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Im Marschschritt zum finalen Countdown

Einmal im Jahr verbringen die Roßweiner Spielleute ein Probenwochenende gemeinsam. Im Trainingslager wird ein neues Stück eingeübt.

Die Roßweiner Spielleute üben im Töpelwinkel ihr neues Stück und dazu den Marsch. © Foto: Lutz Weidler

Roßwein. Musik tönt über das Gelände des Familien- und Freizeitzentrums Töpelwinkel. Die Roßweiner Spielleute spielen den Song „The Final Countdown“. Um das Zusammenspiel zu üben haben sie sich auf dem Hof aufgestellt. Im Töpelwinkel trafen sie sich am vergangenen Wochenende für ihr alljährliches Probenlager.

„Es ist schon das vierte Mal, dass wir im Töpelwinkel unser Trainingslager veranstalten“, sagte der Schatzmeister des Vereins Richard Scholz. „Hier ist es für uns ideal.“ Für die Spielleute bot sich das Familien- und Freizeitzentrum an, weil es viele Räume hat, in denen sich die einzelnen Musikgruppen getrennt voneinander und ohne gestört zu werden, den Marsch üben können. Geprobt wurde in sechs Gruppen, zwei Flöten-, zwei Trommelgruppen sowie Schlagwerk und Lyra. Außerdem ist der Töpelwinkel nicht zu weit von Roßwein entfernt, sodass die Spielleute keine große Fahrtstrecke zurücklegen mussten. Zudem ist das Areal so abgelegen,dass keine Anwohner gestört werden.

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Auch das Freizeitangebot im Töpelwinkel ist gut. Die Gäste konnten Billard oder dem Tischtennis spielen. Es gibt einen Basketballplatz und einen Fitnessraum. Auch brauchten sie sich nicht selbst um Speisen und Getränke kümmern, denn das erledigten die Mitarbeiter des Familien- und Freizeitzentrums für sie. Dass sie das Freigelände für das Zusammenspiel aller Gruppen am Sonnabendnachmittag nutzen konnten, war ein weiteres Plus dafür, dass der Verein den Töpelwinkel für sein Trainingslager ausgewählt hatte. Wie Richard Scholz schilderte, haben sie im Töpelwinkel schon einmal eine Schnitzeljagd veranstaltet. Die hatte sich das Kulturteam des Vereins ausgedacht. Nach einem anstrengenden Trainingstag gab es dieses Mal am Sonnabendabend ein gemütliches Lagerfeuer.

Ziel jedes Probenwochenendes ist es, einen neuen Marsch einzustudieren. In diesem Jahr war das der Song „The Final Countdown“ der schwedischen Rockband Europe. Das Musikstück suchen in jedem Jahr der musikalische Leiter der Roßweiner Spielleute, Heiko Küchler, und der Schatzmeister Richard Scholz aus. „Wir schauen bei anderen Vereinen, was die spielen und wählen aus, was es für uns nicht zu schwierig wird. Denn schließlich müssen wir das neue Musikstück binnen drei Tagen einstudiert haben“, sagte Scholz.

Ergänzend zum Trainingslager gibt es bei den Spielleuten alljährlich zu Himmelfahrt die Wanderübungsstunden. „Da erkunden wir zu Fuß und mit Instrumenten im Gepäck die Umgebung von Roßwein“, schilderte Richard Scholz. Außerdem nehmen sie am Rosenmontagsumzug in Döbeln teil und am 27. April spielen sie in Torgau beim Spielleutetreffen mit. Das große Ziel der Musiker ist im kommenden Jahr das Roßweiner Schul- und Heimatfest.

Die Roßweiner Spielleute gibt es schon seit 1906. Gegenwärtig hat der Verein 63 Mitglieder, davon 16 aktive Mitspieler und 19 Unterstützer, sowie 28 Kinder und Jugendliche. 30 bis 40 Einsätze haben die Spielleute im Jahr. Geübt wird immer freitags von 16 bis 17.30 Uhr für die Kinder und Jugendlichen, und von 17.30 bis 19.30 Uhr für die Erwachsenen. Dabei werden die Titel gefestigt, die im Trainingslager einstudiert wurden. Geprobt wird in der Goldbornstraße, im Depot der Roßweiner Feuerwehr. Allerdings sucht der Verein seit längerem andere Räume. „Beim Üben im Feuerwehrdepot hören wir die anderen Gruppen“, sagte Richard Scholz. „Das lenkt ab, wenn man unterschiedliche Titel übt. Man bringt sich gegenseitig aus dem Takt.“

Wie er meint, ist es gerade für die Kinder und Jugendlichen wichtig, dass sie gut vorankommen. „Sonst verlieren sie die Lust und kommen nicht wieder“, so Scholz. „Wenn der Nachwuchs nicht effektiv ausgebildet ist, sind wir nicht mehr spielfähig.“ Deshalb brauchen die Spielleute geeignetere Räume. (he)