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Junges Wohnen in der alten Frankenmühle

Die ehemalige Ulberndorfer Gaststätte hat eine neue Funktion. Sie erleichtert Pflegekindern den Start ins Leben.

© Egbert Kamprath

Von Franz Herz

Ulberndorf. Die Gaststätte Frankenmühle in Ulberndorf hat vor einem guten Jahr geschlossen. Viele Ulberndorfer haben den Verlust für das Dorf bedauert. Das Haus eröffnet jetzt wieder, aber mit einer völlig neuen Ausrichtung. Die Frankenmühle ist keine Gaststätte mehr. In dem Gebäude entsteht jetzt eine Wohngemeinschaft für junge Erwachsene, die geistig oder seelisch eingeschränkt sind und noch Hilfe brauchen auf ihrem Weg ins Leben.

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Gasthof wird zur Wohngemeinschaft

Maika und Ralf Hochberger aus Dresden haben die Frankenmühle gekauft, weil das Haus so gut zu ihren Plänen passt. Ursprünglich hatten sie daran gedacht, einen Bauernhof für ihre Zwecke umzubauen, aber die frühere Gaststätte ist dafür besser geeignet.

In der zweiten Etage liegen die früheren Gästezimmer mit Toiletten und Duschen. Hier ist für jeden Bewohner sein privater Bereich vorgesehen. Sechs Zimmer sind geplant. Im Erdgeschoss befinden sich die Gemeinschaftseinrichtungen. Die frühere Gaststättenküche ist neu gestaltet, sodass die Wohngemeinschaft auch zusammen kochen und essen kann. Die frühere Gaststube ist nun das gemeinsame Wohnzimmer mit Sofas. Frühere Gäste der Frankenmühle würden den Tresen wieder erkennen und eventuell die Rundbank in der Ecke, die neu gepolstert worden ist. Im Nebenraum steht ein Bücher- und Spieleregal.

Maika und Ralf Hochberger sind durch ihre eigene Geschichte dazu gekommen, sich um junge Leute mit Einschränkungen zu kümmern. Maika Hochberger wollte eigentlich Lehrerin werden, hat aber eine Stimmprüfung nicht bestanden, die damals gefordert wurde. Sie wollte aber weiter mit jungen Leuten arbeiten. Als ihre eigenen Kinder im Schulalter waren, haben sie und ihr Mann, ein Computerfachmann, sich entschlossen, als Familie die Möglichkeit zur Bereitschaftspflege anzubieten. Wenn es also ein Problem gab, das Jugendamt ein Kind aus einer Familie nahm und von jetzt auf sofort eine Pflegefamilie brauchte, kam es zu Hochbergers. Manche Kinder sind dort auf Dauer geblieben.

So ist die Familie auch zu dem Verein „Wegen uns – Dresdner Pflege und Adoptivkinder eV“ gekommen. Der hat sich aus einer Selbsthilfegruppe mit anderen Pflegeeltern entwickelt, und Maika Hochberger ist dessen geschäftsführende Vorsitzende. Der Verein bietet ein breites Spektrum von Hilfen an für Kinder in Pflegefamilien und will jetzt auch die neue Wohngemeinschaft in Ulberndorf fachlich begleiten.

Die früheren Gästezimmer werden einzeln vermietet, und die Bewohner können dazu die Küche, die Gaststube sowie den Garten gemeinschaftlich mitnutzen. „Dafür wird es eine Hausordnung geben, die verbindlich ist“, sagt Maika Hochberger. Und sie will auch die Bewohner mitentscheiden lassen, wer neu einzieht. Bevor es den endgültigen Mietvertrag gibt, soll ein zweiwöchiges Probewohnen erforderlich sein.

Die Wohngemeinschaft ist gedacht für junge Leute mit einer Einschränkung, die bisher in Pflegefamilien leben, dort aber mit Erreichen des 18. Lebensjahrs ausziehen müssen. Interessenten müssen imstande sein, in die Werkstatt für behinderte Menschen zu gehen. „Wir können keine 24-Stunden-Betreuung absichern“, sagt Maika Hochberger.

Auch ist die Frankenmühle für körperlich Behinderte nicht geeignet. Die zwei Treppen zu ihren Zimmern müssen die Bewohner alleine bewältigen können, was für schwer körperlich Behinderte nicht möglich ist.

Familie Hochberger eröffnet die Wohngemeinschaft am 1. Mai. Für Interessierte, die sich das einmal ansehen wollen, machen sie am Sonnabend, dem 28. April, einen Tag der offenen Tür. Dann können sich Besucher die Räume ansehen und mit den Betreibern über das Angebot sprechen.

Tag der offenen Tür in der Wohngemeinschaft mit Flohmarkt am Sonnabend, 28. April, 10 bis 14 Uhr, Ulberndorfer Str. 25 (ehemalige Frankenmühle). Kontakt Tel. 0351 2025774, Mail

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