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Ich drück die Daumen!

Warum ich meine Sympathie manchmal schneller wechsle als die Teams die Spielfeldhälfte.

© [M] Federico Gambarini/dpa/SZ

Von Grit Bloß

Zu Beginn des Spiels bin ich für Spanien. Später für Russland, weil die sich auch Mühe geben. Zwischenzeitlich wieder für die Spanier, weil sie mir leid tun, hier als große Fußballnation relativ alt auszusehen. Beim Elfmeterschießen klopft mein Herz im Takt aller Spieler, die da am Punkt stehen. Dieses Mal schaue ich sogar in Echtzeit hin. Herz und Hirn sind in diesen WM-Tagen eben schon mächtig trainiert. Am Ende bin ich doppelt gerührt: Über weinende Spanier auf Rängen und Spielfeld einerseits und die unbändige Freude der Russen, die ein Fußballmärchen im eigenen Land weiterschreiben, andererseits.

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Ich weiß, Fanverhalten sieht anders aus. Doch ich bin ein Fan ohne Mannschaft. Seit unsere Jungs sich für den Einzug aufs heimische Sofa qualifiziert haben, verteile ich nun also meine übrig gebliebenen Daumen samt Emotionen großzügig über die Nationen dieser Welt, die noch mitspielen. Dabei kann es schon mal passieren, dass meine Zuneigung für eine Mannschaft schneller umschlägt, als sie die Spielfeldhälfte wechseln kann. Immerhin, das WM-Fieber ist zurück, meine Lust am Schauen wieder da. Vielleicht auch, weil diese WM schon Nationen nach Hause geschickt hat, die ihr Ticket mindestens mal bis ins Viertelfinale gebucht zu haben schienen.

Aus der Traum für die einen, Sommermärchen für die anderen. Ich bin gespannt, wohin die Reise geht. Unsere führt uns in diesem Sommer nach Kroatien. Wer weiß, vielleicht ins Land der Weltmeister? Fürs nächste Spiel drück ich denen die Daumen – vielleicht sogar noch in der zweiten Halbzeit. Wobei: Die Russen geben sich bestimmt wieder Mühe. Da will ich mal nicht zu viel versprechen.

Grit Bloß arbeitet für die Unternehmenskommunikation der DDV-Mediengruppe und schreibt Kurzgeschichten.