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Mit Taschenlampen durch den nächtlichen Zoo

60 Besucher wollten wissen, was sich nach der Öffnungszeit im Tier-Domizil tut.

Nun heißt’s aber wirklich „Gute Nacht, Zoo“: Silke Kühn schließt nach der Führung das Tropenhaus ab.
Nun heißt’s aber wirklich „Gute Nacht, Zoo“: Silke Kühn schließt nach der Führung das Tropenhaus ab. © Foto: Katrin Demczenko

Von Katrin Demczenko

Hoyerswerda. Was geschieht eigentlich ab 18.30 Uhr im Zoo Hoyerswerda, wenn die Öffnungszeit für Besucher endet und nur noch der Schließdienst die Tiere in ihre Nachtquartiere bringt? Circa 60 Großeltern und Eltern mit Kindern waren darauf neugierig und haben die Sonderführung „Gute Nacht, Zoo“ der Zooschulleiterin Silke Kühn besucht.

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Während die eleganten Mandschurenkraniche in ihrem Gehege ihr Nachtquartier frei auswählen können, müssen die Zootierpfleger zum Beispiel die südamerikanischen Totenkopfäffchen und die Hyazinth-Aras nach der Abendmahlzeit täglich in die Behausungen locken. Weil die Tiere dabei auch mal einen eigenen Kopf haben, dauert das mitunter etwas länger und private Vorhaben können an solchen Tagen nicht immer pünktlich beginnen, weiß Silke Kühn. Schön findet sie, dass die possierlichen Erdmännchen selbst darauf achten, dass ihr Nachwuchs in die Höhlen schlafen geht. Die älteren Tiere genießen danach draußen einen ruhigen Abend, wie es die Besucher der Nachtführung im letzten Tageslicht beobachten konnten.

In der Dämmerung zieht die Gruppe zur Futterküche und kommt auch an der hell erleuchteten Rattenküche vorbei. Ein Schauteller zeigt den Besuchern dort, dass Ratten Paprika, Rotkohl, aber auch Ananas fressen und der vierjährige Fabian jubelt: „Das sind meine Lieblingstiere. Die sind schnell und haben einen langen Schwanz.“ Eine Ratte hat er im geöffneten alten Küchenschrank entdeckt und beobachtet.

Möhren, Äpfel, Rinderkeulen

Die nächste Station ist die richtige Futterküche des Zoos, in der jeden Morgen für alle Tiere Rationen aus Gemüse, Obst oder Fleisch vorbereitet werden. Die Zootierpfleger des Vogel-, Raubtier- und Huftierreviers holen sich die Portionen ab, verarbeiten das Futter nach den Vorlieben der einzelnen Tierarten und bringen es in ihre Gehege, weiß Silke Kühn. Bis dahin lagern circa 250 Kilogramm Möhren, Kartoffeln, Salat, aber auch Äpfel sowie Rinderkeulen in einem großen Gefrierraum und der begehbaren Kühlung. Die Temperaturen dort betragen 7°C oder -20°C und ähneln denen in den viel kleineren heimischen Kühl- und Gefrierschränken, erklärt die Zooschulleiterin. Als einige Kinder im Kühlraum tote Mäuse und Küken entdecken, sind sie erschrocken. „Eins blutet. Schade, dass sie tot sind“, sagt Julia. Futtertiere. Zum Beispiel für Steinadler und Schlangen, die im Zoo laut Tierschutzgesetz nur getötete Nahrung erhalten dürfen, erklärt Silke Kühn.

Am Rückweg von der Futterküche zum Tropenhaus nehmen alle Kinder Taschenlampen, und im Zoo entsteht so eine ganz besondere Atmosphäre. Im Tropenhaus füttert die Zooschulpädagogin noch die beiden Rautenkrokodile von einer hohen Leiter aus mit toten Ratten, die sie ihnen durch eine hölzerne Luke zuwirft. Das ist für die Tiere eine kleine Zusatzmahlzeit, denn sie fressen normalerweise nur aller zwei Wochen. Das reicht ihnen aus.

Künftig wird Silke Kühn Sonderführungen nur noch auf Voranmeldung durchführen, denn 60 Teilnehmer auf einmal sind doch sehr viel.

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