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So läuft der Fasching in Corona-Zeiten

In Wendischbaselitz wird diesmal kein Prinzenpaar gewählt. Auch andere Vereine im Raum Kamenz sagen Veranstaltungen ab. Doch nicht alles fällt aus.

So stimmungsvoll war der Faschingsumzug in Königsbrück in der vergangenen Saison. In der kommenden fällt wegen Corona vieles aus.
So stimmungsvoll war der Faschingsumzug in Königsbrück in der vergangenen Saison. In der kommenden fällt wegen Corona vieles aus. © René Plaul

Nebelschütz. Sie müssen ein Jahr länger regieren: Christina II. und Marcel II. Denn aufgrund der Corona-Pandemie wird beim Wendischbaselitzer Carnevalsverein in diesem Jahr kein neues Prinzenpaar gewählt. Darüber informierte jetzt der Verein. "Das ist das erste Mal in der über 50-jährigen Karnevalsgeschichte von Wendischbaselitz", erklärt der Präsident des Vereines Daniel Wätzig gegenüber Sächsische.de.

Eigentlich hatten die Vereinsmitglieder schon kurz nach Beendigung der letzten Saison mit den Vorbereitungen für die neue begonnen. "So ist es üblich. Nach einer kurzen Pause geht es für die Karnevalisten  mit der Arbeit weiter", sagt Daniel Wätzig. Es wurde am Programm gefeilt, die ersten Entwürfe für die neuen Kostüme wurden erstellt. Auch die Funken haben ihre Tänze schon geübt.

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Doch jetzt wurde die Reißleine gezogen. "Auf der letzten Sitzung des Elferrates haben wir die Entscheidung getroffen, für die kommende Saison kein Prinzenpaar zu wählen", berichtet Daniel Wätzig. Das bedeutet gleichzeitig, dass es in dieser Saison keinen Karneval in Wendischbaselitz geben wird. Die für den 14. November geplante Veranstaltung mit der Wahl des Prinzenpaares fällt aus. Mit weniger Gästen bei den Veranstaltungen aufgrund der Corona-Regeln würde der Fasching für den Verein ein reines Minusgeschäft. "Die Einnahmen hätten nicht gereicht", begründet Daniel Wätzig. 

Sie müssen in Wendischbaselitz noch ein Jahr länger regieren: Das Prinzenpaar Christina II. und Marcel II. (hinten) und die Kinderprinzen Metod (r.) und Josef sowie Kinderprinzessin Lucia.
Sie müssen in Wendischbaselitz noch ein Jahr länger regieren: Das Prinzenpaar Christina II. und Marcel II. (hinten) und die Kinderprinzen Metod (r.) und Josef sowie Kinderprinzessin Lucia. © Archivfoto: Bernd Goldammer

"Wir haben uns umgehört, wie die anderen Vereine mit der Situation umgehen, was sie planen oder absagen. Nachdem dann Mitte September die Karnevalshochburg Köln ihre Saison abgesagt hat, haben auch wir uns für diesen Schritt entschieden", erklärt der Präsident. Marcel II. und Christina II. bleiben damit im Amt und regieren das närrische Volk von Wendischbaselitz ein weiteres Jahr.

Daniel Wätzig ist froh, dass man 2019/2020 noch die Jubiläumssaison über die Bühne bringen konnte. Es war die 50. Karnevalssaison in dem kleinen Ort bei Nebelschütz.  Der Elferrat trifft sich trotz Absage weiter.  

Absagen in Elstra und Lichtenberg

Ähnlich ist die Situation beim Elstraer Karnevalsverein. Er gibt auf seiner Facebookseite bekannt, dass sämtliche für November geplanten Veranstaltungen abgesagt werden. "Leider müssen wir uns Corona geschlagen geben", heißt es.  Auch in Lichtenberg finden keine Veranstaltungen des Karnevalsvereines Grolika statt. "Wir haben das Oktoberfest, die Schlüsselübergabe und auch die Veranstaltungen in diesem Jahr abgesagt", erklärt Martina Philipp vom Verein.

Schnapszahlen-Jubiläum in Laußnitz

Aus Laußnitz ist etwas anderes zu hören: Nach Aussage von Karnevalspräsident Sebastian Klein soll es am 11. 11. um 11.11 Uhr eine Schlüsselübergabe mit dem neuen Prinzenpaar geben und damit die 66. Saison eingeläutet werden. "Es ist ein Schnapszahlen-Jubiläum", so der Präsident. Die November-Veranstaltungen sind allerdings abgesagt. Für den Februar nächsten Jahres gibt es noch keine Aussage. "Wir setzen uns kurz vorher mit dem Kneiper zusammen und entscheiden dann entsprechend der aktuellen Lage", so Sebastian Kleinert.  

Sturm aufs Rathaus in Pulsnitz

Die Oberlichtenauer Narren wollen in diesem Jahr gemeinsam mit den Freunden des Pulsnitzer Pukava am 11. 11. um 17.17 Uhr das Pulsnitzer Rathaus stürmen, um die Amtsgeschäfte an sich zu reißen und die hoffentlich gut gefüllte Rathauskasse inklusive der Rathausschlüssel in Besitz zu nehmen.  Die Funkengarde aus Oberlichtenau und alle Nachwuchs-Tanzgruppen sind wieder mit dabei und werden ihre Tänze, die sie in den letzten Monaten einstudiert haben, aufführen. "Leider gibt es keine richtige Faschingssaison, sondern nur die Schlüsselübergabe auf dem Markt", bedauert Susann Richter vom  Oberlichtenauer Karnevalsverein. Allerdings könne es corona-bedingt kurzfristige Änderungen geben. Der Verein bittet daher interessierte Narren, immer wieder mal einen Blick auf die Internetseite des Olika zu werfen. 

Königsbrück hält am Umzug fest

"Auf den hohen Meereswogen wird der Königsbrücker Fasching toben" - so heißt es nach wie vor auf der Internetseite des Karnevalsclubs Königsbrück. Ob es eine Schlüsselübergabe geben wird, ist nicht zu erfahren. Dafür wird bereits auf den großen Faschingsumzug am 13. Februar 2021 hingewiesen. Ob der tatsächlich stattfinden wird?

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