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Vor Jahren verstummt, erklingt sie wieder

Mit einem Konzert erfolgte die Wiedereinweihung der restaurierten Eule-Orgel in der Kulturkirche in Lauta.

Freude pur und Stolz auf das Erreichte bei den Mitgliedern des Vereins „Freunde der evangelischen Kirche Lauta-Stadt“. Im Bild zu sehen sind sie mit dem Künstler Mario Merz (4. von rechts) und Ekkehart Groß (3. von rechts) von der Orgelbaufirma.
Freude pur und Stolz auf das Erreichte bei den Mitgliedern des Vereins „Freunde der evangelischen Kirche Lauta-Stadt“. Im Bild zu sehen sind sie mit dem Künstler Mario Merz (4. von rechts) und Ekkehart Groß (3. von rechts) von der Orgelbaufirma. © Foto: Christine Primpke

Von Christine Primpke

Lauta. Mit einem Orgelkonzert begann vorigen Sonntag die offizielle Wiederbespielung der Eule-Orgel in der evangelischen Kirche Lauta-Stadt. Dem gingen langjährige Bemühungen, Untersuchungen, umfangreiche Baumaßnahmen und viele Initiativen der Kirchengemeinde und des Vereins „Freunde der evangelischen Kirche Lauta-Stadt“ voraus.

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„Wir sind sehr glücklich heute, die restaurierte Eule-Orgel feierlich wieder in Betrieb nehmen zu können“, so Peter Kasper, Vorsitzender des Gemeindekirchenrates und Vorstandsmitglied im Verein. „Schaut man zurück, so sind doch rund 20 Jahre notwendig gewesen, bis wir den heutigen Zustand erreichen konnten.“

Zu knapp unter der Oberfläche

Als die Stadtkirche 1924 errichtet wurde, wusste man noch nicht, dass das Eisen zu knapp unter der Oberfläche im Beton verarbeitet worden war. Mit der Zeit rostete es. Abgesprengte Betonteile beschädigten das Dach. Dieser Konstruktionsfehler der damaligen Zeit im Turm der Kirche ist die Hauptursache für alle sich daraus entwickelnden Schäden, war von Peter Kasper zu erfahren. Ende der 1960er- und Anfang der 1970er-Jahre drang Wasser durch das defekte Dach ein. Die eindringende Feuchtigkeit beschädigte die Orgelelemente, bis das Instrument nicht mehr bespielbar war.

Restaurierung dauert über ein Jahr

Seit dem Jahr 2000 liefen dann Bemühungen, die marode Bausubstanz der Kirche wieder in Ordnung zu bringen. Das war die Voraussetzung, um sich auch der Orgel zu widmen. 2016 begann die Suche nach einer Firma, die in der Lage ist, die nötigen Reparaturen an der Eule-Orgel durchzuführen. Die Firma Ekkehart Groß aus Waditz bei Hochkirch übernahm schließlich die Restaurierung, die im Sommer 2019 begann und bis September 2020 dauerte.

„Nach einigen Restarbeiten und letzten Feinabstimmungen sind wir nun in der glücklichen Lage, das erste Konzert auf der instandgesetzten Orgel zu spielen“, erklärte Peter Kasper sichtlich stolz.

Diese umfangreiche Restaurierung war nur möglich durch die Unterstützung des Kirchenkreises Senftenberg und Spremberg, dem Lauta lange angehörte (siehe Artikel Seite 18). Er beteiligte sich zur Hälfte an den Kosten, die sich insgesamt auf immerhin 20.000 Euro belaufen. Die restlichen 10.000 Euro wurden aus dem Eigenanteil und durch Spenden aufgebracht.

„Während der rund 400 geleisteten Arbeitsstunden zeigte sich, dass die größte Herausforderung die Beseitigung der starken Verschmutzung der Orgel war“, ließ Ekkehart Groß von der gleichnamigen Firma wissen. Die Lautaer Eule-Orgel verfügt über 1.242 Pfeifen. „Alle mussten gründlichst gereinigt werden, eine Handvoll an Pfeifen mussten neu angefertigt werden.“

Für das Konzert zur Wiedereinweihung der Orgel wurde Mario Merz gewonnen. Geboren 1984, erhielt er schon mit fünf Jahren den ersten Klavierunterricht bei seinem Vater. 1997 bis 1999 bekam Mario Merz den ersten Orgelunterricht bei KMD Christfried Baumann. Später absolvierte er ein C-Fernkursstudium an der Hochschule für Kirchenmusik der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsen in Dresden. Gegenwärtig ist er nebenberuflich Kirchenmusiker der Kirchengemeinde Bischheim. Im Konzert brachte er den zahlreichen Zuhörern Werke von Dietrich Buxtehude, Johann Gottfried Walther, Christoph Wolfgang Druckenmüller, Felix Mendelssohn-Bartholdy, Gustav Merkel, Johann Sebastian Bach und Christian Gottlob August Bergt zu Gehör. „Die Orgel spielt wunderbar“, so die Einschätzung des Künstlers.

Die sanierte Orgel wird künftig bei allen Gottesdiensten und bei den Weihnachtsveranstaltungen bespielt. Es konnten drei Orgelspieler dafür gewonnen werden. In zwei Jahren wird zudem ein Jubiläum zu feiern sein, denn 2022 wird die Lautaer Eule-Orgel 50 Jahre als. Das Instrument wurde 1972, also im 100. Jahr des Bestehens der Werkstatt Herman Eule, unter der Regie von Hans Eule gebaut.

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