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Innere Zittauer wird zur Second-Hand-Meile

Kurz nach dem Start mit seinem Kinderladen will René Looks in Löbau expandieren. Im April eröffnet sein nächstes Geschäft.

© Markus van Appeldorn

Von Markus van Appeldorn

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Wenn es in den Innenstädten nach gebrannten Mandeln riecht, die Tage kürzer und die Abende länger werden, dann steht die Weihnachtszeit vor der Tür.

Im vergangenen Jahr bestimmte ein fortschreitendes Ladensterben die Innere Zittauer Straße. Nun scheint sich hier ein wahrer Frühlings-Boom anzubahnen – und das durch ein einziges Unternehmerpaar. Erst vor rund drei Wochen eröffneten René Looks und seine Lebensgefährtin Andrea Metz in dem Ladenlokal eines ehemaligen Schuhgeschäfts ihren Laden für Second-Hand-Kindermode. Jetzt wollen sie in der Nachbarschaft expandieren und künftig auch Kleidung für Erwachsene anbieten.

„Wir hatten bereits sehr viele Anfragen von Kunden, ob wir nicht auch Erwachsenen-Mode verkaufen möchten“, sagt René Looks der SZ. In ihrem jetzigen Laden sei dafür aber kein Platz. Er hat daher jetzt das Ladenlokal an der Inneren Zittauer Straße Nummer 20 zwei Häuser weiter gemietet. Dort befand sich bis 2017 eine Schuhmacherei. „Ich zahle für das 55 Quadratmeter große Ladenlokal 210 Euro Miete inklusive Nebenkosten“, sagt René Looks. Aufgrund dieser günstigen Miete hofft er, dass sich auch sein zweiter Laden dort wird halten können. Die Betreuung das Ladens wird seine Lebensgefährtin Andrea Metz übernehmen. „Ich plane, am Anfang montags, mittwochs und freitags zu öffnen“, sagt Andrea Metz. Bei entsprechender Nachfrage wolle sie die Öffnungszeiten aber ausweiten.

Das Ladenlokal ist noch nicht eingerichtet und es fehlt auch noch Ware, um Kleiderständer und Regale zu befüllen. Seit Montag nimmt René Looks in seinem Kinderladen auch gebrauchte Erwachsenen-Klamotten an. Hosen, Jacken, Schuhe, Taschen für Damen und Herren – alles außer Unterwäsche und Socken. Ein Zettel im Schaufenster des neuen Ladenlokals weist bereits auf die bevorstehende Eröffnung hin. Bares gibt‘s dafür allerdings erst im Falle eines Verkaufs. Vom Verkaufserlös behält René Looks 20 Prozent als Provision. Den Preis kann der Verkäufer bestimmen. René Looks warnt Einlieferer aber davor, sich allzugroßen Illusionen hinzugeben. Gerade hat er zum Beispiel einen Wollmantel mit Pelzkragen vor seinem Laden hängen. „Die Dame, die ihn gebracht hat, will 80 Euro haben. Ich habe ihr gesagt, dass man höchstens 40 Euro verlangen kann.“

„Am 3. April wollen wir den Laden eröffnen“, sagt Andrea Metz. Das ist der Dienstag nach Ostern. Bis dahin hofft sie, genügend Ware gesammelt zu haben. Indes ist René Looks nach drei Wochen Geschäftsbetrieb überaus zufrieden: „Ich habe schon 1 000 Euro Umsatz gemacht. Das ist wesentlich mehr als die von mir kalkulierten 50 Euro Tagesumsatz“, sagt Looks. „Wir haben auch schon Anfragen von Kunden, Mode für größere Kinder anzubieten“, sagt René Looks. Bisher habe er vornehmlich Kleinkind-Kleidung im Sortiment.

Für René Looks und seine Lebensgefährtin Andrea Metz ist der Erfolg ihres Second-Hand-Ladens existenziell. Das Startkapital von rund 25 000 Euro erhielten sie vom Sender RTL für ihre Mitwirkung im Doku-Format „Zahltag – Ein Koffer voller Chancen“. Die beiden hatten ihren Laden erst in Herrnhut betrieben und in Berthelsdorf gewohnt und sind erst vor wenigen Wochen nach Löbau gezogen.