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Inszenierte Rückkehr

Karin Schlottmann über Dieter Althaus und die Rückkehr in sein Amt.

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Dieter Althaus ist in die Politik zurückgekehrt. Er präsentierte sich gestern als körperlich genesen und tatkräftig. Niemand soll daran zweifeln, dass er sein Amt ausüben kann, und zwar auch nach der Landtagswahl im August.

Er hat zu diesem einen Zweck seine Rückkehr minutiös vorbereitet beziehungsweise von seinen Beratern vorbereiten lassen. Seit dem Urteil wegen fahrlässiger Tötung ging seine Rehabilitation in großen Schritten voran. Eine stark inszenierte Medienarbeit verhinderte, dass ihm allzu früh kritische Fragen gestellt werden konnten.

Ein professioneller Umgang mit einem tragischen Unfall, gewiss. Vielleicht zu professionell. Die unterkühlte Reaktion von Althaus auf die Fragen nach Schuld und Verantwortung hinterlassen einen faden Beigeschmack. Seine Karriere abrupt zu beenden, war für ihn und für seine Partei zu keinem Zeitpunkt eine Lösung.

Dass Althaus nach dem Unfall nicht wenigstens eine Minute darüber nachgedacht hat, ob er in sein Amt zurückkehren kann oder will, erweckt Misstrauen. Der Wille zum Machterhalt ist legitim, darf aber nicht zum Selbstzweck werden. Politische Ämter werden schließlich nur auf Zeit vergeben und ein geeigneter Nachfolger hat sich noch immer gefunden.