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Lausitz-Rallye wird spannend wie noch nie

Neben Kahle und Gröndal wollen noch andere Fahrer den Sieg. Erstmals sind auch türkische Schotter-Fahrer dabei.

Von Constanze Knappe
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Neu bei der Lausitz-Rallye 2021: der Start- und Zielpunkt direkt vor dem Dorfgemeinschaftshaus in Boxberg. Er ist schon am Dienstag aufgebaut worden.
Neu bei der Lausitz-Rallye 2021: der Start- und Zielpunkt direkt vor dem Dorfgemeinschaftshaus in Boxberg. Er ist schon am Dienstag aufgebaut worden. © Foto: Constanze Knappe

Boxberg. So ein hochkarätiges Starterfeld wie für die 24. Auflage der Internationalen ADMV Lausitz-Rallye vom 4. bis 6. November in Boxberg gab es bei dieser Veranstaltung noch nie. Die Freude darüber war Cheforganisator Wolfgang Rasper am Dienstag anzumerken. „Türkische Teams hatten wir noch nie dabei“, so der Vereinsvorsitzende des Rallye-Renn- und Wassersport-Clubs Lausitz. 96 Teams haben gemeldet. Das erste davon war schon am Dienstag aus Litauen angereist. Insgesamt 104 Nennungen weist die Statistik aus. Allerdings dürfen nicht alle diese Fahrer tatsächlich in Boxberg an den Start gehen. „Einige starten in osteuropäischen Ländern in freien Klassen, die jedoch in Deutschland bislang nicht zugelassen sind“, so Wolfgang Rasper. So ganz nachvollziehen könne er das nicht, weil es diese freien Klassen mittlerweile in immer mehr Ländern gibt.

Wegen dieser hochklassigen Besetzung dürfen sich die Fans also nicht nur auf das Duell des Lokalmatadors Matthias Kahle mit seinem Lieblings-Konkurrenten Anders Gröndal (NOR) freuen. Zum erweiterten Favoritenkreis gehören ebenso Erik Cais (CZ/Ford Fiesta R5), Martin Vlcek (CZ/Hyundai i20 R5), Mustafa Cakal (TUR/Hyundai i20 R5) und Daniel Chwist (PL/Hyundai i20 R5). Auch Publikumsliebling András Serényi (HU) wird mit seinem Trabant 601 RS wieder im Feld vertreten sein.

Erstmals mit blauen Leuchten

Punkte gibt es gleich in fünf Wettbewerben: FIA European Rallye Trophy, HD Schotter-Cup, DMSB Schotter-Rallye-Cup, ADMV Rallye-Meisterschaft und Sächsische Rallye-Meisterschaft. Die Entscheidung wird nach Ansicht von Wolfgang Rasper bei der letzten Prüfung am Bärwalder See fallen. „Falls ein paar Sekunden fehlen, versucht man mit der Brechstange, das wieder reinzuholen“, begründete er. Eine Prognose, wer die begehrte Siegertrophäe mit nach Hause nimmt, wollte er aber nicht abgeben. „Weil wir einige Fahrer nicht kennen“, sagte er. Deshalb die salomonische Antwort: „Der Beste gewinnt!“

Die Lausitz-Rallye 2021 wartet mit einigen Neuerungen auf. Beispielsweise die, dass sich der Start- und Zielpunkt direkt am Dorfgemeinschaftshaus in Boxberg befindet. Außerdem kommen erstmals bei dieser Rallye blaue Leuchten zum Einsatz. Mit einem Knopf im Fahrzeug kann ein Fahrer, der überholen möchte, seinem Vordermann signalisieren, dass dieser Platz machen soll. International ist dies schon länger üblich – und auch bewährt, wenn viel Staub den Fahrern die Sicht nimmt. Was Letzteres angeht, ist man beim Veranstalter in Boxberg ganz froh, dass es in den Tagen zuvor ordentlich geregnet hat.

Der Streckenverlauf entspricht im Wesentlichen dem des Vorjahres. Kleine Veränderungen gab es wegen einer bergbaubedingten Gefährdung in Sprey. Außerdem wurde der Wertungsbereich in Reichwalde auf 200 Meter ausgedehnt. An zehn Zuschauerpunkten können die Fans an der Strecke mitfiebern und zwischen diesen Punkten beliebig wechseln. Das Fahrerlager allerdings ist tabu. So hat es die internationale Renn-Organisation FIA gemäß ihrer Corona-Regularien angeordnet.

