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Zwei neue Weide-Tore für den Erlebnispfad

Die offene Jugendwerkstatt der Diakonie St. Martin hat wieder auf dem Areal der Krabatmühle Schwarzkollm gewirkt.

Die Teilnehmer der offenen Jugendwerkstatt können stolz auf ihre Arbeit sein: Diese zwei Weide-Tore komplettieren den Erlebnispfad an der Krabatmühle.
Die Teilnehmer der offenen Jugendwerkstatt können stolz auf ihre Arbeit sein: Diese zwei Weide-Tore komplettieren den Erlebnispfad an der Krabatmühle. © Foto: Silke Richter

Von Silke Richter

Schwarzkollm. Heftiger Regen peitscht gegen die kleinen Holzfenster der Bauernstube. Der Morgen präsentiert sich Grau in Grau. Die Himmelsschleusen, so will es der Wetterbericht, werden sich auch so bald nicht schließen. Dennoch trotzen Jugendliche diesem Schmuddelwetter, bei dem man eigentlich sprichwörtlich keinen Hund vor die Tür jagt. 

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Paul, Andreas, Janine und Mahamed gehören zu jener Gruppe, die an diesem Montagvormittag auf dem Erlebnispfad der Schwarzkollmer Krabatmühle nach dem Rechten schauen wollen. Sie haben es versprochen.

Eine traurige Entdeckung

„Patsch, patsch ...“ Auf dem Weg zu „ihrem“ Klangspiel geht es an diesem Herbsttag mit Werkzeugkoffer und Handwerkszeug durch viele Pfützen. Seit Sommer dieses Jahres steht das Instrument auf dem Erlebnispfad, das bislang schon zahlreiche Besucher begeisterte. Das selbst gebaute Unikat hat das Funktionsprinzip eines Xylophons und ist eine Projektarbeit der Jugendlichen, die unter fachlicher Anleitung von Tischlermeister Volkmar Graupner und Praxisanleiter Markus Graupner in der offenen Jugendwerkstatt im Hoyerswerdaer Haus Bethesda in Trägerschaft der Diakonie St. Martin entstanden ist.

Leider macht blinde Zerstörungswut nicht einmal vor solchem liebevoll gestaltetem Zubehör der Krabatmühle Halt: Mussten doch die Jugendlichen feststellen, dass dem Musikinstrument ein Windsegel fehlt, Abstandshalter herausgerissen worden und weitere Teile fehlen. In ihren Gesichtern spiegeln sich Unverständnis und Enttäuschung wider. Die sinnlose Zerstörungswut macht sie traurig und deprimiert. Am Vormittag ist das Kunstwerk wieder intakt, verbunden mit der Hoffnung, dass eine solche Beschädigung nicht wieder passiert.

Durchgängig begehbar

Im Anschluss der Aktion gibt es eine weitere neue Attraktivität zu bestaunen: Die Jugendlichen haben mit fachlicher Hilfe bereits das nächste Projekt in die Tat umgesetzt. So sind seit ein paar Tagen zwei Weide-Tore aus Robinienholz mit fluoreszierenden Elementen gebaut worden, die den Erlebnispfad für Besucher durchgängig begehbar machen. Nun wird der Rundweg seinem Namen gerecht. Bislang mussten Gäste den gesamten Weg „spiegelgleich“ zurücklaufen, um wieder zur Mühle gelangen zu können. Das ist jetzt Geschichte.

Preußler-Zitate ertönen

Zudem hat die neue Attraktion einen Spezial-Effekt, der in privater Initiative von Tontechniker Torsten Hauser umgesetzt wurde: Mittels eines Bewegungsmelders wird ein sogenanntes Soundhouse aktiviert. Die solargespeiste Anlage lässt per Zufallsgenerator verschiedene Zitate aus Otfried Preußlers Krabat-Roman hören.

Die Werkstattteilnehmer möchten mit ihren Projektarbeiten einen Beitrag zur Gestaltung des Mühlenpfades leisten, der bis vor einiger Zeit „wenig Erlebnis, aber viel Pfad“ offenbarte, wie es Doreen Zschiesche von der Projektleitung beschreibt. Auch zukünftig werden sich die Jugendlichen um die weitere Gestaltung und anfallende Reparaturmaßnahmen auf dem Erlebnispfad kümmern. Mühlenchef Tobias Zschieschick und sein Team freuen sich sehr über die Kooperation mit den Jugendlichen.

Auch Hinweisschilder hergestellt

Die offene Jugendwerkstatt gibt es bereits seit neun Jahren und ist ein durch das Jobcenter und das Jugendamt des Landkreises Bautzen finanziertes Projekt, das sich an junge Menschen im Alter von 15 bis 25 Jahren aus dem Altkreis Hoyerswerda und Kamenz richtet. Hauptziel des Projekts ist die Aktivierung und berufliche Eingliederung der Teilnehmer.

Die Jugendlichen hatten in der Vergangenheit auch schon neue Hinweisschilder für den Erlebnispfad der Krabatmühle hergestellt. Wie Doreen Zschiesche erfreut feststellen kann, erweist sich der Erlebnishof hierbei als sinnvolles und motivierendes Bindeglied zu den Jugendlichen: „Es ist sehr erstaunlich. Durch dieses Projekt haben wir alle Jugendlichen von Beginn an begeistern und auch mitnehmen können. Je sichtbarer die geschaffene Arbeit wurde, umso mehr wuchs die Motivation der Teilnehmer. Das macht echt Spaß.“

Andreas berichtet zudem begeistert, dass die Teilnehmer als Team noch intensiver zusammengewachsen sind. Bleibt zu hoffen, dass die aufwendigen, mit viel Liebe zum Detail gestalteten Arbeiten respektvoll von den Besuchern behandelt werden.

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