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Hoyerswerda

Ins Leben zurückgekämpft

Der 1. Wassersportverein Lausitzer Seenland (1. WVLS) war am Wochenende Ausrichter eines Inklusionswettkampfes.

Maik Aberle macht sein 2.4mR-Boot startklar – eigenständig.
Maik Aberle macht sein 2.4mR-Boot startklar – eigenständig. © Foto: Werner Müller

Geierswalder See. Gesegelt wurde die Internationale Deutsche Para-Meisterschaft des Deutschen Behindertensportverbandes und gleichzeitig die Landesmeisterschaft des Sächsischen Behinderten- und Rehabilitationssportverbandes für Menschen mit und ohne Handicap.

Erstmals segelten in den neuen Bundesländern die Bootsklassen 2.4mR (Einmann-Kielboot mit 7,53 m² Segelfläche am Wind) und Sonar (23,2 m² Segelfläche am Wind vier Mann -Handicap-Segler drei Mann- Besatzung) innerhalb einer Veranstaltung unter dem Inklusionsgedanken, also gibt es keine getrennte Wertung von behinderten und nichtbehinderten Startern. Geplant waren sieben Wettfahrten für die acht Sonar-Boote und 30 2.4mR-Starter.

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In letzterer Klasse war auch Maik Aberle am Start – eigentlich ein Wunder. Der Schwepnitzer, Jahrgang 1965, sagt: „Mir wurde das Leben am 30. August 2012 neu geschenkt.“ An jenem Tag erlitt er einen schweren Autounfall. Die Chance, dass er überleben würde, lag bei zwei Prozent – und wenn, dann würde er nach Ansicht der medizinischen Kapazitäten höchstens wie ein Vierjähriger sein, denn nur noch 20 % seines Gehirns arbeiten.

Doch nach vielen Operationen und intensiver Physiotherapie, vor allem aber dank unbändigen Willens hat sich Aberle zurückgekämpft. „Die Professoren der Uni Leipzig meinten, dass mein Ziel, den Bootsführerschein zu schaffen, mehr als unrealistisch ist. Ein Grund mehr, es anzugehen. Ich habe es geschafft. Und seit 2018 segele ich den Vereins-2.4er des 1. WVLS.“

Maik Aberle weiß, dass ihm das alles nur gelungen ist, weil die Vereinskameraden ihm geholfen haben. Einmal mit dem Boot, das lange „verstaubt“ in einer Halle des 1. WVLS gestanden hatte, aber vor allem menschlich: „Meinen ersten Törn begleiteten die Freunde vom Wassersportverein Lausitzer Seenland mit dem Schlauchboot – in 20 Metern Abstand. So viel Feingefühl hat mich sehr gerührt; denn zuerst muss ich selbst probieren, eine Lösung zu finden. Wenn ich keine Lösung finde, nehme ich sehr gern jede Hilfe an. Ich bin dankbar, dass mich die Sportfreunde begleiten und mir helfen, meinen Weg im Verein zu finden.“