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Hoyerswerda

Wie Marduk versuchte, sich der Lausitz zu bemächtigen

Jürgen Tiedes neue Sagenwelt „Goldrausch“ entführt in die frühe Lausitzer Geschichte.

Jürgen Tiede zeigt sein neuestes Buch: „Goldrausch“.
Jürgen Tiede zeigt sein neuestes Buch: „Goldrausch“. © Foto: Katrin Demczenko

Von Katrin Demczenko

Hoyerswerda. Alte Lausitzer Sagen und historische Ereignisse verbindet der Hoyerswerdaer Autor Jürgen Tiede in seinem neuen Buch zu einer spannenden Geschichte, über die sich das Nachdenken lohnt.

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Fast scheint es unmöglich, riesige Abschnitte vorchristlicher Weltgeschichte in kurzer Form zu erzählen. Doch dass es geht, beweisen die fast vergessenen Sagen slawischer Gemeinschaften, über denen sich zwischen Schwarzer Elster und Oder Swantewits Götterhimmel auftut. Swantewit soll als Schwan über die spätere Lausitz geflogen sein, um das damals menschenleere Land für die Besiedlung durch die Slawen vorzubereiten. Die Götter Elohim und Marduk haben dieses friedliche, arbeitsame Volk vom Himmel beobachtet. Marduk sagt seinem Vater Elohim immer wieder, denen da unten gehe es doch besser. Irgendwann verliert dieser die Geduld und schleudert den Sohn auf die Erde.

Elohim greift ein

Nun braucht Marduk ein eigenes Volk, das ihm huldigt – aber das sind nicht die Slawen, erklärt Jürgen Tiede. Es gelingt Marduk, einige Menschen aus dem mit einer Mauer umschlossenen himmlischen Paradies seines Vaters unter falschen Versprechungen „abzuwerben“. Auf der Erde erkennen diese den Betrug schnell, können aber nicht mehr zurück. Marduk überredet sie zu einem Beutezug gegen die aus ihrer Sicht unzivilisiert und mit einer vielfältigen Götterwelt lebenden Slawen in der Lausitz, aus denen sich später die Wenden und Sorben entwickeln. Nach dem Krieg werde sein Volk ganz ohne tägliche Arbeit gut leben, verspricht Marduk. Aber Elohim greift in den Feldzug ein; lässt ein großes Lichtkreuz am Himmel erscheinen; sein Zeichen: Wer ihm nicht huldigt; nicht den Glauben an den einen christlichen Gott annimmt, stirbt durch Feuer und Schwert. Die Slawen und auch Marduk ordnen sich in der Lausitz diesem Diktat unter, weil sie überleben wollen. Elohims Sohn ist heute wohl immer noch da und treibt als Teufel sein Unwesen. Die Slawen haben mit dieser Entscheidung ihre bisherige Lebensweise komplett verloren und waren lange in Knechtschaft, erklärt Jürgen Tiede.

Um diese Sagengeschichte zu schreiben, hat er viel recherchiert und dabei Jurij Brězan, Werner Meschkank und auch den Dichter Johann Gottfried Herder gelesen. Dieser hat 1784 in seinen „Ideen zur Philosophie der Geschichte der Menschheit“ die Slawen/Wenden erstmals als Volk beschrieben, das den Nachgeborenen den Geist des Humanismus vermittelt. Das Buch „Goldrausch – wie selbst in der Lausitz der Teufel zu Kreuze kroch“ wird bei jedem Leser eigene Assoziationen zum Zusammenleben der Menschen hervorrufen, sagt der Autor. Er verweist auch auf die 80 von ihm gezeichneten, farbenprächtigen Illustrationen, die die Geschichte lebendig machen und atmen lassen.

Wer das Buch erwerben möchte, kann Jürgen Tiede unter 03571 6054305 erreichen.

Alles Weitere zum Erwerb von „Goldrausch“ kann dann direkt mit dem Autor vereinbart werden.

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