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Kälte einfach weggewandert

Die Freien Kletterer Radeberg waren schon immer die vielleicht ungewöhnlichste Truppe der Bierstadt.

© Bernd Goldammer

Von Bernd Goldammer

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Radeberg. Väterchen Frost hat auch das Radeberger Land voll im Griff. Aber das schreckt die Wanderfans der „Freien Kletterer Radeberg“ kein bisschen. Am Sonnabend stand die erste Tour des Jahres an; und sie waren da! Treffpunkt Gagarinstraße im Radeberger Süden – und immerhin 20 Wanderfreunde starten, als Organisator Gert Bassenge das Zeichen zum Aufbruch gibt. Zuvor musste er noch eine Änderung bekannt geben; denn die eigentlich geplante Strecke Richtung Weixdorf kann nicht in Angriff genommen werden. Die schlimmen Sturmschäden in den Wäldern machen die Wege derzeit unbenutzbar.

Bernd Voigtländer(r.) stellt den Wanderern eine Großerkmannsdorfer Kaffee-Röstmaschine vor. Die Heimatstube war der Höhepunkt der Wanderung am Sonnabend.
Bernd Voigtländer(r.) stellt den Wanderern eine Großerkmannsdorfer Kaffee-Röstmaschine vor. Die Heimatstube war der Höhepunkt der Wanderung am Sonnabend. © Bernd Goldammer

Aber das Ziel kommt an. Denn bei Sonne pur geht es nun durch die vereisten Wälder um Radeberg nach Großerkmannsdorf. Dort ist bereits ein Besuch der Heimatstube angemeldet. Die Stimmung ist jedenfalls großartig, und die Wanderfreunde haben sich natürlich auch viel zu erzählen. „Da muss man immer aufpassen, dass keiner verloren geht“, schmunzelt Gert Bassenge. Mit kräftigem Pfeifen, Armwedeln und lautem Rufen setzt er sich durch. „Einen Sack Flöhe zu hüten, ist wohl leichter“, frotzelt er fröhlich. Er ist spürbar erleichtert und begeistert, dass seine notgedrungene Umplanung auf Beifall stößt.

Eingeschworene Truppe

„Wir sind eine eingeschworene Truppe“, erzählt dann Reinhold Jungnickel. Seit vielen Jahren ist er der Vereinsvorsitzende. Vor der Wende gehörten Radebergs Kletterer zur Betriebssportgemeinschaft der Robotron-Familie. „Klettern und Wandern sind nach wie vor beliebt“, ist Reinhold Jungnickel überzeugt. Und die Truppe kann auch auf zahlreiche sportliche Erfolge verweisen. Der Radeberger Peter Kohbach zum Beispiel begann bereits 1961 in den Felsen der Sächsischen Schweiz zu klettern. Und 1969 schaffte er es bis in die Alpinsport-Nationalmannschaft der DDR. Noch heute klettert der Radeberger. Er kann aber auch von vielen faszinierenden Erlebnissen berichten. Es tut gut, einige Kilometer mit ihm zu laufen.

Wie überhaupt das Naturerlebnis guttut. In der sonnendurchfluteten Heide in Ullersdorf zeigt sich der Wald im klirrenden Frost mit atemberaubend eisigen Schönheiten. Und auch der Dorfteich in Ullersdorf präsentiert sich kurz darauf in frostigem Glanz. Glänzend verstehen sich die Wanderer dann auch mit den Pferden auf der nahen Koppel. Dann ist erst mal Pferdestreicheln angesagt …

Gert Bassenge ist derweil schon ein bisschen aufgeregt, hat er doch die eine oder andere Überraschung organisiert: Der Wirt in Großerkmannsdorf am Goldbachgrund wartet, zuvor noch ein kurzer Abstecher zum alten Großerkmannsdorfer Freibad. Das ist längst Geschichte. Und um Geschichte geht es dann natürlich auch in der Großerkmannsdorfer Heimatstube. Die beiden Chefs Dietmar Muschter und Bernd Voigtländer haben eine Menge Spannendes zu erzählen.

Bereut haben sie es jedenfalls nicht, die Wanderfans aus Radeberg sich bei klirrendem Frost auf den Weg in die Nachbarschaft gemacht zu haben!