merken

Justiz ermittelt gegen Wels-Angler

Der Mann soll gegen das Tierschutzgesetz verstoßen haben. Staatsanwaltschaft wartet auf Stellungnahme aus Meißen.

© Symbolfoto/dpa

Von Andy Scharf

Meißen/Geringswalde. Die Ermittlungen gegen den Geringswalder Angler Oliver B. wegen vermeintlicher Tierquälerei dauern an. Die Chemnitzer Staatsanwaltschaft wartet noch auf eine Stellungnahme des Landratsamtes Meißen zu dem angezeigten Sachverhalt, teilte eine Justizsprecherin am Dienstag auf Anfrage mit.

ECHT.SCHÖN.HIER
Sachsen entdecken und erleben
Sachsen entdecken und erleben

Lernen Sie unbekannte Orte der Region kennen - wir geben Ihnen Insidertipps um die Heimat neu zu erkunden und lieben zu lernen.

Oliver B. hatte Anfang Juli einen kolossalen 65-Kilogramm-Wels bei Strehla nach langem Kampf aus der Elbe gezogen. Er hatte dem 214-Zentimeter-Fisch mit einem speziellen Anglergriff tief ins Maul gefasst, ihn aus dem Wasser gezerrt und den Fisch mit einer Schnur am Maul fixiert. Da es schon dunkel war, hatte er den Wels bis Sonnenaufgang angebunden gelassen, um dann ein Foto mit dem XXL-Fisch zu machen. Dann setzte er den Wels wieder in die Elbe. Für die Tierschutzorganisation Peta ein Verstoß gegen das Tierschutzgesetz und eine Straftat.

„Beim sogenannten Catch-and-Release-Angeln mit Wieder-ins-Wasser-Zurücksetzen sind die sensiblen Flossentiere erheblichen und anhaltenden Schmerzen sowie Todesangst ausgesetzt. Viele der so traumatisierten Tiere sterben in Folge dieser Tortur trotz des Zurücksetzens“, erklärte dazu eine Peta-Sprecherin.

Oliver B. sagte, er bereue die Aktion. Es sei ein Fehler gewesen. Dennoch halte er die Kritik für überzogen. „Der Wels lag die ganze Nacht ruhig im Wasser. Ich habe mehrfach nach ihm gesehen.“ Laut Peta ist dieses „Trophäenangeln“ verbreitet. Dem Angler könnten laut Strafgesetzbuch bis zu drei Jahre Haft oder Geldstrafen von einigen tausend Euro drohen.

Auch das Landesumweltamt äußerte sich kritisch. „Der geschilderte Vorgang ist bedenklich“, betonte Gert Füllner von der sächsischen Fischereibehörde im Landesumweltamt nach dem Bekanntwerden der Tat. Er verweist auf das Tierschutzgesetz. Demnach dürfe Fischen nur dann Schmerz zugefügt werden, wenn es einen vernünftigen Grund gebe. „Und der wäre Angeln, um zu essen und nicht, um ein Foto zu machen.“ (FP)