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Käufer für Inkermannsches Gut gefunden

Für das denkmalgeschützte Haus in Beerwalde gab es gleich zwei Interessenten.

Von Anja Ehrhartsmann
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Seit diesem Sommer stand das Haupthaus des ehemaligen Inkermannschen Guts in Beerwalde zum Verkauf.
Seit diesem Sommer stand das Haupthaus des ehemaligen Inkermannschen Guts in Beerwalde zum Verkauf. © Dirk Zschiedrich

Lange hatte die Gemeinde einen Käufer für das ehemalige Inkermannsche Gut in Beerwalde gesucht, nun haben sich gleich zwei Interessenten gefunden. Wie auf der jüngsten Sitzung des Klingenberger Gemeinderats bekannt wurde, hatten auch beide Bieter die Absicht, sofort erste Schritte einzuleiten, um das stark sanierungsbedürftige Gebäude zu erhalten. Schrittweise soll das Haus dann instandgesetzt werden. Den Zuschlag bekam schließlich ein Beerwalder, der mit 19 500 Euro Höchstbietender war. Zu konkreten Plänen will sich der neue Besitzer noch nicht öffentlich äußern. Der Ortschaftsrat Beerwalde hatte dem Verkauf bereits zugestimmt, der Gemeinderat gab nun einstimmig ebenfalls grünes Licht.

Das Inkermannsche Gut gehört zu den ältesten Bauwerken in Beerwalde. Für das alte Fachwerkhaus, das der Gemeinde Klingenberg gehörte, hatte diese aber keine Verwendung. Außerdem fehlten die finanziellen Mittel, um das Gebäude so zu erhalten, wie es eigentlich notwendig wäre, sagte Bürgermeister Torsten Schreckenbach (BfK) auf der jüngsten Gemeinderatssitzung. Seit August hatte die Gemeinde Klingenberg das Gebäude einmal mehr öffentlich angeboten. Bis Anfang Oktober konnten sich Interessenten bei der Gemeindeverwaltung melden. „Wir hatten die Hoffnung, dass sich jemand findet, der in das Gebäude investieren will“, sagte Bürgermeister Schreckenbach.

Mit dem Verkauf des Inkermannschen Guts trennt sich die Gemeinde nun von einem Gebäude, dessen Veräußerung in den vergangenen Jahren schon öfter zur Debatte stand. Bereits die Gemeinde Beerwalde, als sie noch selbstständig war, wollte das ehemalige Inkermannsche Gut verkaufen. Mit einem Investor wurde sie sich damals auch handelseinig. Dieser änderte aber mehrfach seine Pläne und setzte keinen davon um. Schließlich verlor die Gemeinde die Geduld, und der Rat hob die Verkaufsentscheidung wieder auf. Das Grundstück wurde daraufhin vermessen und zergliedert, sodass es in kleineren Stücken verkauft werden konnte.

Das Torhaus, früher einmal Seitengebäude, wurde bereits vor Jahren veräußert. Zu haben war nun das denkmalgeschützte Haupthaus, teilunterkellert, mit zwei Vollgeschossen und einem nicht ausgebauten Dachgeschoss. Eine Wohnung im Erdgeschoss ist noch vermietet. Für das stark sanierungsbedürftige Gebäude verlangte die Gemeinde einen symbolischen Preis von einem Euro Erinnerungswert. Das zugehörige Grundstück ist etwa 900 Quadratmeter groß. Dessen Wert wurde auf 11 320 Euro geschätzt. Einen Teil des Flurstücks, nämlich etwa 166 Quadratmeter, will die Gemeinde zurückbehalten als mögliche Erschließungsfläche für Bauplätze auf einem angrenzenden Grundstück.

Das Inkermannsche Gut steht auf der Liste der Kulturdenkmale in Sachsen. Der Bauernhof bestand ursprünglich aus einem Wohnstallhaus mit Seitengebäude. Auch ein Sandsteintrog gehörte dazu. Das Wohnstallhaus wurde 1782, das Seitengebäude 1796 erbaut, nimmt das Landesamt für Denkmalpflege an. Haupt- und Nebengebäude haben im Obergeschoss Fachwerk – ihnen wird eine besondere baugeschichtliche Bedeutung zugemessen.