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Junger Mann will Sofa werden

Großenhains AOK-Plus-Filiale hat mit Andy Stam einen neuen Azubi. Für ihn ist es ein sicherer Arbeitsplatz und für Großenhain ein Standort-Versprechen.

© Kristin Richter

Von Jörg Richter

Großenhain. Sofas sind weich und bequem. Bei der AOK Plus sind sie eher freundlich und hilfreich. Denn hier ist ein Sofa kein Möbelstück, sondern die Abkürzung für Sozialversicherungsfachangestellter. Ein Beruf, der bei Jugendlichen durchaus als attraktiv gilt. Das bestätigt auch Andy Stam. Der 19-jährige Riesaer ist seit Kurzem der neue Azubi in der Großenhainer AOK-Plus-Filiale. „Ich habe mindestens drei Freunde, die sich auch für eine Ausbildungsstelle bei der AOK beworben haben“, sagt er.

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Der junge Mann nennt Gründe, warum er ein Sofa werden will. „Mir hat das Berufsbild gefallen“, erzählt er. „Besonders, dass man mit Menschen arbeiten und ihnen weiterhelfen kann.“ Ein weiteres Kriterium, warum er sich für die AOK Plus entschieden hat, sei, dass es die größte Krankenkasse in Sachsen ist. „Deshalb denke ich, dass ich hier eine sichere Arbeitsstelle erhalten kann“, sagt er.

Rund 2000 Jugendliche haben genauso gedacht wie er. Denn so viele hatten sich für die 122 Ausbildungsplätze bei der Gesundheitskasse in Sachsen und Thüringen beworben. In einem zweitägigen Auswahlverfahren im Tagungszentrum in Waldheim mussten sie sich beweisen. Erst mit einem Test, bei dem u. a. logisches Denken überprüft wurde. Am zweiten Tag ging es darum, bei Leistungs- und Persönlichkeitstests (auf Neudeutsch Assessment-Center genannt) die anwesenden Prüfer von sich zu überzeugen.

Auch Birgit Schemmel, die Leiterin des Großenhainer Beratungscenters, war dort dabei. „Ich wollte Herr Stam unbedingt für unsere Filiale gewinnen“, erzählt sie. Nicht nur, weil er aus der Region stammt, sondern weil er auch menschlich gut ins Großenhainer AOK-Team passt. Mit Alina Wagner, Julia Herrmann und nun Andy Stam gibt es drei Azubis in der hiesigen Filiale. Für jedes Ausbildungsjahr einen. „Das ist schon eine Herausforderung für das ganze Team, um das Trio für die Arbeit in unserem Beratungscenter fit zu machen“, sagt Birgit Schemmel. Zwar könne die Berufsschule in Dresden viele theoretische Grundlagen schaffen, „aber trotzdem ist die Praxis immer noch was anderes.“

Angesprochen darauf, ob es sich die zukünftigen Sofas wortwörtlich auf dem Sofa bequem machen können, antwortet Birgit Schemmel: „Die Ausbildung ist sehr anspruchsvoll. Das hat nichts mit Ausruhen zu tun.“ In den drei Jahren würden die Azubis verschiedene Filialen und Bereiche der AOK Plus kennenlernen. Sogar ein Einsatz im Chemnitzer Call-Center gehöre dazu.

Zurzeit schaut Andy Stam den Großenhainer Beraterinnen über die Schultern. „Spätestens Ende Oktober lassen wir ihn auf die Kunden los“, sagt die Filialleiterin salopp. Am Ende der drei Lehrjahre hätten alle Azubis, die sich ordentlich dahinterklemmen, ein solides Grundwissen, um in jedem einzelnen Bereich der Krankenkasse eingesetzt zu werden.

„Wir haben einen großen Bedarf an Fachkräften“, so Birgit Schemmel. „Bei guten Leistungen wird jeder Azubi auch unbefristet übernommen.“ Damit trage die Kasse dazu bei, den Fachkräftenachwuchs in der Region zu sichern. Dass das Großenhainer AOK-Plus-Beratungscenter jedes Jahr Verstärkung bekommt, sei wichtig. Birgit Schemmel sagt: „Damit setzen wir auch ein Zeichen, dass wir zu diesem Standort stehen.“ Und das ist nicht zuletzt für die hiesigen Kunden gut, die nicht nach Riesa oder Meißen fahren müssen.

Laut Pressesprecherin Hannelore Strobel sei die AOK Plus eines der größten Ausbildungsunternehmen in Sachsen und Thüringen. In diesen beiden Freistaaten werden derzeit 350 junge Leute ausgebildet. Seit 1991 waren es über 3100 Azubis. Eine deutschlandweite Umfrage unter Schülern der Klassen 8 bis 13 habe ergeben, dass die AOK der beliebteste Wunscharbeitgeber der Versicherungsbranche ist.