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Wieder ein Adler weniger, allerdings einer aus Holz

Die Freiwillige Feuerwehr Sabrodt veranstaltete ihr traditionelles Vogelschießen.

Angela Girke (v. l.), Elke Schötz und der da noch amtierende Sabrodter Schützenkönig Wolfhard Girke hielten den Siegerkranz für den neuen Schützenkönig bereit.
Angela Girke (v. l.), Elke Schötz und der da noch amtierende Sabrodter Schützenkönig Wolfhard Girke hielten den Siegerkranz für den neuen Schützenkönig bereit. © Foto: Jost Schmidtchen

Von Jost Schmidtchen

Sabrodt. Sichtlich leicht nervös waren Wolfhard Girke und seine Ehefrau Angela am Samstag zur Mittagsstunde. Der Grund: Kamerad Girke war der letzte Schützenkönig der Sabrodter Feuerwehr, das war im Jahr 2019. Letztes Jahr fiel das Schützenfest aus. Traditionell wurde er von der Schalmeienkapelle und den anderen Kameraden zu Hause abgeholt. Zuvor marschierte die Kapelle durch das Dorf.

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Auf dem Hof wurde zur Begrüßung musiziert, danach gab es ein Buffet mit Kuchen und belegten Brötchen. Zudem präsentierte der amtierende Schützenkönig den Ehrenkranz für seinen Nachfolger. Die Ranke hatte die Floristin Elke Schötz gewickelt und mit Blumen geschmückt. Sie wohnt ebenfalls in Sabrodt. Mit Musik, Ehrenkranz und Armbrust ging es gegen 14 Uhr zum Sportplatz. So will es die Sabrodter Tradition seit über 120 Jahren. Das Vogelschießen hatte im Dorf seine Ursprünge, als 1902 aus dem 1878 gegründeten Kriegerverein die freiwillige Feuerwehr hervorging. Bis heute ist das Vogelschießen fester Bestandteil der jährlichen Feuerwehrfeste. Geschossen wurde immer mit der Armbrust, die jetzige ist bereits über 60 Jahre alt. Gebaut wurde der Vogel stets in Sabrodt, als Vorlage diente der deutsche Adler – auch zu DDR-Zeiten. Wo der Begriff „Vogelschießen“ herstammt, weiß in Sabrodt keiner. Vermutlich ist es die Lausitzer Volkstümlichkeit, die dahintersteckt.August Pink von der Alters- und Ehrenabteilung kennt die Erbauer der Vögel von Kindheit an. Es ist die Familienlinie Metaschk, Stellmacher- und Zimmerermeister. Jetzt baut Ingo Thiele die Vögel, Sohn Denny bemalt sie. Er ist ein Metaschk-Enkel. 50 Schützen traten diesmal zum Wettkampf an. Neuer Schützenkönig ist Dieter Kummer. Der Siegerschuss wurde Punkt 18 Uhr abgegeben. Das schöne Wetter lockte viele Sabrodter auf den Sportplatz.

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