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Sportakrobaten bei der Weltmeisterschaft

Die Titelkämpfe beginnen am Mittwoch in Genf in der Schweiz.

Ein Höchstmaß an Kraft, Beweglichkeit und Koordinationsvermögen hat diese Sportlerinnen und Sportler zu WM-Teilnehmern gemacht.
Ein Höchstmaß an Kraft, Beweglichkeit und Koordinationsvermögen hat diese Sportlerinnen und Sportler zu WM-Teilnehmern gemacht. © Foto: Gernot Menzel

Hoyerswerda. Botschafter seien die Sportakrobaten des SC Hoyerswerda schon, „Botschafter der Lausitz“, sagt SC-Geschäftsführerin Daniela Fünfstück, in Jugendzeiten selbst Aktive in Sachen Hebefiguren, Wurfelemente und Choreografie. In der Tat. Erst am Mittwoch dieser Woche standen drei SC-Sportlerinnen im Zusammenhang mit der Deutschen Jugendmeisterschaft in Bochum in der Heidenheimer Zeitung.

Das Blatt aus dem Württembergischen ordnete die Leistungen eigener Akrobatinnen vom SV Mergelstetten ein: „Allein das Trio aus Hoyerswerda konnte sich mit 0,1 Punkten knapp vor das Team des SVM schieben.“

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Am Sonnabend machte sich ein gutes Dutzend Hoyerswerdaer Botschafter – in zwei Fällen in Kooperation mit dem Dresdener SC und dem SC Riesa – wieder zu einer sportlich-diplomatischen Mission auf. Am Genfersee werden die „Acrobatic Gymnastics World Championships“ ausgetragen – kurz: die WM. „In der Jugendklasse stellen wir die Hälfte der Nationalmannschaft“, sagt Trainer Sergej Jeriomkin nicht ohne Stolz.

Für die Reise in die Schweiz qualifiziert haben sich die Gruppe mit Tara Engler, Tia Gaszi und Henriette Gille sowie die Paare Alexander Minevsky und Greta Drost, Josie Jando und Liora Ebnet, Selima Wardin und Florian Borcea-Pfitzmann (Dresden) sowie Pia Schütze und Daniel Blintsov (Riesa).

Training ohne Abstriche

„Sechs Wochen vorher sollte man mit den Übungen schon anfangen“, erzählt die 10-jährige Tara über das Einstudieren von Balance- und Dynamik-Choreografien. Freilich muss vorher die Basis stimmen. Der Deutsche Sportakrobatikbund hat seine Nominierung schon im März vorgenommen. Sergej Jeriomkin sagt, dass die Beschränkungen zur Eindämmung von Covid-19 ihm zumindest bezüglich des Trainings durchaus genutzt haben: „Keine Schule, kein Einkaufen, keine Aktivität im Freien – keine Ablenkung.“ Die Vorbereitung indes konnte ohne Abstriche laufen. Für den Nationalkader gab es für das Training Ausnahmen. Die letzten Übungseinheiten vor der WM waren am Sonnabend in der Akrobatik-Halle im Stadtzentrum angesetzt. Dann ging es zum Sars-2-Test und schließlich per Bus nach Aalen unweit von Heidenheim und Mergelstetten.

Dort sammelte sich das Nationalteam und fuhr gemeinsam in die Romandie. Selima war dort im vorigen Jahr schon einmal im Trainingslager. „Da kann man gut wandern gehen“, sagt die 13-Jährige. „Genf ist eine schöne Stadt, ich hoffe, dass ich etwas davon sehe“, ergänzt Henriette (15). Die Wettkämpfe beginnen am Mittwoch. Den Veranstaltern liegen Meldungen aus 40 Ländern vor. Um die tausend Athletinnen und Athleten werden erwartet, dazu bis zu 20.000 Zuschauerinnen und Zuschauer. „Man ist ja schon stolz, wenn man überhaupt qualifiziert ist“, findet Alexander (14). Trainer Sergej Jeriomkin pflichtet bei: „Wer ins Finale unter die ersten acht kommt, gehört zur Weltspitze.“ Tia, die zuletzt noch an einer Entzündung im Fuß laboriert hat, ist diesbezüglich recht fokussiert. „Ich freue mich schon aufs Finale“, sagt die 16-Jährige. Glücksbringer sollen einheitliche T-Shirts in Lindgrün sein, welche OB Torsten Ruban-Zeh (SPD), dessen Tochter Olivia selbst Sportakrobatin ist, am Donnerstag in die Akrobatik-Halle brachte. Grün steht bekanntlich für Hoffnung.

Nach der WM noch die EM?

Wie immer, wenn Hoyerswerdaer Sportakrobaten zu internationalen Titelkämpfen aufbrechen, gab es eine kleine Verabschiedungs-Zeremonie. Eigentlich hätte sie schon im vorigen Jahr stattfinden sollen, aber wegen der Viren ging es der WM wie der Fußball-EM. Die Ausgabe von 2020 findet 2021 statt. Auch das hat nach Ansicht des Trainers durchaus Vorteile. Erstens wären die jüngsten SC-Akrobatinnen im vorigen Jahr mangels Mindestalters noch gar nicht startberechtigt gewesen. Zweitens gibt es das Novum, dass in einem Jahr die Chance auf die Teilnahme an gleich zwei internationalen Ausscheiden besteht. Denn die Europameisterschaft findet regulär im September an der Adria statt, nämlich im italienischen Pesaro.

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