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„Machen Sie es gut. Und tschüss!“

Stefan Skora wurde am Freitag verabschiedet aus dem Amt des Oberbürgermeisters – mit mehr als nur guten Wünschen.

Torsten Ruban-Zeh und seine Frau überreichten den Skoras Blumen. Ruban-Zeh wird am heutigen Montag als Oberbürgermeister vereidigt.
Torsten Ruban-Zeh und seine Frau überreichten den Skoras Blumen. Ruban-Zeh wird am heutigen Montag als Oberbürgermeister vereidigt. © Foto: Uwe Schulz

Hoyerswerda. „Besser so ein Abschied als gar kein Abschied. Denn einen Abschied kann man nicht nachholen“, sagte Bürgermeister Mirko Pink. Er hatte zur offiziellen Verabschiedung von Oberbürgermeister Stefan Skora am Freitag in die Lausitzhalle geladen. Also gab es Einlasskontrollen mit berührungslosem Temperaturmessen, natürlich Maskenpflicht bis zu den großzügig verteilten Sitzplätzen. 

Auf das Büffet war verzichtet worden. Und man überreichte die Abschiedspräsente mit etwas Abstand. Von der Stadtverwaltung erhielt er eine Medaille aus dem 750. Jubiläumsjahr der Stadt. Und Mirko Pink überreichte auch eine goldene Medaille aus dem Jahr 1998 vom Tag der Sachsen in Hoyerswerda. Die habe man im Tresor gefunden. Die große Sachsenfete gehört zu Skoras Vita einfach dazu. Er war vor 22 Jahren in Hoyerswerda der Organisations-Chef gewesen.

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Stefan Skora selbst bedankte sich bei seinen engsten Mitarbeitern namentlich und auch ausdrücklich bei seiner Frau Carmen sowie seinen Eltern. Und er würdigte auch alle Wegbegleiter aus den Nachwendejahren, all jene, die in den verschiedenen Funktionen an ihn geglaubt haben.

„Beispielloses gestemmt“

Landrat Michael Harig würdigte die Leistung von Stefan Skora am Beispiel der ganzen Stadt, die Beispielloses stemmen musste in den letzten dreißig Jahren. Dass das so gut gelungen sei, sei eben auch ein Verdienst Stefan Skoras: „Danke für die Zeit des Dienens“. Hoyerswerda sei nicht nur seit 2008 integraler Teil des Landkreises Bautzen, sondern eine der wichtigsten Kommunen, wenn nicht sogar die wichtigste. Denn Bautzen und Kamenz hätten eine gewisse Lagegunst. Doch Hoyerswerda schaffe es, eine urbane Funktion im Norden Sachsens einzunehmen, die mit der von Cottbus für den Süden Brandenburgs vergleichbar ist. Ex-Bürgermeister Thomas Delling, der vor neun Monaten an gleicher Stelle in den Ruhestand verabschiedet worden war, skizzierte den Werdegang Stefan Skoras ab dem 20. August 1990, als er Referent von Wolfgang Schmitz, dem Landrat des damaligen Landkreises Hoyerswerda, wurde. Die Wege von Delling und Skora kreuzten sich in den 30 Jahren häufig. 2001 begannen sie beide bei der Stadt Hoyerswerda als Bürgermeister. 2006 die Wahl Skoras zum Oberbürgermeister. Nun endet ihre kommunalpolitische Karriere mit nur wenigen Monaten Unterschied.

Schulden reduziert – und investiert

Delling, stets ein Freund der Mathematik und der klaren Zahlen, rechnete vor, dass beim Amtsantritt von Stefan Skora die Verschuldung der Stadt 60 Millionen Euro oder 1.260 Euro je Einwohner betrug. Jetzt sind es deutlich weniger Einwohner, aber nur noch 710 Euro Schulden je Einwohner. Macht in absoluten Zahlen 23 Millionen Euro. Diese enorme Schuldenreduzierung und dennoch Investitionen vorweisen zu können, von Kitas über Schulen bis zum Straßenbau – das seien einfach Fakten jenseits jeder individuellen Einschätzung, ob man Stefan Skora eine gute oder nicht so gute Arbeit attestieren wolle. Freitagmittag wünschte Stefan Skora als Oberbürgermeister jedenfalls ein letztes Glückauf. „Machen Sie es gut. Und tschüss“. Stefan Skora ist seit Sonntag 0 Uhr einfacher Bürger der großen Kreisstadt Hoyerswerda.

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