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Hufewiesen-Pläne stoßen auf Ablehnung

Die Eigentümerin will das Areal nun endgültig bebauen. Nur ein schmaler Korridor soll Grünland bleiben. Doch wer will das?

© Steffen Füssel

Von Kathrin Kupka-Hahn

Im Dresdner Norden wird heftig diskutiert. Vor zwei Tagen wurde das neue Konzept für die Hufewiesen in Trachau vorgestellt (die SZ berichtete). Demnach soll ein Großteil des rund 13 Hektar großen Grünlandes mit Ein- und Mehrfamilienhäusern bebaut werden. Pläne, die die Eigentümerin, die Münchner Baugesellschaft (MBG) Trachau, eigentlich schon seit zwei Jahrzehnten verfolgt. Bisher jedoch ohne Erfolg. Denn für die Grünfläche im Karree zwischen Leipziger Straße, Alttrachau und Industriestraße besteht kein Baurecht.

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Die Vorsitzende des Vereins Hufewiesen Trachau, Anja Osiander, kann ihre Enttäuschung über die neuen Pläne kaum verbergen. „Das Konzept ignoriert die planungsrechtlichen Einschränkungen für die Hufewiesen“, sagt sie. Wegen des Fluglärms bestünde in dem Gebiet eine Siedlungsbeschränkung. Das heißt, es dürfen keine Wohnungen errichtet werden.

Auch in Sachen Hochwasserschutzgebiet sei noch keine Entscheidung gefallen. Die Überprüfung der Überflutungsgebiete, zu denen die Hufewiesen zählen, dauert noch an. Kritisch sieht Osiander auch , wie wenig Grünfläche erhalten bleiben soll. Der grüne Korridor in der Mitte der Wiesen dürfe sowieso nicht bebaut werden, sagt sie. Denn laut sächsischem Waldgesetz stehe dort ein geschützter Wald, der erhalten werden muss. „Wir werden im Verein bei einem Plenum am 17. Juli über die neuen Pläne der MBG beraten“, so Osiander.

Der Verein wird jetzt erst recht weiter an seinem Konzept für einen Bürgerpark arbeiten. „Es ist attraktiv genug, um so viel Geld zu sammeln, dass wir den Eigentümer auszahlen und die Hufewiesen retten können“, sagt die Vorsitzende. Schon seit Jahren kämpfen die Anwohner darum. Dafür hatten sie sich zu einer Bürgerinitiative zusammengeschlossen, aus der 2012 der Hufewiesenverein hervorging. Als im August 2012 die Grünfläche von der MBG Trachau abgesperrt worden war, gab es viele Auseinandersetzungen. In den vergangenen Monaten standen die Zeichen auf Annäherung zwischen MBG Trachau und Hufewiesenverein. Doch das neue Konzept, welches die Unternehmensberater der Thomson Group aus Hamburg erstellt haben, stört das entstandene Vertrauen erheblich.

Auch bei den SZ-Lesern wird nun im Internet heftig diskutiert.

Die Leserreaktionen: Von Rendite bis hin zu Hochwasserrisiko

Elbgeist: „Da kauft sich jemand ein Stück Wiese, das nicht als Bauland ausgewiesen ist, und beackert dann die Planungsbehörden so lange, bis er seinen großen Reibach machen kann – er ist schließlich „Investor“. Was in Dresden abgeht, übertrifft alles, was man sich an Mauschelei vorstellen kann.“

Mike: „Ich bin dafür, dass die Stadt das Grundstück kauft und sicherstellt, dass es als Naherholungsfläche genutzt werden kann.“

Thomas: „Wie jetzt? Alle mit etwas mehr Weitblick sind sich einig, dass die Städte der Zukunft mehr Grünflächen brauchen. Und Dresden versiegelt die letzten zusammenhängenden größeren Grünflachen? Was ist als Nächstes dran? Der Waldpark in Striesen? Der Große Garten?“

Tom Wolf: 24,50 – 5,00 Euro Kaltmiete? Da will wohl der Investor noch zuzahlen, oder wie sollen sich die Baukosten refinanzieren? Die müssen doch wirklich glauben, wir ziehen unsere Hosen mit der Kneifzange an ... Die Hufewiesen sollen öffentliches Grünland bleiben.2

Michael Böhme: „Ist in Dresden nicht schon genug Grünfläche verschwunden?“

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Unternehmensberater haben ein Nutzungskonzept für das Grünland erarbeitet. Nur ein Drittel der Fläche bleibt grün.

Ralph Kludig: „Wer an den Bahndamm und das Überflutungsgebiet zieht, ist selbst schuld. Aber warum muss alles zugebaut werden? Schade, so kann eine Stadt auch etwas an Charme verlieren.“

Johann D. Ahlemann: „Find ich super. Wer reiten will und durch unbeschwerte Natur wandern möchte, sollte nicht mitten in einer Großstadt wohnen wollen.“