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Viel Wissen um den Wald wurde in der Trattendorfer Spreeaue vermittelt

Herbstsonne entlang des Spreeradwanderweges begleitete Waldbesitzer bei einer Exkursion durch den Forst „Trattendorfer Heide“.

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So wird gepflanzt, zeigt Revierförster Peter Noack. Mit den Teilnehmern an der Waldexkursion durch die „Trattendorfer Heide“ hatte er ein aufmerksames Publikum.
So wird gepflanzt, zeigt Revierförster Peter Noack. Mit den Teilnehmern an der Waldexkursion durch die „Trattendorfer Heide“ hatte er ein aufmerksames Publikum. © Foto: Jost Schmidtchen

Von Jost Schmidtchen

Spremberg. Zur 4. Waldexkursion hatte die Forstbetriebsgemeinschaft (FBG) „Ostkreis Spremberg“ eingeladen. Es mangelte nicht an interessierten Teilnehmern. Es hat sich herumgesprochen, dass es hier letztlich auch in gemütlicher Runde inmitten der Natur nach dem offiziellen Teil noch gute Gelegenheit zum persönlichen Erfahrungsaustausch mit den Forstfachleuten gibt. Am Sonnabend wurde das bei dem schönen Wetter weidlich genutzt – bei Bratwurst, Kartoffelsalat, Glühwein und Bier an der Spreesohlschwelle Trattendorf.

Revierförster Silvio Raschik machte bei einem fachkundigen Rundgang entlang des Spreeradwanderweges in der herrlichen herbstlichen Natur zuvor die zahlreichen Teilnehmer mit vielen neuen Erkenntnissen der Waldbewirtschaftung vertraut. Manches ist dabei gar nicht mehr so einfach. Die neuen Fördermittelanträge sind 19 Seiten lang und von Laien nicht mehr überschaubar. Selbst Forstfachleute haben damit ihre Probleme, die FBG bietet Waldbesitzern Hilfe an. Im Verlauf des Waldspazierganges ging es unter anderem um Probleme der Wiederaufforstung, die nur Mischwaldbestände zulässt. Mit Hilfe des Revierförsters kann die Wiederaufforstung auf Nachfrage kostenlos erfolgen. Dafür stehen regionale Fachbetriebe zur Verfügung. Entlang des Spreeradwanderweges spielt auch die „Verkehrssicherungspflicht“ eine Rolle. „Jeder private Waldbesitzer ist da in der Pflicht, kann aber davon auch profitieren“, erläuterte Revierförster Silvio Raschik. „Bei Herausnahme trockener Bäume ist ab 20 Hektar Waldfläche pro Festmeter eine Förderung von etwa elf Euro möglich. Zudem kann die abgeholzte Fläche mit neuen Fördermitteln wiederaufgeforstet werden.“

Weitere Themen waren die Schwächung von Bäumen durch Käfer und Forstschädlinge, die eine Nachforstung erforderlich machen. „Forschungsergebnisse aus Eberswalde besagen: Die Anpflanzung südländischer Bäume wird nicht empfohlen“, so Revierförster Raschik. „Vielmehr sind heimische Baumarten wie Buchen, Eichen, Robinien und Ulmen empfehlenswert. In der Lausitz gibt es Fachfirmen, die dazu den Waldbesitzern hilfreich zur Seite stehen.“ Was viele Waldbesitzer beschäftigt, ist die Vermessung ihrer Flächen. „Wenn Sie dazu ein Vermessungsbüro beauftragen, können Sie Ihren Wald gleich verschenken“, so Silvio Raschik. Frühere Grenzsteine sind leider nicht mehr da, geschuldet den Waldbränden der 1960er- bis 1990er-Jahre. Bei der Schneisenziehung wurden sie von Traktoren und Panzern überrollt. Doch im Auftrag der FBG nehmen auch die Revierförster Vermessungen vor, bis zu einem bestimmten Genauigkeitsgrad, der ausreichend ist.

Zum Abschluss des Rundganges erfolgte eine Pflanzaktion mit Unterstützung einer Baumschule aus Groß Thiemig. Vorgeführt wurde von Forstfachleuten das Setzen von Mischwaldbeständen mit Werkzeugen, die schon teilweise die Vorfahren nutzten. Heute sind sie in Gartenbaumärkten in modifizierter Ausführung erhältlich. In der Nähe standen rund 115 Jahre alte Kiefern, Riesen bis ins höchste Gehölz. Verwertbar nur noch als Brennholz, eine Fällung kostet mehr, als es der Brennholzwert hergibt. Die Waldbesitzer waren zufrieden. Neben den Fachinformationen bot der schöne Herbst eine angenehme Kulisse in der Trattendorfer Spreeaue.