Testcenter wird eingerichtet

Dass die Rücknahme der 2G-Entscheidung richtig war, hatte man schon eingeräumt. Zuschauer sind nunmehr nach dem 3G-Modell willkommen: geimpft, genesen und getestet. Die Nachweise sind beim Einlass vorzuzeigen. Auf dem Parkplatz am ehemaligen Schwimmbad Boxberg, Am Freibad 1, direkt an der B 156, wird ein Testcenter eingerichtet. Für 20 Euro kann man sich dort testen lassen – mit der Geltungsdauer von 24 Stunden. Es ist nur Barzahlung möglich. Interessenten sollten eher anreisen.

Der Verkauf der personalisierten Tickets erfolgt einzig und allein über die Website des Vereins. Das werde sehr gut angenommen. Bislang wurden mehr als 800 Tickets an den Mann oder die Frau gebracht. Davon seien 500 Fans geimpft oder genesen. Pressesprecher Björn Fröbe zeigte sich mit dem Online-Verkauf durchaus zufrieden. Schließlich habe man noch keinerlei Erfahrungen damit. Ohnehin würden sich Tagesbesucher erst auf den letzten Drücker entscheiden – abhängig vom Wetter und ihrer Wochenendplanung. Mancher sei auch vorsichtig, ob die Rallye nicht wegen Corona womöglich doch noch abgesagt werde. „Davon gehen wir aber nicht aus“, bekräftigte Björn Fröbe.

Wie für Zuschauer gilt auch für Fahrer, Mechaniker, Helfer und sonstige Teilnehmer das 3G-Modell. Für die Organisatoren beginnt jetzt die heiße Phase. Ebenfalls im Bereich des einstigen Schwimmbads wird der Cateringbereich aufgebaut. An den Wertungspunkten wäre das zu viel Aufwand, hieß es. Der Veranstalter appelliert außerdem an die Zuschauer, die Absperrungen wegen der Afrikanischen Schweinepest zu respektieren.

Etwa 500 Helfer werden für einen reibungslosen Ablauf sorgen. „Da kommt jedes Jahr noch eine Schippe drauf, was die Vorschriften angeht“, gibt Björn Fröbe zu bedenken. Ohne die Helfer, so Wolfgang Rasper, wäre eine Veranstaltung wie die Lausitz-Rallye gar nicht möglich. Teams und Helfer werden im Kindererholungszentrum Kiez in Weißwasser, im Schullandheim Reichwalde sowie in Pensionen der Oberlausitz von Bautzen bis Spremberg untergebracht. Um den Teilnehmern Wege zu ersparen, würde sich der Cheforganisator der Rallye wünschen, dass das geplante Hotel am Boxberger Ufer des Bärwalder Sees lieber heute als morgen fertig wird.

Wie es künftig mit der Lausitz-Rallye weitergeht, hängt nach Aussage von Wolfgang Rasper wesentlich von den politischen Entscheidungen des Bundes ab. Bei der AvD-Sachsen-Rallye am Wochenende in Zwickau seien zwölf E-Autos mitgefahren, was Stromkosten in fünfstelliger Höhe bedeutete. Das könnte der Veranstalter in Boxberg nicht stemmen; ganz abgesehen von der fehlenden Lade-Infrastruktur.

Im nächsten Jahr erlebt die Internationale ADMV Lausitz-Rallye ihre 25. Auflage. Zum Jubiläum hätte man gar zu gerne einen EM-Lauf in Boxberg. Doch jetzt gilt es erst einmal, diese 24. Rallye reibungslos und ohne größere Unfälle über die Runden, besser: die Schotterpiste, zu bringen.

www.lausitz-rallye.de

Zeitplan der Lausitz-Rallye

Donnerstag, 4.11.: 14 bis 16.30 Uhr Technische Abnahme für Shakedown an der FFw Boxberg, 15.30 bis 19 Uhr Shakedown, 16.30 bis 21 Uhr technische Abnahme nach Zeitplan an der FFw Boxberg (Friedensstraße 23)

Freitag, 5.11.: 10.30 bis 13.15 Uhr Technische Abnahme nach Zeitplan, 15.15 Uhr Start der Rallye am Dorfgemeinschaftshaus (DGH / Alte Bautzner Straße 87), 19 Uhr Ziel Etappe 1 für 1. Fahrzeug im Servicepark am Campingplatz Sternencamp, Strandpromenade Boxberg

Sonnabend, 6.11.: 7.50 Uhr Start Etappe 2 für 1. Fahrzeug im Servicepark, 19.20 Uhr 1. Fahrzeug im Ziel am DGH, 19.22 Uhr Siegerehrung am DGH, ab 19.23 Uhr Technische Schlusskontrolle an der FFw

Testcenter geöffnet: Mi 15 bis 21 Uhr, Do 8 bis 21 Uhr, Fr 8 bis 10 sowie 12 bis 17 und 18 bis 21 Uhr, Sa 6 bis 11 und 12 bis 15 Uhr

Quelle: Rallye-Renn- und Wassersport-Club Lausitz