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Wo sich Antonow, Iljuschin und Tupolew treffen

Plastmodellbauer finden Anregungen in Hoyerswerda – Börse erwies sich einmal mehr als Fundgrube.

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Thomas Zajak zeigt einige seiner bei der Hoyerswerdaer Plastmodellbaubörse erworbenen Schätze. Besonders haben es ihm historische Flugzeuge sowjetischer Bauart angetan – als Sätze aus DDR-Produktion.
Thomas Zajak zeigt einige seiner bei der Hoyerswerdaer Plastmodellbaubörse erworbenen Schätze. Besonders haben es ihm historische Flugzeuge sowjetischer Bauart angetan – als Sätze aus DDR-Produktion. © Foto: Katrin Demczenko

Von Katrin Demczenko

Hoyerswerda. Ostsachsens Plastmodellbauszene beginnt nach dem Stillstand wegen der Corona-Pandemie wieder mit Veranstaltungen – so auch der Modellbauclub (MBC) Hoyerswerda. Zu seiner Modellbaubörse auf dem Hof der Wohnungsgenossenschaft LebensRäume in der Käthe-Niederkirchner-Straße 30 hatten sich vor Wochenfrist Bastler aus Hoyerswerda und dem Umland eingestellt, die sich für Plastmodellbausätze verschiedenster Firmen interessieren.

Der Club, so erklärt Vereinsmitglied Hubert Lehmann, übernimmt „unangefasste“ Bausätze von Menschen, die ihr Hobby nicht mehr ausüben, und gibt sie an andere weiter, die dann die Teile zum fertigen Modell zusammenfügen.

Thomas Zajak hat die Schätze als Erster in Augenschein genommen. Er sucht vor allem Flugmodelle aus DDR-Zeiten und nutzt jede Möglichkeit, diese Bausätze von der Firma Plasticart im Originalkarton zu erwerben. Sie zusammenzubauen, ist sein Hobby an langen Winterabenden und das schon seit der Schulzeit, erzählt der 52-Jährige. Damals hatte er Kontakt zu sowjetischen Soldaten, die auf dem Truppenübungsplatz Königsbrück stationiert waren, und bis heute liebt der Bernsdorfer Flugmodelle aus diesem Land. Außerdem gehört er zum Geschichtsverein Truppenübungsplatz Königsbrück. Thomas Zajak freut sich, auf der Modellbaubörse das Passagierflugzeug Iljuschin Il 18, den Kurzstrecken-Passagier- und Frachtflieger Antonow AN 24, den Linter Tupolew TU 134 und das tschechische zweimotorige Mehrzweckflugzeug Turbolet L-410 entdeckt zu haben, und erzählt, was ihn mit den Originalen verbindet: „Die Turbolet L-410 war zu DDR-Zeiten am Flugplatz Kamenz stationiert, und mit dem sowjetischen Lastenhubschrauber MI 8 hab’ ich nach der Wende mal einen Rundflug gemacht.“ Ein Modell des MI 8 zum Zusammenbauen konnte er hier leider nicht finden, aber auf anderen Modellbaubörsen in der Region weitersuchen lohnt sich immer.

„Plastmodellbau ist auch ein Hobby für Schüler“, sagt der stellvertretende MBC-Vorsitzende Gerald Werner. Jeden Montag 17 Uhr (außer in den Ferien) trifft sich im Vereinsdomizil auf dem Hof der LebensRäume in der Käthe-Niederkirchner-Straße 30 unter Anleitung erfahrener Modellbauer eine Arbeitsgemeinschaft. Die jungen Teilnehmer arbeiten dabei strukturiert nach einer Bauanleitung und müssen jedes Detail beachten. Sie schulen ihr Vorstellungsvermögen – und lernen Geduld, denn umfangreichere Modelle dauern etwas länger, erklärt Gerald Werner. Der MBC möchte vom 12. bis 14. November an der 8. Lausitzmodellbau-Ausstellung in der Niederlausitzhalle Senftenberg teilnehmen und hofft, sich auch vom 9. bis 12. Dezember im Rahmen der Ausstellung des Modellbahnclubs Hoyerswerda im Sparkassensaal präsentieren zu können.