffung, die sich am 16. März 1978 in der Brikettfabrik ereignet hat. „Damals sind fünf Menschen gestorben. Das war sehr schlimm“, blickt Wolfgang Kobela zurück. Er selbst hat schwerste Verletzungen erlitten, mit deren Folgen er bis heute zu kämpfen hat. Die traumatischen Erlebnisse ließen es nicht zu, dass Wolfgang Kobela weiterhin im Feuerwehr-Einsatzgeschehen tätig sein konnte. Deshalb wechselte er in die Führungsriege der Alters- und Ehrenabteilung der FFw Knappenrode, denn ein Leben ohne Feuerwehr kann er sich bis heute nicht vorstellen.

Ortsvorsteherin Ulrike Neumann ist froh darüber, dass ein so engagiertes Ehepaar wie Wolfgang und Christel Kobela in Knappenrode beheimatet ist. „Unser Ort lebt von der Generation 60 plus“, betont sie. „Diese Menschen haben Knappenrode aufgebaut, die Entwicklungen durchlebt und den Ort historisch nachhaltig geprägt. Dadurch konnte die Gemeinschaft in Knappenrode zusammenwachsen“, sagt sie.

Auch TAGEBLATT gratuliert herzlich und wünscht vor allem Gesundheit.

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