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Medienguide für die Energiefabrik

Neben Karten-, Ton- und Filmmaterial stehen auch mehrere Sprachen im Museumsführer bereit.

Kirstin Zinke im alten Motorenlager, wo der Prolog der Dauerausstellung entsteht. Auf dem Bildschirm läuft ein Film zum Lausitz-Wandel.
Kirstin Zinke im alten Motorenlager, wo der Prolog der Dauerausstellung entsteht. Auf dem Bildschirm läuft ein Film zum Lausitz-Wandel. © Foto: Katrin Demczenko

Von Katrin Demczenko

Knappenrode. Am 15. Oktober wird in der Energiefabrik Knappenrode nach dem mehrjährigen großen Umbau die neue Dauerausstellung feierlich eröffnet. Bis dahin haben die Museumsmitarbeiter und jene Firmen, die jetzt in den großen Räumen alle Exponate aufbauen, noch viel zu tun. 

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Dokumentiert werden soll, wie aus der industriell gering erschlossenen Lausitz der Energiebezirk der DDR wurde und wie jetzt aus ehemaligen Tagebaurestlöchern das Seenland entsteht, sagt die Leiterin der Energiefabrik, Kirstin Zinke. Damit jeder Besucher die Ausstellung mit allen Sinnen erleben kann, wird darin die über 100 Jahre alte ehemalige Brikettfabrik Knappenrode mit Objekten zum Anfassen und multimedial zugänglichen Text-, Video- und Tonsequenzen verbunden. „Ein landkreisweit einmaliger Medienguide ergänzt die Aussagen der Exponate“, informiert die Museumspädagogin Maria Schöne, „und er kann viel mehr als der bekannte Audioguide“. Abrufbar sind zuerst einmal per Kopfhörer auf Deutsch, Sorbisch und Englisch eingesprochene Texte zu circa 30 Standorten in der Dauerausstellung.

Ausflug in die Vergangenheit

Über zusätzlich abgespeicherte Landkarten, Fotos, Film- und Tondokumente kann jeder Besucher sein Wissen individuell weiter vertiefen, erklärt Maria Schöne das Besondere des Medienguides. Ein Gast sieht zum Beispiel im Museum das Modell eines Braunkohletagebaues, und durch Film- sowie Tonaufnahmen erfährt er, wie schwer die Arbeit der Kohlekumpel gewesen ist. Eingeblendete Landkarten und Fotos dokumentieren, wo es in der Lausitz Tagebaue gab und wie es heute dort aussieht. Möchte jemand den Fabrikerlebnisrundgang im Museum jedoch nicht besuchen, weil der nur über Treppen zu jenen Maschinen führt, mit denen bis 1993 aus Braunkohle Briketts hergestellt wurden, dann ist die Arbeitsatmosphäre der Vergangenheit eben über den Medienguide erlebbar. Dieser läuft allerdings nur innerhalb der Energiefabrik – auf dem Smartphone eines Besuchers oder auf einem Leihgerät.

Den deutschen Text für dieses System haben Mitarbeiter der Domowina ins Sorbische übersetzt. Das Preisgeld des Sächsischen Mitmachfonds 2020 hat der Energiefabrik ermöglicht, diese Texte von Muttersprachlern einsprechen zu lassen. Nun kann jeder Sorbe die Geschichte der Lausitz in seiner Sprache entdecken, erzählt die Museumsleiterin Kirstin Zinke ganz begeistert. Für Schüler oder blinde und stark sehbehinderte Menschen werden noch spezielle Führungen erarbeitet, die später über den Medienguide abgerufen werden können. Darüber hinaus erhalten Gäste auf diesem Weg sofort Hinweise auf andere touristische Einrichtungen in der Lausitz, um weitere Sehenswürdigkeiten der Region erkunden zu können.

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