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Smarter Neubau im WK III

Die LebensRäume-Genossenschaft hat mit einem Neubau begonnen, trotz deutlicher Teuerung.

Von Uwe Schulz
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Das Bild zeigt die künftige Südecke des Neubauprojektes der LebensRäume zwischen Mann- und Weinertstraße. Die Balkone weisen zum jetzigen Haus der Parität.
Das Bild zeigt die künftige Südecke des Neubauprojektes der LebensRäume zwischen Mann- und Weinertstraße. Die Balkone weisen zum jetzigen Haus der Parität. © Grafik: LebensRäume

Hoyerswerda. Vor etlichen Jahren konnte man von Axel Fietzek, Vorstand der Lebensräume-Genossenschaft Hoyerswerda, noch hören, dass abwechselnd in der Neu- und der Altstadt von Hoyerswerda ein großes, neues Projekt entsteht. „Das würde ich heute nicht mehr so sagen“, erklärt Fietzek, der die Pläne für das diesjährige Neubauvorhaben vor sich liegen hat: „Hoy³ – die smarte Art des Wohnens“ heißt es.

Und es entsteht in Sichtweite des letzten Neubauprojektes der Wohnungsgenossenschaft im Innenbogen der Erich-Weinert-Straße an der Mann-Straße. „Hoy hoch drei“ das ist zum einen eine Anlehnung an den Wohnkomplex III, in dem das Gebäude entsteht, zum anderen soll es für die Potenzen der Stadt stehen. Und die liegen beim Thema Neubau für die LebensRäume eigentlich nur noch in der Neustadt. Denn in der Altstadt hat das Unternehmen keine bebaubaren Grundstücke mehr. Teuer zukaufen ist keine Option, wenn einem in der Neustadt die Flächen ohnehin gehören.

Bereits an E-Autos gedacht

Und es kann schon jedermann beim Bauen zuschauen. Der Kran steht, die Baugrube ist ausgehoben, an der Basis des Gebäudes wird gearbeitet. In schätzungsweise einem Jahr soll das Objekt auf dem 1.850 Quadratmeter großen Grundstück bezugsfertig sein. Rund 3,2 Millionen Euro aus eigener Kasse und Krediten investiert die Genossenschaft an dieser Stelle zwischen dem Vereinsgebäude „Haus der Parität“ und dem geplanten Pflegeheim der Arbeiterwohlfahrt. Dafür bekommt das Unternehmen einen Viergeschosser mit insgesamt zwölf Wohnungen. Axel Fietzek weist darauf hin, dass man in Hoyerswerda keine Fördermittel für Wohnungsneubauten bekommt, sondern so etwas selbst zu bezahlen oder frei zu finanzieren ist: „Im Vergleich zum Cocoon-Living sind die Baukosten mittlerweile um ein Drittel gestiegen. Da bekommen wir keinen Quadratmeterpreis von 5 Euro hin.“

In die Vermarktung geht man mit etwas mehr als 9 Euro je Quadratmeter, allerdings ist da pro Wohnung eine Garage schon inbegriffen. Die Erdgeschosswohnungen haben eine Terrasse und ein Stück Garten, die Wohnungen darüber verfügen jeweils über einen Balkon. Es gibt offene Küchen und in den Bädern Badewannen sowie ebenerdige Duschen. Jede Wohnung hat einen innenliegenden Abstellraum. Hinzu kommen draußen Plätze in zwei Fahrradgaragen und die erwähnte Pkw-Garage, in der die Elektroerschließung von vornherein so berechnet ist, dass sich Wallboxen für E-Autos anschließen lassen. Auf dem zum Haus gehörenden Parkplatz mit vier Stellplätzen wird es zudem eine Ladesäule geben. Axel Fietzek weiß, dass die Kommentare in den sozialen Netzwerken nicht auf sich warten lassen werden, die dann wieder von einem Projekt für die „Reichen“ sprechen. Doch er weiß eben auch, dass die Baukosten so sind, wie sie sind und damit kein sozialer Wohnungsneubau möglich ist. Gleichzeitig hat das Unternehmen kein Problem, preiswerten Wohnraum zur Verfügung zu stellen und das ebenso wie die Wohnungsgesellschaft zu Konditionen, für die man in Ballungsräumen keine Wohnung bekommt, wenn man denn dort überhaupt eine Wohnung anmieten kann. Andererseits ist der Markt für solche Wohnungen in Hoyerswerda da, die Abvermietung von Cocoon-Living war kein Problem. Also wird neuer Wohnraum eben auch geschaffen.

Der Neubau ähnelt dem des Cocoon-Living-Projektes und unterscheidet sich doch. Auf die großen Vier-Raum-Wohnungen mit umlaufender Terrasse verzichtet man bei dem neuen Projekt und setzt pro Etage auf eine Zwei-Raum-Wohnung mit 68 Quadratmetern Grundfläche und zwei Drei-Raum-Wohnungen mit je 83 bzw. 86 Quadratmetern. „Mit Hoy³ setzen wir nunmehr neue Maßstäbe für das Leben der Zukunft und bieten unseren Genossenschaftern damit modernstes Wohnen, bei dem ökologische Verantwortung, die Förderung der Gemeinschaft und technologische Entwicklungen gleichermaßen Berücksichtigung finden“, heißt es im PR-Text für die neuen Wohnungen.

Sonnenenergie für Klimaanlage

Das Haus mit vier Etagen verfügt über einen Aufzug und wird entsprechend modernen energetischen Standards versorgt. Wie bei Cocoon-Living wird es eine zentrale Klimaanlage geben. Neu ist jedoch auf dem Dach die hauseigene Photovoltaik-Anlage. Sie wird die Klimaanlage ebenso mit Strom versorgen wie den Betrieb des Aufzugs, die Treppenhausbeleuchtung und die Pumpen für Heizung / Warmwasser. Auf das Jahr gesehen wird die installierte Leistung zwar nicht ausreichen, aber doch die allgemeinen Nebenkosten senken helfen.

Und die Genossenschaft bleibt sich treu und stattet alle Wohnungen so aus, dass sie für Smart-Home-Technologien vorbereitet sind. Heizung (Fußbodenheizung ist Standard) und Rollläden können über integrierte Aktoren smart gesteuert werden. Weitere Elektro- und Haushaltsgeräte können, wenn man es denn wünscht, bequem in die Smartsteuerung eingebunden werden. Der Glasfaseranschluss versteht sich da schon fast von selbst.

Hier ist die Eingangsseite zu sehen aus Richtung Garagen und Innenhof und somit aus Richtung Osten betrachtet.
Hier ist die Eingangsseite zu sehen aus Richtung Garagen und Innenhof und somit aus Richtung Osten betrachtet. © Grafik: LebensRäume