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„Werden Sie zum Mitgestalter Ihrer Stadt!“

Hoyerswerdas Rathaus ruft zum Einreichen von Vorschlägen für den Bürgerhaushalt 2021 auf – noch bis Freitag.

Über Hoyerswerdas Bürgerhaushalt 2021 soll – so zumindest ein Vorschlag – die Metallrose am Rosarium aufgearbeitet werden.
Über Hoyerswerdas Bürgerhaushalt 2021 soll – so zumindest ein Vorschlag – die Metallrose am Rosarium aufgearbeitet werden. © Foto: Mirko Kolodziej

Hoyerswerda. Ob es die Rose dieses Mal auf einen aussichtsreichen Platz schafft? Bei der Premiere des Hoyerswerdaer Bürgerhaushaltes im vorigen Jahr hieß ein Vorschlag „Restaurierung der eisernen Rose, Rosarium“. Als der Hebezeugschlosser Alfred Wricke sie 1976 für den WK VI anfertigte, hatte sie unter anderem noch 15 Blätter an ihrem Stengel. 

Mittlerweile sind bloß noch drei davon übrig. Der Vorschlag bekam 79 Stimmen – Platz 14. Das für die Kernstadt zur Verfügung stehende Geld reichte jedoch lediglich bis Platz sieben. Nun taucht die Metall-Blume wiederum auf.

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Für den Bürgerhaushalt 2021 lautet ein Ansinnen: „Restaurierung der durch Witterungseinflüsse geschädigten Rose des Rosariums im WK VI“. Seit Mitte Oktober und noch bis zum Freitag dieser Woche können alle Hoyerswerdaerinnen und Hoyerswerdaer ab 16 Jahren Ideen einreichen, wie das für kommendes Jahr veranschlagte Budget verwendet werden soll. Das Motto des Rathauses dazu: „Werden Sie zum Mitgestalter Ihrer Stadt, Ihres Ortsteils, Ihres Wohnumfeldes!“ Und erstmals kann man via Internet noch während der Vorschlagsphase mitverfolgen, was sich die Mitbürger so wünschen. Bis gestern standen in der Liste mehr als 30 Vorschläge für die sogenannte Kernstadt, elf für Zeißig, vier für Dörgenhausen, zwei für Schwarzkollm und einer für Bröthen/Michalken.

Abarbeitung diesjähriger Vorhaben

Da finden sich zum Beispiel die professionelle Aufarbeitung des einstigen Leierkastens von Hoyerswerdas Drehorgelmann Werner Gertler (1927-2009), die Aufwertung des Bolzplatzes gegenüber der Grundschule „An der Elster“ im WK II oder die Anschaffung zweier neuer Sitzbänke für den Außenbereich an der Dörgenhausener Bockwindmühle. In Zeißig hätte gern jemand so eine große Weihnachtspyramide, wie es sie beispielsweise schon in Bröthen/Michalken gibt. Dort wiederum ist so ein Unterstand für das Aufstellen historischer Landtechnik erwünscht, wie die Kühnichter ihn über den Bürgerhaushalt 2019 finanziert bekommen haben. Und es taucht auch wieder ein allseits bekanntes Dauerthema auf: kaputte Geh- und Radwege.

Unterdessen arbeitet die Stadtverwaltung Schritt für Schritt die Vorhaben ab, die bei der Abstimmung zum diesjährigen Bürgerhaushalt genügend Stimmen erhalten haben. Erledigt sind – auch das ist im Internet abzurufen – vier Dinge: Das neue Spiel- und Klettergerüst am Bürgerzentrum steht. Die zwei Giebelfenster des vom Kulturbund genutzten Denkmalhauses in der Langen Straße sind erneuert. Das „Haus der Begegnungen“ hat jetzt seine Metall-Rampen bekommen, sodass die Tafel auch von Menschen erreicht werden kann, die nicht so gut zu Fuß sind. Und die Stromsäule im Zeißiger Kinderbaumpark ist angeschlossen. Noch in Arbeit sind beispielsweise die beiden neuen Spielplätze für Klein Neida und für Kühnicht oder die Vorbereitung einer Fläche an der Bürgerwiese im Stadtzentrum, die zum Schlittschuhlaufen taugt.

Steuergruppe trifft sich

So, wie schon vergangenes und dieses Jahr sollen auch für den Bürgerhaushalt 2021 wiederum 70.000 Euro zur Verfügung stehen; aufgeteilt zwischen der sogenannten Kernstadt (Altstadt, Neustadt, Groß Neida, Kühnicht) und den Ortsteilen. Im Topf sind also einerseits 50.000 Euro sowie für Bröthen/Michalken, Knappenrode, Dörgenhausen, Schwarzkollm und Zeißig jeweils 4.000 Euro. Obwohl das Rathaus darauf hinweist, dass die Voraussetzung das Vorliegen eines rechtskräftigen Stadtrats-Haushaltes für 2021 und 2022 ist, gab es doch – nicht zuletzt während des Oberbürgermeister-Wahlkampfes – quer durch die Stadtpolitik klare Bekenntnisse zur Weiterführung der Bürgerhaushalte.

Und so läuft nun die Vorschlagsphase ein bisschen im Vertrauen auf diese kommunalpolitischen Aussagen. Nachdem sie am Freitag zu Ende ist, wird die verantwortliche Steuergruppe wieder prüfen, ob die Ideen den festgelegten Kriterien entsprechen, also zum Beispiel der Allgemeinheit zugutekommen. Die Stadtverwaltung erhält danach Zeit, sich Gedanken zur Umsetzbarkeit zu machen. Dabei geht es unter anderem um rechtliche Zulässigkeit oder auch um die Regel, dass in der Kernstadt für ein Einzelvorhaben nicht mehr als 15.000 Euro ausgegeben werden dürfen.

Endabstimmung im April

Im Zweifel soll es auch Rückfragen zu Details bei den Einreichern geben. Denn die ersten beiden Bürgerhaushalte haben gelehrt, dass es für die finale Abstimmung möglichst präziser Formulierungen bedarf. So hätte sich zum Beispiel womöglich von vornherein der inzwischen beigelegte Streit über das exakte Areal für den neuen Kühnichter Spielplatz vermeiden lassen. Und auch die Standort-Suche für den Spielplatz in Klein Neida war alles andere als einfach. Die Zeitplanung für den Bürgerhaushalt 2021 sieht jedenfalls vor, dass die Steuergruppe und der Stadtrat die endgültige Vorschlagsliste im Februar beziehungsweise im März absegnen sollen. Ab April hat den Planungen zufolge wieder die Bürgerschaft das letzte Wort. Per Stimmzettel werden dann die Favoriten festgelegt.

Vorschlagsformulare ...

... gibt es unter anderem in den beiden Rathäusern sowie in der Brigitte-Reimann-Stadtbibliothek 

... kann man auch von der städtischen Internetseite herunterladen

... sind per Post oder per E-Mail abzugeben – bei der Stadt beziehungsweise bei den Ortsteilverwaltungen

www.hoyerswerda.de > Stadtleben

Rampen aus Metall sollen im „Haus der Begegnungen“ Menschen mit Gehbehinderungen den Zugang zur Tafel sichern. In der Abstimmung zum diesjährigen Bürgerhaushalt gab es dafür 179 Stimmen.
Rampen aus Metall sollen im „Haus der Begegnungen“ Menschen mit Gehbehinderungen den Zugang zur Tafel sichern. In der Abstimmung zum diesjährigen Bürgerhaushalt gab es dafür 179 Stimmen. © Foto: Stadtverwaltung HY

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