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Jede zehnte Brücke in Sachsen ist marode

Der Freistaat will 32 Millionen Euro pro Jahr in die Bauwerke investieren. Es gibt Zweifel, ob das ausreicht.

© dpa/Jan Woitas

Von Franziska Springer

Dresden. Viele Brücken in Sachsen müssen in den nächsten Jahren dringend saniert werden. Das geht aus einer Antwort des Wirtschaftsministeriums auf eine parlamentarische Anfrage der Grünen-Landtagsabgeordneten Katja Meier hervor.

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Etwa 2 400 Brücken gibt es laut sächsischem Verkehrswegeplan an Staats- und Bundesstraßen im Freistaat. Ungefähr 220 von ihnen befinden sich im Hinblick auf Standsicherheit, Verkehrssicherheit und Dauerhaftigkeit in einem ungenügenden oder nicht ausreichenden Zustand. Gegenüber dem Vorjahr bedeutet das eine geringfügig bessere Bilanz. Damals waren etwa 60 Brücken an Bundes- und 180 an Staatsstraßen marode. Der bauliche Zustand von mehr als der Hälfte aller Brücken wird lediglich als ausreichend oder befriedigend bewertet. Immerhin: Fast 800 Brücken sind von guter oder sehr guter Substanz – und damit derzeit keine Sanierungsfälle.

In den vergangenen zehn Jahren hat sich der Zustand der Brücken nach Angaben des Wirtschaftsministeriums kontinuierlich verbessert. Allein seit 2014 wurden 91 Querungen durch Neubauten ersetzt. Profitiert haben besonders die Landkreise Görlitz und Bautzen – insgesamt 36 Brücken wurden dort neu gebaut.

Noch ambitionierter sind die Pläne des Freistaates für die kommenden vier Jahre: 126 Brückenneubauten sollen entstehen. Das wird vor allem in Mittelsachsen und im Erzgebirgskreis zu spüren sein. 20 Brücken sind dort jeweils zur Erneuerung vorgesehen – ein realistisches Vorhaben, sagt Isabell Siebert vom Landesamt für Straßenbau und Verkehr.

Brückenabrisse sind immer die letzte Lösung: „Wichtig bei der Brückenerhaltung ist eine kontinuierliche Prüfung der Bauwerke und bei Feststellung von Schäden eine kurzfristige Sanierung“, sagt Siebert. Die Kosten für die Ausbesserung der Bauwerke können auf diese Weise relativ gering gehalten werden.

Die Grünen-Landtagsabgeordnete Katja Meier äußerte Zweifel an der Finanzierbarkeit der bis 2020 geplanten Vorhaben: „Die im Haushaltsentwurf geplanten Mittel von etwa 32,5 Millionen Euro jährlich für die 2 400 Brücken in Sachsen werden kaum ausreichen.“ Eine maßgebliche Ursache für die Zustände sächsischer Brücken sieht Meier in deren steigender Belastung. Sie fordert zum Erhalt vorhandener Infrastruktur die Verlagerung des Schwerlastverkehrs auf die Schiene .

Das derzeit größte laufende Bauprojekt des Landesamtes ist der Neubau der Brücke über die Zwickauer Mulde bei Bockau im Erzgebirge. 6,5 Millionen Euro – verteilt über 2,5 Jahre Bauzeit – soll das kosten. Die denkmalgeschützte Rechenhausbrücke soll anschließend abgerissen werden.