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LMBV meldet Fortschritte am Knappensee

Für die bergtechnische Sanierung bricht 2021 die Schlussphase an. Vier Jahre später soll alles fertig sein.

Das Bild entstand im Sommer im Bereich Koblenz. Inzwischen sind die Arbeiten hier erledigt, die Technik ist weg. Bis in 15 Meter Tiefe wurde hier verdichtet.
Das Bild entstand im Sommer im Bereich Koblenz. Inzwischen sind die Arbeiten hier erledigt, die Technik ist weg. Bis in 15 Meter Tiefe wurde hier verdichtet. © Foto: LMBV / Peter Radke

Groß Särchen. Übersehen kann man das Baustellenschild kaum. „Infrastrukturelle Erschließung des Vereinszentrums Knappensee“ steht auf der großen Tafel. Sie ist ungefähr an jener Stelle aufgerichtet, an der bis zum Jahr 2014 der Eingang zum Groß Särchener Campingpark (Z 1) zu finden war. „Bauzeit: 09.2020 – 12.2021“ ist da außerdem zu lesen, ferner von Trinkwasser-, Abwasser- und Regenwasserleitungen, Straßenbau, Straßenbeleuchtung, ökologischen Ausgleichsmaßnahmen sowie Geländeregulierung.

Mehr als Vermessungspflöcke und Erd- beziehungsweise Gesteinsmassen sind freilich auf dem Areal noch nicht zu erblicken. Zuletzt hieß es aus der Gemeindeverwaltung Lohsa, man beginne mit Baugrunduntersuchungen und besagten Geländeregulierungen, also dem Schaffen gleichmäßiger Höhenverhältnisse. Im März werde es richtig losgehen.

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Inseln bleiben unsaniert

Nachdem am Knappensee über Jahre hauptsächlich abgerissen und gefällt worden ist, soll nun also so ganz langsam der Wiederaufbau anfangen. Die letzte Phase der bergtechnischen Sanierung hat begonnen, nachdem nun seit ein paar Tagen klar ist, dass das zuständige Oberbergamt des Landes Sachsen die Knappensee-Inseln unsaniert lassen wird. 2021 wird den Planungen zufolge das letzte komplette Jahr mit der seit Anfang 2014 gültigen See-Sperrung. In der Saison 2022 soll der Knappensee wieder zugänglich sein. Der Verein Knappenseerebellen, der die Sanierungsarbeiten kritisch begleitet, hat auf seiner Webseite mit dem Zählen angefangen. Der Countdown zeigte zum Beginn der letzten Woche des Jahres 2020 noch 458 Tage bis zur Freigabe am 1. April 2022. Dazu ist dort eine Frage zu lesen: „Hält die LMBV ihre Zusage?“ Zumindest verbreitet der staatliche Bergbausanierer Optimismus: „Die Sanierungsarbeiten der Projektträgerin LMBV und der von ihr beauftragten Unternehmen am Knappensee sind gut vorangekommen“, hieß es kurz vor Weihnachten.

Noch sind die Devastierungen allerdings nicht ganz beendet. An der Zufahrt zum Regattaturm in Groß Särchen zum Beispiel sind zuletzt einige größere Bäume gefällt worden und für Baulichkeiten ein paar hundert Meter den ehemaligen Damm entlang teilt die LMBV mit: „Im Bereich D-West steht der Abriss des Angelzentrums noch an.“ Vorher waren die lange Zeit schwelenden juristischen Auseinandersetzungen um die Gebäude zwischen Särchen und Neubuchwalde doch noch relativ geräuschlos abgeräumt worden. Es ist von einem Vergleich zu hören.

Maukendorf im Frühling fertig

Allerdings sind die Arbeiten in D-West zuletzt noch anderweitig aufgehalten worden. Das Grundwasser stand zu hoch, als dass im lockeren Sand hätte gerüttelt werden können, ohne eine Rutschung zu provozieren. Anfang Dezember habe man den sogenannten Hauptstützkörper aber fertigstellen können. Es würden nun noch einzelne, kleinere Felder bearbeitet.

Weiter nördlich in Maukendorf ist laut LMBV die Rütteldruckverdichtung im Vorland abgeschlossen worden: „Ein Testfeld für die noch notwendige oberflächennahe Verdichtung mittels eines Vibrationswalzensystems ist angelegt worden.“ Man wolle am Nordstrand jedenfalls im kommenden Frühling ganz fertig sein.

Von der Hochkippe zwischen Koblenz und Knappenrode wird gemeldet, dass deren Abtrag im nördlichen Teil abgeschlossen sei. Die südliche Böschung habe man weitgehend profiliert. Seit Ende November liefen die Vorbaggerarbeiten für die seeseitige Rütteldruckverdichtung.

Baustopp am Silbersee

In der Planung sind nun laut Oberbergamt schon die Maßnahmen für die Winter zwischen 2022 und 2025. Die Rede ist von Profilierungsmaßnahmen im Hinterland der Hochkippe sowie von der Rekultivierung an allen Ufern des Knappensees „so dass alle erforderlichen Sanierungsmaßnahmen am Knappensee im Jahre 2025 erfolgreich abgeschlossen werden können.“

Gleichzeitig wendet sich damit die Aufmerksamkeit der Sanierer verstärkt wieder einem Gewässer ein paar Kilometer weiter östlich zu, nämlich dem Silbersee. Aktuell geht es um das Schaffen der Einsatzstelle für die Technik zur seeseitigen Sanierung am Südost-Ufer unweit des Bahn-Haltepunktes. Es war dafür laut LMBV im Frühling aus ökologischen Gründen ein Baustopp verhängt worden. Seit Anfang November werde nun aber wieder gearbeitet. Dies bezieht sich momentan auf den Einbau von Spundwänden. Voraussichtlich Ende März wolle man damit fertig sein. Die Gemeinde Lohsa treibt indessen die Bebauungsplanung für den Silbersee voran.

Der Blick über den Zaun schweift hier ungefähr von der Position, an der einst die Kanuten zu Hause waren, in Richtung Maukendorf. Hier ist am Horizont ein Rütteldruckgerät zu erkennen.
Der Blick über den Zaun schweift hier ungefähr von der Position, an der einst die Kanuten zu Hause waren, in Richtung Maukendorf. Hier ist am Horizont ein Rütteldruckgerät zu erkennen. © Foto: Mirko Kolodziej

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