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Ist ein Kinderfänger unterwegs?

Ein fremder Mann soll am Dienstag ein Mädchen in Olbersdorf angesprochen haben. Ein ähnlicher Fall passierte kürzlich in Neugersdorf.

Von Mario Heinke
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Symbolbild. © dpa

Die Kriminalpolizei untersucht aktuell einen Fall in Olbersdorf, bei dem ein Mann am Dienstagmorgen an einer Bushaltestelle an der August-Bebel-Straße ein Mädchen angesprochen haben soll. Den Schilderungen der Zehnjährigen nach ist der Unbekannte aus einem grünen Auto mit Löbauer Kennzeichen ausgestiegen und auf sie zugegangen. Das Mädchen stieg nicht ein, sondern vertraute sich ihren Eltern an. Diese informierten die Polizei. Der Unbekannte fuhr weg. Zu einer strafbaren Handlung kam es nach derzeitigem Kenntnisstand nicht, so Thomas Knaup von der Polizeidirektion Görlitz. "Was der Mann im Schilde führte, ist nicht bekannt."

Ein ähnlicher Fall trug sich am 4. Dezember in Neugersdorf zu. Damals soll ein Mann aus einem Auto heraus einen Schüler gefragt haben, ob er mitkommen wolle - dafür versprach der Unbekannte Süßigkeiten und Geld. Der Junge rannte nach Hause und berichtete seinen Eltern davon. 

Die Fichte-Grundschule in Neugersdorf reagierte auf den Vorfall und gab eine Elterninformation heraus. Vorsorglich tat das auch die Grundschule in Großhennersdorf. In den sozialen Netzwerken machte der Vorfall schnell die Runde. In einer Mitteilung auf Facebook hieß es, die fremden Männer seien auch vor den Grundschulen in Leutersdorf und Obercunnersdorf aufgetreten - allerdings gibt es in Obercunnersdorf gar keine Schule mehr.

Auch wenn das Ansprechen von Kindern grundsätzlich nicht strafbar ist, würden derartige Fälle schnell für Unruhe in der Bevölkerung sorgen, so Knaup. Die Polizei rät deshalb, einen kühlen Kopf zu bewahren. Aus der polizeilichen Erfahrung heraus hat sich nach entsprechenden Ermittlungen gezeigt, dass manche kindliche Schilderung eher der Fantasie entsprang. 

Eltern sollten mit ihren Kindern über derartige Fälle sprechen und ihnen erklären, wie sie sich richtig verhalten - und umgehend die Polizei informieren. Es sei grundsätzlich falsch, derartige Geschehnisse über soziale Medien mitzuteilen, so der Polizeisprecher. "Kriminalpolizisten gehen allen Hinweisen in jedem Fall auf den Grund, um zu klären, was sich tatsächlich zugetragen hat."