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Jubel auf dem Sonnenstein

Die SG Pirna Heidenau setzt sich gegen den USV Halle mit 27:24 durch und kann nun gegen die Spitzenteams befreit aufspielen.

© Marko Förster

Von Andreas Reiche

Pirna. Alle Anhänger der SG Pirna Heidenau dürfen sich auf ein weiteres Jahr Oberliga-Handball freuen. Drei Spieltage vor Saisonende machten die Schützlinge von Trainer Dusan Milicevic mit dem 27:24 (14:10) gegen den USV Halle alles klar. „Immerhin, dieses Jahr sind wir zwei Spieltage eher durch und können mit den Planungen beginnen“, blickte Geschäftsführer Uwe Heller augenzwinkernd auf die Vorsaison, als man bis zum letzten Spieltag zittern musste. Milicevic bedankte sich nach dem Abpfiff bei allen Fans, „die an die Mannschaft geglaubt haben. Ich wusste, dass es auch in diesem Jahr keine einfache Saison für uns wird. Junge und talentierte Spieler wie Krzystof Kusal oder Nico Schott brauchen Zeit, um ihre Fähigkeiten auf dem Parkett umzusetzen. Auf jeden Fall haben wir uns spielerisch weiterentwickelt.“

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Die Gäste aus der Saalestadt hatten am vergangenen Spieltag buchstäblich in letzter Sekunde ein 28:28 gegen Aschersleben gerettet. „Wer weiß, was dieser eine Punkt noch wert ist“, so USV-Trainer Fabian Metzner. Seine „Panther“ müssen im vorletzten Spiel zum Anhalt-Derby nach Köthen und erwarten am letzten Spieltag den HC Einheit Plauen zum wohl entscheidenden Abstiegsgipfel in Halle. Definitiv nicht dabei ist Jan Bernhardt, einer der Top-Torschützen des USV, der sich einen Achillessehnenriss zuzog. Die „Panther“ können im Gegensatz zu Pirna, dort ist „Toto“ Schneider mit 138 Treffern der beste Torschütze der Liga, mit Chris Thiele (89), Paul Otto (84), Pierre Sogalla und Julius Conrad (je 75 Treffer) auf viele erfolgreiche Spieler verweisen.

„Dadurch sind die Gäste vielleicht etwas schwerer ausrechenbar“, glaubte Dusan Milicevic vor dem ersten Anwurf. Vor 275 Zuschauern begannen die Eisenbahner dann allerdings im ICE-Tempo. Nach acht Minuten leuchtete durch Treffer von Krzystof Kusal (2) Srdjan Gavrilovic und „Toto“ Schneider ein 4:0 an der Anzeigentafel. „Das war für mich ein Knackpunkt der Partie“, meinte Gäste-Coach Metzner in seiner Spielanalyse. „Diese vier schnellen Anfangsgegentreffer haben wir wie einen Rucksack über die sechzig Minuten geschleppt.“ Etwas mehr Struktur bekamen die Gäste nach dem Anschluss durch Pierre Sogalla in ihre Reihen (6:8/20.), aber zur Pause führte Lok mit 14:10. Nico Schott sorgte für den Pausenstand.

Eigentlich war die Partie, in der die Lok über sechzig Minuten nie die Führung abgab, nach dem 23:18 (44.) durch Schneider aus Sicht der Gastgeber gelaufen. Weil sich die Milicevic-Schützlinge allerdings eine Reihe von Zeitstrafen und eine Rote Karte (Srdjan Gavrilovic) einhandelten, wurde es in der Schlussviertelstunde dann doch noch eine intensive und hochemotionale Partie. Die „Panther“ konnten durch Pierre Sogalla und Maximilian Gruszka noch einmal auf 22:24 verkürzen (53.). „Danach folgte für mich der zweite Knackpunkt, warum wir mit leeren Händen nach Halle zurückfahren mussten“, sagte Fabian Metzner. „Wir hatten dreimal doppelte Überzahl und haben den Rückstand nicht entscheidend verkürzt.“

Pirna Heidenau macht Platz gut

Das Trikot mit der Nummer 13 von „Toto“ Schneider, das auf der linken Seite vierzig Zentimeter lang aufgerissen war, mag als Beleg für den Einsatz aller Eisenbahner an diesem Tag gelten. „Wir alle haben aufopferungsvoll gekämpft“, so der Torjäger. „Wir sind im Saisonverlauf zu einer richtig guten Truppe zusammengewachsen und wollen das jetzt auch gegen die Teams der Spitzengruppe nachweisen“, ergänzte der Pole Krysztof Kusal, der sechs Tore beisteuerte und seine Rolle im Rückraum immer besser ausfüllt. „Die Verpflichtung von Kusal war genauso ein Gewinn, wie die von David Lubar am Kreis oder Nico Schott“, betont Dusan Milicevic. Den Deckel auf die Partie für die Eisenbahner machten Martin Dietze, der einen Wurf von Pierre Sogalla entschärfte, und Nico Schott im Gegenzug mit dem Tor zum 27:24-Endstand.

In der Tabelle tauschte die SG Pirna Heidenau den Platz mit der HSG Freiberg, da der bisherige Tabellenachte beim HC Burgenland mit 31:25 den Kürzeren zog. Am 28. April geht die Reise zum LVB Leipzig und am 5. Mai gastiert Köthen auf dem Sonnenstein. Zwei Spitzenteams der Liga, gegen die Lok Pirna Heidenau nun unbeschwert, aber konzentriert aufspielen kann und sollte.