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Sprechen Wölfe Englisch?

Und kann man Cool Packs selber basteln? Schüler wissen mehr – und präsentierten ihre Ergebnisse bei „Jugend forscht“

Benjamin, Lucas und Julia haben ein Radar-Gerät gebaut, das mir dem Wolf reden soll, in welcher Sprache auch immer. Wenn dann mal einer vorbeikommt...
Benjamin, Lucas und Julia haben ein Radar-Gerät gebaut, das mir dem Wolf reden soll, in welcher Sprache auch immer. Wenn dann mal einer vorbeikommt... ©  Anne Hübschmann

Von Anne Buhrfeind

Region. Die sechs Testschafe haben es gut überstanden. Es ging um ihr Leben: Drei Schüler entwickelten ein Gerät, das die Herden vor dem Wolf schützen soll. Ob das funktioniert? „Wissen wir noch nicht“, sagt Lucas. Es hat sich noch kein Wolf blicken lassen. Aber wenn, dann wird er sich ganz schön erschrecken. „Das Radarsystem“, erklärt Julia „erkennt die Tiere an ihrer Größe und spricht sie an.“ Und wie? Dies ist ein Feueralarmtest, hört der Wolf auf Englisch. Die Sprache ist dem Tier egal, aber es weicht zurück, wenn es menschliche Stimmen hört. Das Gerät – jetzt ist Benjamin dran mit Erklären – speichert den Alarm, damit der echte Mensch später die Information abrufen kann. Benjamin zeigt genau, wie das funktioniert. Viele Zuschauer interessieren sich dafür am 7. Februar beim Regionalwettbewerb Ostsachsen von „Jugend forscht“ in Meißen.

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Und Julia erläutert noch mal, was die Schüler der Friedrich-Schiller-Oberschule Neustadt sich dabei gedacht haben: „Der Wolf wird ja hier bekämpft, viele wollen, dass die Tiere getötet werden. Wir wollten gucken, ob es nicht auch mit Vertreibung funktioniert.“ Die Chancen stehen gut, sagt ihr Unterstützer und Helfer, der Stolpener Ingenieur Ulrich Hering. Und die Reporterin, die es ausprobiert, kriegt gleich Platzverweis: „This is a Fire Alarm Test“!

Knick das Cool Pack – und machs später wieder kalt. Luca, Moritz und Pascal, alle drei aus der Klasse 10 im Sächsischen Landesgymnasium Sankt Afra in Meißen, können das.
Knick das Cool Pack – und machs später wieder kalt. Luca, Moritz und Pascal, alle drei aus der Klasse 10 im Sächsischen Landesgymnasium Sankt Afra in Meißen, können das. © Dirk Zschiedrich

Pascal wartet ein paar Stände weiter. Er hatte sich neulich den Fuß gebrochen. Und einen Riesenverbrauch an Einmal-Coolpacks. Kann man die nicht recyceln? Das war die Ausgangsfrage für das Forscherteam vom Sächsischen Landesgymnasium Sankt Afra in Meißen, wo der Wettbewerb auch stattfindet. Die nächste Frage: Was ist eigentlich in so einer Knickpackung drin? Nur ganz normales Wasser und Urea, also Harnstoff. Beides lässt sich unkompliziert voneinander trennen – und aus dem getrockneten Urea plus ein Schuss Leitungswasser kann man ruckzuck wieder ein Coolpack machen. „Ich hätte nicht gedacht, dass das so einfach ist“, gibt Dr. Jens Viehweg zu. In seinem Chemieunterricht hatte sich das Forscherteam gefunden. Ein echtes Team, sagt er: Pascal ist der Pragmatische, der sieht, was geht. Moritz, der später bestimmt Naturwissenschaftler werden will, ist der Analytische und hat den Biss. Luca bleibt dran und macht. Der Fuß übrigens, der ist wieder heil...

Das Mädchen-Team aus Sankt Afra tritt in der Sparte Geo- und Raumwissenschaften an. Helene und Saramaria wollten wissen, wie sich Trockenheit oder Temperatur auf die Wasserqualität von Elbe, Triebisch und Meisa auswirken. Ob sich Nitrit, Nitrat, Ammonium und Konsorten unter veränderten Umständen stärker lösen. Wie geht man so ein Thema an? Konkrete Fragen entwickeln, Daten sammeln, auch bei Wind und Wetter immer raus an Bach und Fluss. Am Ende sind viele Daten da – aber wie wertet man sie aus? „Da ist man bald bei echten Forscherfragen“, sagt Viehweg.

Fürs ungeübte Auge erst mal auffällig: Schmutziges Wasser, mit Schachtwasser aus dem Bergbau oder Gülle aus der Landwirtschaft belastet, kann sehr schön sauber aussehen. Die Mädchen demonstrieren das mit Wasserproben in Volvic-Flaschen. Die Elbe „nach der Triebisch“ sieht schmuddelig aus – ist aber viel weniger belastet als die Triebisch selbst.

Für Meißen haben Helene und Saramaria festgestellt: Die Ionenkonzentrationen in frei fließenden Gewässern schwanken im Jahresverlauf. Alle Fließgewässer in Meißen haben Badewasserqualität, die Elbe „nach der Triebisch“ ist am reinsten. Na dann mal rein – aber vielleicht nicht jetzt. Und Sieger werden bei „Jugend forscht“ – nächstes Mal!