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Wittichenauer zum Diakon geweiht

Der 31-jährige Markus Winzer bereitet sich nun auf seine Priesterweihe vor.

In einem feierlichen Gottesdienst wurde am Sonnabend der Wittichenauer Markus Winzer von Bischof Wolfgang Ipolt zum Diakon geweiht.
In einem feierlichen Gottesdienst wurde am Sonnabend der Wittichenauer Markus Winzer von Bischof Wolfgang Ipolt zum Diakon geweiht. © Foto: Martin Kliemank

Von Martin Kliemank

Wittichenau. Bischof Wolfgang Ipolt hat am Sonnabend den Wittichenauer Markus Winzer zum Diakon geweiht. In einem feierlichen Gottesdienst in der Wittichenauer Pfarrkirche legte der Bischof dem 31-Jährigen die Hände auf und nahm ihn nach dem Weihegebet in das Amt auf. „Ich bin glücklich, dass ich das jetzt erleben durfte, und bin froh, dass ich jetzt geweiht bin“, sagte Markus Winzer nach dem Gottesdienst.

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Winzers Weihe war eigentlich schon für Anfang Mai geplant, ist wegen der Corona-Pandemie aber auf September verschoben worden. Den Weihekandidaten störte das wenig: „Man sagt ja: ‚Vorfreude ist die schönste Freude.‘ Ich hatte jetzt einfach länger was von der Vorfreude“, sagt Markus Winzer lachend.

Die Weihezeremonie am Sonnabend musste dann aber mit einigen Einschränkungen stattfinden. So konnten wegen der Abstandsregeln nicht alle Gäste in die Kirche. Einige verfolgten den Gottesdienst auf Bildschirmen in einem Zelt am Kirchplatz oder die Liveübertragung im Internet.

Bischof Ipolt sprach in seiner Predigt vom Lebensstil eines Diakons. Der solle durch eine „Haltung des Dienens“ bestimmt sein, denn nichts anderes bedeute das Wort „Diakon“. Diese Haltung solle zu einem „bleibenden Markenzeichen“ seines Lebens werden, gab der Bischof dem Weihekandidaten mit auf den Weg. „Dienen – das bedeutet, den Blick für die Kleinen und Schwachen, für die Armen und Zurückgesetzten behalten und in ihrer Nähe bleiben und Zeichen der Solidarität zu schenken“, sagte Ipolt. Der Diakon müsse bereit sein, „sich die Hände schmutzig zu machen“.

Nach der eigentlichen Weihezeremonie durfte Winzer dann zum ersten Mal in einem Gottesdienst assistieren. Sein ganzes Leben habe er die Messe bislang nur mitgefeiert. „Da jetzt als Akteur dabei zu sein, das erfüllt mit Zufriedenheit“, erklärt Markus Winzer. Er habe sich danach gesehnt.

Der Wittichenauer hatte nach dem Abitur in Hoyerswerda zunächst an Sachsens Verwaltungshochschule in Meißen studiert und zwei Jahre im hiesigen Landratsamt gearbeitet. Später begann er ein Lehramtsstudium in Dresden. Doch nach zwei Semestern gab er dieses Studium auf. „Was ich gemacht habe, war immer nicht genug. Es war immer zu wenig. Ich hatte die Sehnsucht nach mehr, irgendwie auch was Sinnstiftendes zu machen, meinem Leben eine Bestimmung zu geben oder vielleicht besser noch: Diese Bestimmung zu entdecken“, sagt Markus Winzer.

Darum studierte er Theologie im Priesterseminar in Frankfurt am Main und bereitete sich in Ausbildungseinheiten in Erfurt auf eine Weihe zum Diakon vor. Zuletzt absolvierte er ein Praktikum in der Pfarrei „Zum guten Hirten“ in Cottbus. Dabei habe er immer wieder guten Zuspruch aus der Kirchengemeinde erfahren. „Die Leute wünschten mir, dass der Berufungsweg, den ich eingeschlagen habe, zum Erfolg führt“, berichtet Winzer. Dass die Gläubigen für ihn beteten, habe ihn bestärkt. „Diakon wird man ja nicht, um etwas für sich zu machen, sondern man ist für die Leute da. Und wenn man dabei die Unterstützung der Leute merkt, dann ist das etwas Vollkommenes.“ Winzer sagt, das mache ihn ehrfürchtig und dankbar.

Der frisch geweihte Diakon wird weiterhin in Cottbus eingesetzt. Dort zählen der Religionsunterricht, die Firmvorbereitung, Besuche bei Alten und Kranken und die Mitgestaltung von Gottesdiensten zu seinen Aufgaben. Dazwischen bereitet sich Markus Winzer in Fulda und Erfurt auf seine Priesterweihe vor. Die soll zu Pfingsten im nächsten Jahr folgen.Ob der 31-Jährige in seinem neuen Amt seine Bestimmung gefunden hat, kann er noch nicht sagen. Diese Bestimmung zu finden, sei „sicher ein Prozess, der das ganze Leben fortdauert“, sagt der Wittichenauer. Ihm sei wichtig, bei dem, was er tue, Freude zu verspüren. „Und die habe ich“, sagt Diakon Winzer.

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