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Interkulturelle Verständigung auf der Bühne

Der Mosaika e. V. bringt Kinder verschiedenen Alters und Herkunft zusammen.

Die Kinder zeigen vor ihren Eltern das Tanztheaterstück, das sie gemeinsam erarbeitet haben.
Die Premiere fand in der Zeit vor der Verschärfung der Corona-Regeln und der Schließung der Kulturstätten statt.
Die Kinder zeigen vor ihren Eltern das Tanztheaterstück, das sie gemeinsam erarbeitet haben. Die Premiere fand in der Zeit vor der Verschärfung der Corona-Regeln und der Schließung der Kulturstätten statt. © Foto: Katrin Demczenko

Von Katrin Demczenko

Hoyerswerda. Langeweile hatten die 15 Schüler aus Hoyerswerda, Kamenz und Bischofswerda in der ersten Herbstferienwoche sicher nicht, denn sie haben in der KulturFabrik (KuFa) ihr Bühnenprogramm „Tanz den Herbst – 2020“ erarbeitet und vor den Eltern aufgeführt. 

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Beachtlich, was die Acht- bis Sechzehnjährigen unter Anleitung des Schauspielers und Pädagogen der Pegasus-Theaterschule Dresden, Uwe Lach, sowie der Gesangs- und Tanzlehrer des Mosaika e. V. Bischofswerda auf die Bühne gebracht haben. Die Aufgabe bestand darin, die musikalischen und tänzerischen Talente der Teilnehmer „herauszukitzeln“ und in das einstündige Programm einzubauen, erklärt der künstlerische Leiter der Aufführung, Uwe Lach.

Während eines russischen Volkstanzes (erarbeitet von Anna Giesbrecht) und einer Hiphop-Nummer (erarbeitet von Mario Möckel) zeigen viele Teilnehmer in einem kurzen Soloauftritt ihr erworbenes Können.

Walzer, Volkslied, Bollywood

Die Zwillinge Anna und Elisa aus Bischofswerda haben es etwas leichter, denn sie tanzen miteinander einen Walzer. „Zusammen ist man weniger aufgeregt“, befand die achtjährige Anna kurz vor der Premiere. Gemeinsam haben alle jungen Künstler mit Besen und Trommelstöcken verschiedene Rhythmen kreiert und dazu auf unterschiedliche Weise das Volkslied „Hejo, spann den Wagen an“ gesungen (erarbeitet von der Gesangslehrerin Jekaterina Kulakowa und Uwe Lach). Die 13-jährige Aliyah tanzt schon seit mehreren Jahren im Ballett der Lausitzhalle. Wegen ihres Könnens hat sie im Projekt einen Soloauftritt zu zarter Klaviermusik, als wäre sie ein Blatt im Wind. Naina aus Tschetschenien, die mit ihrer Familie im Awo-Flüchtlingsheim Hoyerswerda lebt, interessiert sich für indischen Tanz aus „Bollywood“. „Ich schaue gern diese Filme und habe mir selbst eine Choreografie zu der Musik ausgedacht“, erzählt die Zwölfjährige. Sie hat natürlich auch auf der KuFa-Bühne gestanden und Beifall von den Zuschauern bekommen.

Das Tanzprojekt wird finanziert über das Programm „Kultur macht stark – Bündnisse für Bildung“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (Unterprogramm „ChanceTanz“). Uwe Lach ist überzeugt: „Sinnvoll investiertes Steuergeld.“

Um die Kommunikation zwischen Flüchtlingen, Migranten und deutschen Familien zu fördern, erarbeitet der Mosaika e. V. seit Jahren mit Kindern und Jugendlichen Märchenstücke. 2019 standen erstmals Teilnehmer aus dem Flüchtlingsheim Hoyerswerda mit auf der Bühne. Im Dezember soll das wieder so sein, sagt die Leiterin des Mosaika e. V., Angelina Burdyk.

Uwe Lach und die Tanz- sowie Gesangslehrer des Bischofswerdaer Vereins beginnen nach den Herbstferien in Hoyerswerda, Kamenz und Bischofswerda ein russisches Märchen zu proben. In diesen Städten werden auch Auftritte stattfinden. Die Eltern der teilnehmenden Kinder können beim Kulissenbau und dem Nähen der Kostüme helfen. Auch so entstehen Begegnungen von Kulturen. Partner des Projekts „Märchenhafte Begegnungen“ sind das „Haus der Begegnung“ Kamenz und das Bürgerbündnis „Hoyerswerda hilft mit Herz“. Geldgeber ist die „Aktion Mensch“.

Interessenten erreichen Angelina Burdyk unter der Handynummer Tel. 0160 8166205.

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