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Sprengkraft der Namensgebung

Die Schulkonferenz hat sich für Grundschule „Am Markt“ Laubusch entschieden. Und so kam das zustande ...

Dieses Foto entstand 2008. Da stand die Schule am Markt in Laubusch bereits seit zwei Jahren leer. Die Schließung der Mittelschule Laubusch erfolgte 2004.
Dieses Foto entstand 2008. Da stand die Schule am Markt in Laubusch bereits seit zwei Jahren leer. Die Schließung der Mittelschule Laubusch erfolgte 2004. © Archivfoto: Ralf Grunert

Laubusch. Ebenso akribisch und frühzeitig, wie mit der Vorbereitung auf den Schul-Umzug von der Laubuscher Siedlung in die Kolonie begonnen wurde, erfolgte auch die Suche nach einem geeigneten Namen für die nun in der Schlussphase der Sanierung befindliche Grundschule. Wie Schulleiterin Monika Simmank am Montag in der Sitzung des Lautaer Stadtrates schilderte, habe man sich bereits Ende vergangenen Jahres im Kollegenkreis gefragt, ob die Bildungseinrichtung weiterhin Grundschule Laubusch heißen oder einen Namenszusatz bekommen soll, der insbesondere die Schulkinder anspricht, mit dem sie sich identifizieren können, den sie auch verstehen.

„Wir waren von Beginn an der Meinung, dass wir keinen Namen einer Person haben wollen.“ Bei Namen von Persönlichkeiten ist es nun mal so, dass diese Personen - wie uns die Geschichte zeigt - nicht auf immer und ewig die gleiche Wertschätzung genießen. „Wir wollten vielmehr einen Namen, der ortsbezogen oder historisch geprägt ist“, so Monika Simmank weiter. Die Bezeichnungen „Am Markt“ und „Am Erikasee“ seien die Favoriten gewesen. Das Thema sei daraufhin in den Elternrat hineingetragen worden. „Es gab keine weiteren Vorschläge.“ Im Februar entschied sich die Mehrheit der Pädagogen in der Lehrerkonferenz für Grundschule „Am Erikasee“. Eine Stimme gab den Ausschlag. Der Elternrat wiederum sprach sich einhellig für Grundschule „Am Markt“ aus. Im Februar sei auch der Ortschaftsrat informiert worden. Im Mai gab es schließlich in der Schulkonferenz eine Mehrheit für den Namen Grundschule „Am Markt“ Laubusch.

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Diesen Namen sollte der Lautaer Stadtrat am Montag bestätigen. Dazu kam es aber nicht. Auf Antrag der Laubuscher Ortsvorsteherin Erika Wustmann wurde dieser Tagesordnungspunkt mit knapper Mehrheit vertagt und auf Vorschlag von Bürgermeister Frank Lehmann entschieden, die aktuelle Sitzung zum Meinungsaustausch zu nutzen. „Ich habe die Sprengkraft der Namensgebung unterschätzt“, räumte der Rathaus-Chef freimütig ein, stellte allerdings auch klar: „Die Namensgebung ist das hohe Recht der Schulkonferenz.“

Zu Sitzungsbeginn hatte Carola Schael als Vorsitzende des Heimatvereins Laubusch bereits die Einwohnerfragestunde genutzt, um darauf hinzuweisen, dass der Verein nicht bei der Namensfindung einbezogen wurde. Das habe nicht nur sie selbst, sondern auch so manchen Einwohner gewundert. Dass dieses Thema im Vorfeld der Entscheidung auch nicht im Ortschaftsrat besprochen wurde, wie die stellvertretende Ortsvorsteherin Marlies Heinze anmerkte, nahm Ortsvorsteherin Erika Wustmann auf ihre Kappe. Erst konnte eine Sitzung wegen Corona nicht stattfinden. Zum Zeitpunkt der nächsten Sitzung war die Entscheidung der Schulkonferenz gefallen.

Das hat in der Laubuscher Bürgerschaft hohe Wellen geschlagen. Sie sei mehrfach anonym am Telefon beschimpft worden, ärgert sich Erika Wustmann. Diesen Stil der Kommunikation kennt auch der Bürgermeister. „Da braucht man ein dickes Fell.“ Der Laubuscher Ortsvorsteherin riet er, nicht über jedes Stöckchen zu springen, das einem hingehalten wird. „Wer noch nicht mal in der Lage ist, seinen Namen zu nennen, den braucht man nicht ernst nehmen“, machte Frank Lehmann deutlich.

Nun also befasst sich der Stadtrat mit der Namensgebung. Das sei aber nur dem geschuldet, dass die Schule Eigentum der Stadt Lauta ist, so der Hinweis von Monika Simmank. Der Stadtrat habe dabei lediglich über die Namensgebung an sich zu entscheiden, nicht über den Namen selbst. Wenn der Stadtrat nicht einverstanden ist, bleibe es bei der Bezeichnung Grundschule Laubusch. Wenn ja, werde das dem Landesamt für Schule und Bildung mitgeteilt, erläuterte Monika Simmank das Prozedere. Das Landesamt habe bereits signalisiert, keine Einwände zu haben. Nun fehlt also nur noch die Entscheidung des Stadtrates. Die wird in der Juli-Sitzung fallen.

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