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Silvesterkonzert und Hoffnung auf 2021

Wie Hoyerswerdas KulturFabrik mit dem neuerlichen Zusperren bis mindestens Ende November umgeht: Wir sprachen mit Geschäftsführer Uwe Proksch.

Der Schaukasten der KulturFabrik Hoyerswerda im Bürgerzentrum an der Braugasse 1 gestern Vormittag: Es gibt momentan nichts, für das man werben könnte.
Der Schaukasten der KulturFabrik Hoyerswerda im Bürgerzentrum an der Braugasse 1 gestern Vormittag: Es gibt momentan nichts, für das man werben könnte. © Foto: Uwe Schulz

Uwe – das letzte Wochenende war noch einmal richtig stark: Lesung mit Cornelias Pollmer und Lukas Rietzschel, Renft-Konzert, Kunstmarkt – und jetzt abrupt Null. Geht es weiter? Und wie?

Als der erste „Lockdown“ im Frühjahr verkündet wurde, hatte man so eine Art Ziel vor Augen: „Im Herbst geht‘s weiter“; und darauf hin wurden auch alles Tun ausgerichtet: Überbrücken der Zeit mit virtuellen Aktivitäten, Umplanung von Veranstaltungen in Absprachen mit den Künstlern auf Ende des Jahres, spätestens aber Anfang 2021 ... kurz: Es wird weitergehen! Heute dagegen ist alles ungewiss. Manche Agenturen haben sogar schon 2021 aufgegeben und orientieren auf 2022.

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Dabei hatte / hat die KuFa ein Hygienekonzept, das alle Anforderungen erfüllte (und von den Besuchern 100-prozentig eingehalten wurde!): Kontaktdaten-Erhebung, Abstand, Minimierung der Gäste-Zahl, Maskenpflicht – ist da jetzt nicht ein „Alles-umsonst“-Gefühl da?

Niemand hat sich das Virus ausgedacht, und ich glaube, dass niemand wirklich weiß, wie damit umzugehen ist. Es sind alles Versuche im besten Willen, Schlimmeres zu vermeiden. Schwierig ... Man merkt es schon, dass die Menschen Angst haben. Ich habe nicht die Verantwortung, zu entscheiden, was jetzt passiert. Aber ganz klar: Ich bin nicht glücklich mit der Situation.

Was wird 2020 in der KuFa sein?

Den Liederwettbewerb „HoySchrecke“ hab’ ich noch nicht abgehakt. Vielleicht können wir ihn ja virtuell austragen; dazu laufen die Absprachen mit den Künstlern. Das Krimi-Dinner hingegen ist gestrichen, obwohl alle vier Veranstaltungen mit je 80 Plätzen ausverkauft waren. Aber nach den jetzigen Bestimmungen können wir das Dinner nicht ausrichten. Selbst, wenn wir es könnten: Unsere Theatergruppe kann nicht dafür proben. Das geht nicht.

Dennoch haben wir für Dezember Hoffnung, speziell für Silvester. Dass es keine Party geben kann, ist eigentlich schon jetzt klar – aber vielleicht ein Silvesterkonzert? Wir haben das Feuerbach-Quartett unter Vertrag: Stücke von Klassik bis Rammstein: Wir hoffen sehr, zu Silvester um 17 und 20.30 Uhr dem Publikum diese Konzerte bieten zu können. Ansonsten: Wir können nicht dauernd Geld in Werbung und Plakate stecken, die wenig später ersetzt werden müssen durch „Abgesagt“-Hinweise. Auch der Vorverkauf ist fraglich, wenn ständig eine aufwändige Rückabwicklung droht.

Und 2021 ...

... werden wir hoffentlich „gespiegelt“ das Programm darbieten können, das 2020 geplant war; also dass alle Künstler, deren Auftritte 2020 hier ausfallen mussten, 2021 in Hoyerswerda zu sehen sein werden. Etwa die Medlz und Thomas Stelzer – und darüber hinaus noch einige mehr, um die wir uns schon lange bemüht hatten wie Friedemann Weise. Eigentlich ist unser Kalender für 2021 voll – wir hoffen nur, dass ihn nicht die nächste Welle Corona wieder ad absurdum führen wird.

Ein generelles Fazit zum Abschluss?

Ganz klar und nüchtern: Wir als KuFa sind nicht die „Meistbetroffenen“ von Corona. Wir sind zwar nicht zu 100 % gefördert, wie es manchmal heißt, aber wir sind über die Stadt Hoyerswerda und den Kulturraum Oberlausitz-Niederschlesien etwas abgefedert und können, beispielsweise mit Kurzarbeit, die Corona-Folgen für unsere Mitarbeiter ein bisschen mindern. Richtig leid tut mir die Situation aber für die Nun-nicht-Besucher – und vor allem die Künstler inklusive ihrer Helfer wie die Techniker.

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