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„Ich bin rechts, aber nicht radikal“

Wir stellen die Kandidaten der Dresdner Wahlkreise für die Bundestagswahl vor. Heute: Anka Willms von der AfD.

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© Christian Juppe

Von Andreas Weller

Dresden. Das Sprichwort „wie die Jungfrau zum Kind gekommen“, mag abgedroschen sein. Aber so ähnlich dürfte es für die Direktkandidatin im Wahlkreis Dresden/Bautzen Anka Willms erscheinen. Die Soziologin ist der dritte Versuch der AfD, in diesem Bereich einen Kandidaten aufzustellen. Nun ist es die 40-Jährige. „Ich habe mir gesagt: Dann springe ich halt ins kalte Wasser. Das Leben bringt Veränderungen und es macht auch Spaß.“ Willms ist im Wahlkampf.

Dass die Altermative für Deutschland keine Organisationen unterstützen will, die Alleinerziehende als normalen Lebensentwurf sehen, stößt der alleinerziehenden Mutter eines sechsjährigen Sohnes, mit dem sie in einem kleinen Ort bei Kamenz lebt, schon auf. „Da haben wir uns intern beharkt“, sagt sie. Es sei aber kein Grund, aus der Partei auszutreten. Zu lange habe sie die Politik in Deutschland gestört. Das mündete 2015 in den Eintritt in die AfD. Schnell kommt sie dann zu ihrem Aufregerthema: Migration und die damit verbundene innere Sicherheit.

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) habe die Grenzen 2015 geöffnet und damit Recht gebrochen. Seither gebe es mehr Kriminalität, und bei bestimmten Delikten seien Ausländer überproportional als Verdächtige vertreten. Ja, Fußball-Hooligans seien auch gewaltbereit, räumt sie ein. „Da geht es aber nicht um Revier- und Verteilungskämpfe.“ Sie verweist auf die Massenschlägereien von Asylbewerbern in Dresden und betont, sie sei nicht ausländerfeindlich: „Aber ich habe ein Problem mit dem Islam.“ Das sei eine politische Ideologie und Religionskritik nicht rassistisch.

Das Problem könne nur damit gelöst werden, dass ausländische Straftäter verstärkt abgeschoben werden. Dafür würde sie sich im Bundestag einsetzen, wenn sie gewählt werde. Und es bedürfe auch keiner neuen Gesetze, denn die gibt es bereits. Allerdings wolle sie sich für ein Einwanderungsgesetz einsetzen. „Wir müssen klar definieren, wen wir in Deutschland gebrauchen können.“ Auch Pegida habe sie sich zweimal angeschaut. „Da gibt es durchaus Überschneidungspunkte. Aber wir gehen den parlamentarischen Weg. Die Lage ist nicht von der Straße aus zu ändern, wie 1989.“ Dennoch sei Protest gut.

Die Debatte um rechts und links in der Politik nerve Willms. „Wenn rechts heißt, dass es funktionierende Staatsgrenzen und ein Staatsvolk gibt, würde ich sagen: Ich bin rechts, aber nicht radikal.“ Denn die Öffnung der Grenzen durch Merkel, wie sie es nennt, habe diese nur verschoben: „Jetzt muss beispielsweise das Stadtfest in Dresden mit Betonsperren, Zäunen und bewaffneten Einheiten gesichert werden.“

All das werde die AfD im Bund klar benennen. Und sie wolle sich für eine bessere Bahnanbindung der Stadt einsetzen, um noch ein Dresdner Thema zu setzen. Die Aussicht, das Direktmandat zu gewinnen, sei überschaubar. „Aber ich werde kämpfen.“ Sie wolle den Konservativen in der CDU, zu denen sie auch den Abgeordneten und Konkurrenten ums Mandat Arnold Vaatz zählt, zeigen, dass diese sich nicht gegen Merkel durchsetzen werden. „Wir brauchen eine klare Opposition zu Frau Merkel!“ Dafür trete Willms an.