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Kita „Krabat“ fest verwurzelt im Dorfleben

In Schwarzkollm liegt der Neubau der Kindertagesstätte in Trägerschaft der AWO im Zeitplan.

Von Andreas Kirschke
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Der Neubau der AWO-Kindertagesstätte „Krabat“ Schwarzkollm kommt voran. Im Januar 2022 soll Umzug sein, im Frühjahr folgt die Einweihung. Bereits im Mai war Richtfest.
Der Neubau der AWO-Kindertagesstätte „Krabat“ Schwarzkollm kommt voran. Im Januar 2022 soll Umzug sein, im Frühjahr folgt die Einweihung. Bereits im Mai war Richtfest. © Archivfoto: Andreas Kirschke

Schwarzkollm. Der Neubau der AWO-Kindertagesstätte „Krabat“ in Schwarzkollm kommt weiter voran. „Die Arbeiten sollen Ende Dezember 2021 abgeschlossen werden. Momentan liegen wir im Zeitplan. Der Umzug der Kita ist im Januar 2022 geplant“, sagt Mirko Pink, Bürgermeister für kommunale Dienstleistungen, Schulen, Kultur und Soziales auf Nachfrage.

Welche Gewerke sind bereits geschafft?

Erledigt sind vor allem die Erdbauarbeiten, Beton- und Mauerarbeiten für den Rohbau, ebenso 95 Prozent der Dacheindeckung. Die Bepflanzung des Gründaches fehlt noch. Eingebaut sind bereits viele Fenster, ebenfalls die Stahlzargen für die Innentüren sowie die Außentüren bis auf die Haupteingangstür. Das Wärmedämmverbundsystem ist angebracht. Geschafft sind die Vorarbeiten für Sanitäranlagen, Heizung, Elektrik und Trockenbau.

Welche Bauarbeiten laufen aktuell vor Ort?

Derzeit geht es um die Estricharbeiten. Verlegt wird zugleich die Fußbodenheizung. Angebracht wird am Gebäude die Holzfassade. Zudem beginnen Landschaftsbau-Arbeiten in Vorbereitung der Außenanlagen.

Wie hoch sind die Gesamtkosten? Wer trägt sie?

Die Kosten für den Neubau betragen insgesamt rund zwei Millionen Euro. Zehn Prozent der Gesamtkosten des Baus trägt die AWO Lausitz Pflege- und Betreuungs gGmbH als Bauherr und Träger der Einrichtung. Kosten in Höhe von rund 1,889 Millionen Euro werden zu 75 Prozent aus dem Programm für ländliche Entwicklung sowie zu 25 Prozent durch die Stadt Hoyerswerda als Beantrager der Fördermittel bereitgestellt. Zusätzlich gibt es von der AWO noch einen Beitrag von 5.000 Euro für die Gestaltung der Außenanlagen.

Kommt es zu Kostensteigerungen?

Ja, durch Erhöhungen der Materialpreise für Baustoffe, Dämmstoffe und Holz kam es zu finanziellen Nachforderungen durch verschiedene Gewerke. Ausschreibungen, die ab dem zweiten Quartal 2021 durchgeführt wurden, überstiegen erheblich die Kostenschätzungen.

Wie wichtig ist der Neubau für die inhaltliche Arbeit?

Sehr wichtig. Die räumlichen Bedingungen in der jetzigen Kita „Krabat“ sind durch die mehrfache Nutzung des Gebäudes – zum Beispiel für Zahnarzt-Praxis und Mietwohnungen – nicht optimal. „Die Kinder und die pädagogischen Mitarbeiterinnen müssen immer wieder öffentlich genutzte Wege innerhalb des Gebäudes passieren. Es ist kein in sich geschlossener Kindergarten, in dem sich die Kinder frei bewegen können“, so Mirko Pink. „Zwei der vier Gruppen sind in ehemaligen Mietwohnungen untergebracht. Das Außengelände ist nur über den öffentlichen Hof erreichbar.“

In der neu errichteten Kita unweit der Kirche wird Werkstatt-Arbeit, so wie es der sächsische Bildungsplan vorsieht, möglich sein. Die Kinder können zum Beispiel in einem kleinen Atelier, im Bauraum, im Rollenspielzimmer, im Sportraum oder in der Kreativ-Werkstatt aktiv sein. Das Kinderrestaurant bietet Raum für gemeinsame Mahlzeiten. In der Kinderküche können die Mädchen und Jungen selbst ihre Speisen zubereiten. Jede Gruppe hat einen direkten Zugang zum Garten. Diese und viele weitere kleine Details werden sich enorm positiv auf die inhaltliche Arbeit auswirken. So haben die Gruppenräume zum Beispiel bodentiefe Fenster. Die Kinder sehen dann nicht mehr nur den Himmel, sondern auch die unmittelbare Natur draußen. Von den Gruppenräumen aus sind die Waschräume direkt erreichbar. Das fördert die Selbstständigkeit der Kinder. Die neu gebaute Kita ist künftig barrierefrei.

Wie wichtig bleibt die Förderung der sorbischen Sprache vor Ort?

Kita-Leiterin Birgit Leonhardt hofft auf neue Impulse. „Das Witaj-Projekt ist ein wichtiger Bestandteil der pädagogischen Arbeit in unserer Kita“, erläutert sie. „Wir pflegen die sorbische Sprache, Kultur, die Trachten und die Bräuche der Region. Die Kita ‚Krabat‘ ist ein wichtiger Bestandteil des Schwarzkollmer Dorflebens.“ In der neuen Kita erlauben es die räumlichen Bedingungen, größere Feste wie zum Beispiel die Vogelhochzeit traditionell zu feiern. Das Thema Krabat und die sorbischen Wurzeln des Ortes werden bereits beim Betreten der Kita sichtbar sein. Zwei Erzieherinnen sind sorbische Sprachpartnerinnen für die Kinder der Tagesstätte. Birgit Leonhardt ist überzeugt: „Durch die neuen räumlichen Bedingungen, den Wegfall eines Gruppen trennenden Treppenhauses, werden alle Kinder vom Sorbisch-Angebot profitieren.“