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In Radeberg wachsen Solar-Blumen

An der Pillnitzer Straße gibt es die wahrscheinlich ungewöhnlichsten Energie-Erzeuger der Region.

© Thorsten Eckert

Von Jens Fritzsche

Radeberg. Natürlich, ohne Sonnenlicht keine Blumen! Dennoch haben diese Blumen eine ganz besondere Beziehung zum Thema Sonne: Wer am Radeberger Gewerbegebiet an der Pillnitzer Straße vorbeifährt, dem fallen diese ungewöhnlichen „Gewächse“ jedenfalls sofort auf. Echte Sonnenblumen sind es, die da auf dem Firmengelände der hier ansässigen Firma FSD Fahrzeugsystemdaten GmbH nach Sonne haschen; drei große Photovoltaikanlagen in Form von Sonnenblumen nämlich.

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Und wie bei echten Sonnenblumen auch, wandert die Fächerfläche der rund fünf Meter hohen Blumen automatisch mit der Sonne mit, verrät Tino Küttner vom Energieversorger Enso. Das Unternehmen hat die Blumen sozusagen in einer Art Gemeinschaftsprojekt mit FSD auf den Weg gebracht. „Die Enso unterstützte uns bei der Planung und dem Bau der Anlage“, freut sich FSD-Geschäftsführer Jürgen Bönninger über die Kooperation bei diesem ungewöhnlichen Projekt. Zu dem gehören übrigens auch drei Ladestationen für Elektroautos auf dem FSD-Gelände. Dort können gleichzeitig bis zu sechs Fahrzeuge mit einer Leistung von jeweils bis zu 22 Kilowatt geladen werden. Das passt gut, denn FSD stellt unter anderem Adapter für die Fahrzeugprüf-Organisationen Tüv und Dekra her, um Autos genauer zu untersuchen. Und da sich die Dienstfahrten vorwiegend auf die beiden FSD-Firmen-Standorte in Dresden und Radeberg konzentrieren, gehören unter anderem sechs Elektroautos und eine Reihe Hybrid-Fahrzeuge zum Fuhrpark. „Für die kurze Wegstrecke reicht das vollkommen aus – und es schont die Umwelt“, so Jürgen Bönninger. Der Geschäftsführer würde dabei perspektivisch gern auch alle anderen Fahrzeuge auf Elektroantrieb umstellen, wie er erläutert. Da kommt der – sozusagen Testlauf – quasi zum richtigen Zeitpunkt.

Test für weitere Standorte

Interessant ist übrigens noch ein weiteres Detail dieser ungewöhnlichen Sonnenblumen: Nachts, wenn es dunkel ist, klappen sich die Blütenblätter nämlich wieder zusammen, beschreibt Enso-Projektleiter Tino Küttner. Die Modulfächer in Blütenform verfügen dabei über eine Fläche von jeweils 18 Quadratmetern, so kann jede Blume zwischen 3 400 und 5 700 Kilowattstunden Strom pro Jahr erzeugen, nennt er wichtige Details. Den Strom nutzt FSD dabei entweder selbst oder speist ihn ins Stromnetz der Enso ein.

Das Ganze ist dabei natürlich auch ein Testlauf für weitere Standorte, an denen diese ganz besonderen Sonnenblumen demnächst „wachsen“ könnten. Das hofft zumindest Enso-Kundenberater Sascha Hoff: „Auch für uns war das Projekt Solar-Sonnenblumen Neuland – aber das Ergebnis kann sich im wahrsten Sinne des Wortes sehen lassen“, kommt er ins Schwärmen.

www.enso.de