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Zeitumstellung mithilfe GPS

Die sogenannte Robotron-Uhr in Hoyerswerda hat dieses Jahr einen runden Geburtstag – sie ist genau 40 Jahre alt.

Über die Jahre wurde die Uhr zu einem Markenzeichen.
Über die Jahre wurde die Uhr zu einem Markenzeichen. © Foto: Mirko Kolodziej

Hoyerswerda. „Ende der Sommerzeit“ stand vergangenen Sonntag im Kalender – der Tag mit 25 Stunden. Um drei Uhr ist es amtlich plötzlich wieder zwei Uhr geworden. Vielfach reagieren die Zeitmesser automatisch beziehungsweise per Fernsteuerung. Doch so war das nicht immer, zeigt das Beispiel einer Hoyerswerdaer Uhr, die dieses Jahr ihren 40. Geburtstag hat. Sie ist damit so alt wie die DDR am Ende ihres Lebens.

1980 schenkte der Volkseigene Betrieb Robotron Elektronik Hoyerswerda der Stadt den acht Meter hohen Hingucker am damaligen Centrum-Warenhaus. Das heißt: Die Technik kam vom örtlichen Ableger des DDR-Elektronik-Kombinates. Der zugehörige Edelstahlkörper ist Metallgestalter Peter Bathke von der Künstlerischen Produktionsgenossenschaft „neue form“ in Seidewinkel zu verdanken. Beide Unternehmen haben inzwischen – wie man so sagt – das Zeitliche gesegnet. An der Uhr gab es freilich immer wieder mal Veränderungen, zum Beispiel bezüglich der Steuerung sowie des Wechsels zwischen Sommer- und Winterzeit. „Bis circa vor fünf Jahren musste die Umstellung vor Ort vorgenommen werden. Jetzt ist ein GPS-Empfänger installiert, der die Zeit vorgibt und damit auch Umstellungskorrekturen vornimmt“, sagt Michael Mandrossa von den Städtischen Wirtschaftsbetrieben.

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Ein Haus einzurichten oder den Umzug in eine neue Wohnung zu organisieren, treibt so manchem Zeitgenossen die Schweißperlen auf die Stirn.

Der SWH beziehungsweise zwei ihrer Tochterunternehmen ist es zu verdanken, dass man im Kreuzungsbereich Bautzener Allee / Albert-Einstein-Straße die Zeit und auch die aktuelle Temperatur ablesen kann. Denn für eine gewisse Phase sah es so aus, als würde die Robotron-Uhr deutlich zu früh den Weg alles Irdischen gehen.

Ursprünglich zeigte sie die Zeit mithilfe von 1.305 Glühbirnen an. Die Stromrechnung summierte sich Anfang der 1990er für die Stadt auf monatlich stolze tausend Euro. Dazu kamen Wartungskosten. 1995 wurde die Uhr von der Stadt also aus wirtschaftlichen Gründen außer Betrieb genommen. Und so blieb sie dann auch über mehrere Jahre mehr oder weniger auf die Funktion einer Art Skulptur beschränkt.

Ende 2001 nahmen sich die SWH (damals noch Stadtwerke), die Verkehrsgesellschaft (damals Schwarze Elster) und die Versorgungsbetriebe der Sache an: Die Technik wurde erneuert. Die Glühbirnen in den drei Anzeigeflächen etwa tauschte man gegen Magnetklappen. Es brauchte auch einen neuen Stromanschluss. Denn bis 1995 kam die Elektroenergie aus dem Hochhaus Bautzener Allee 32. Dieses allerdings war zum Jahreswechsel 2000/2001 abgerissen worden. Heute befindet sich an seiner Stelle der Skulpturen-Park.

Reichlich 60.000 Mark kostete die Runderneuerung vor 19 Jahren – und so gibt es seither auch wieder zweimal im Jahr Zeitumstellungen. „Wir gehen davon aus, dass es am Sonntag wieder reibungslos funktioniert“, sagte Michael Mandrossa zuvor.

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