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Immer auf dem Sprung

Beim Agility überwinden Hunde Hindernisse. Am Wochenende können sie damit in Horka deutscher Meister werden.

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© André Schulze

Von Katja Schlenker

Sportler müssen sich ausruhen. Das gilt auch für Hundesportler. Während Flying Erbse und Lulu im Wohnwagen ein Nickerchen machen, erzählt Besitzer Robert Schmidt, dass er eigentlich durch Zufall zum Agility gekommen ist. Dabei handelt es sich um einen Hundesport, bei dem die Tiere fehlerfrei Hindernisse in einer bestimmten Zeit überwinden. Er habe sich einst von seiner Frau Constanze dazu breitschlagen lassen, einen Hund anzuschaffen, sagt der Görlitzer lachend: „Ich hätte vorher nie gedacht, dass ich mir mal einen Hund hole.“ Mittlerweile hat er vier.

„Das Tolle an Flying Erbse ist, dass sie ein seltener Hund ist. Sie gehört zur Rasse Podengo Português, die es in Deutschland nicht sehr oft gibt. Ursprünglich ist diese Hunderasse zum Jagen von Wildkaninchen eingesetzt worden. Außerdem ist Flying Erbse e
„Das Tolle an Flying Erbse ist, dass sie ein seltener Hund ist. Sie gehört zur Rasse Podengo Português, die es in Deutschland nicht sehr oft gibt. Ursprünglich ist diese Hunderasse zum Jagen von Wildkaninchen eingesetzt worden. Außerdem ist Flying Erbse e © André Schulze
„Lulu ist ein Mischling. Sie ist sehr clever und arbeitet sehr gut mit. Außerdem will sie gefallen und ist sehr aufmerksam, auch bei den Hindernissen im Parcours. Im Grunde hat sie alles, was eine Frau ausmacht: Sie ist schnell, intelligent und lustig – a
„Lulu ist ein Mischling. Sie ist sehr clever und arbeitet sehr gut mit. Außerdem will sie gefallen und ist sehr aufmerksam, auch bei den Hindernissen im Parcours. Im Grunde hat sie alles, was eine Frau ausmacht: Sie ist schnell, intelligent und lustig – a © André Schulze

Mit dem kleinsten startet er nun bei der deutschen Meisterschaft. Diese findet am Wochenende auf dem Gelände des Reit- und Fahrvereines „Wehrkirch“ Horka statt. Auch seine Frau wird bei dem Wettkampf antreten. Der Hund muss dabei Hürden, Röhren, eine Slalomstrecke mit zwölf Stangen, einen Laufsteg und eine Wippe überwinden. Und zwar ohne Leine oder Halsband. Es geht also auch darum, dass der Hund auf die Kommandos seines Besitzers hört. Mittlerweile ist das Ehepaar am Wochenende oft mit den Hunden bei Turnieren unterwegs. Dabei wollten sie am Anfang lediglich ihren großen Hund beschäftigen. „Ich wollte unter Anleitung was machen“, sagt Robert Schmidt. „Auch, weil ich hundeunerfahren war.“

Am Ende hat der heute 37-Jährige gemerkt, dass Agility unheimlich Spaß macht. Nicht nur ihm, sondern auch dem Hund. Wenn das Ehepaar die Geräte dafür aus dem Schuppen geholt hat, ist sein erster Hund immer regelrecht ausgerastet – vor Freude. Selbst wenn die Hündin gerade im Schatten gelegen hat. 2012 haben die beiden bereits einmal gewonnen.

Dass sie so viel unterwegs sind, findet Robert Schmidt gut. „Dadurch kommt man rum und lernt andere Gegenden kennen, wo man sonst nie hingekommen wäre“, sagt er. Er hofft, dass es den anderen in diesem Jahr auch so geht. Dass sie in den Landkreis Görlitz kommen und sich darüber freuen, dort zu sein. Überwiegend ist das Ehepaar in Mitteldeutschland unterwegs, aber auch im Süden Deutschlands.

Die Meisterschaften finden stets an einem anderen Ort statt – in diesem Jahr zum ersten Mal in Sachsen. Rund 170 Mensch-Hund-Teams aus der ganzen Bundesrepublik werden an den Start gehen. Der Ortsverein Radebeul organisiert die Veranstaltung gemeinsam mit den Agilityfreunden Niederschlesien und dem Hundesportverein Wittgensdorf. Da die Bedingungen an der Horkaer Reithalle ideal sind, finden die deutschen Meisterschaften dort statt. Das Areal hat sich bereits mehrfach bei Agilityturnieren der Görlitzer Hundesportler bewährt. Die Zusammenarbeit mit dem Horkaer Verein funktioniere gut, sagt Robert Schmidt.

Zudem sind Springreiten und der Hundesport gar nicht so unterschiedlich, sagt Angelika Kokel. Sie ist die 1. Vorsitzende des Vereines Agilityfreunde Niederschlesien. Bevor der Wettkampf beginnt, dürfen die Teilnehmer einige Minuten den Parcours begehen. Dabei müssen sie sich überlegen, auf welchem Weg sie den Parcours am besten bewältigen. Vorher kennen sie die Hindernisse nicht. Das ist bei Springprüfungen im Reiten genauso.

Generell kann jeder Hund Agility machen, wenn er Freude daran hat, sich zu bewegen. „Große und schwere Hunde sind allerdings weniger geeignet“, sagt Angelika Kokel. Denen kann der Sport eventuell sogar schaden. Beim Agility müssen Hunde auch durch Tunnel mit einem Durchmesser von etwa sechzig Zentimetern kriechen. „Für große Hunde ist das nicht optimal, wenn sie sich immer wieder bücken müssen“, sagt Angelika Kokel. „Das kann irgendwann auf die Gelenke gehen.“ Ebenso ist es beim Springen über Hindernisse.

Programm

Agilitywettbewerbe finden in den drei Kategorien small, medium und large – also zu deutsch klein, mittel und groß – statt. Die Begriffe beziehen sich auf die Höhe des Hundes.

Der Eintritt zu den verschiedenen Wettbewerben ist frei. Die Meisterschaft wird zudem kostenfrei im Livestream übertragen.

Sonnabend, 10. September

8 Uhr: Begrüßung durch den Präsidenten des Deutschen Hundesportverbandes, Wolfgang Rüskamp.

8.40 bis 10 Uhr: Jumping 3 Large.

10.30 bis 11.30 Uhr: Jumping 3 Medium.

12 bis 13 Uhr: Jumping 3 Small.

13.45 bis 15.15 Uhr: Agility 3 Large.

15.45 bis 16.45 Uhr: Agility 3 Medium.

17.15 bis 18.15 Uhr: Agility 3 Small.

18.45 Uhr: Siegerehrung mit Einmarsch aller Teilnehmer.

Sonntag, 11. September

ab 9.15 Uhr: offenes Turnier.

Quelle: Deutscher Hundesportverband