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Rödersaal: Eröffnung verschoben

Die Bauarbeiten im Großröhrsdorfer Ex-Kulturhaus laufen planmäßig. Viele Karten sind verkauft. Trotzdem klappt es nicht mit dem geplanten Start im Dezember.

Die Sanierung des früheren Kulturhauses Großröhrsdorf laufe nach Plan, sagt Bauleiter Jörg Hamisch. Beate Dangrieß-Jarzembowski vom Team des Rödersaales hat dennoch eine bittere Nachricht: Wegen Corona wird die Eröffnung verschoben.
Die Sanierung des früheren Kulturhauses Großröhrsdorf laufe nach Plan, sagt Bauleiter Jörg Hamisch. Beate Dangrieß-Jarzembowski vom Team des Rödersaales hat dennoch eine bittere Nachricht: Wegen Corona wird die Eröffnung verschoben. © Kristin Richter

Großröhrsdorf. Auf allen Etagen des Rödersaales - des ehemaligen Großröhrsdorfer Kulturhauses - wird gebaut. Der Saal im ersten Stock ist zugleich das Schmuckstück des Gebäudekomplexes und vor etwa 100 Jahren angebaut worden. Er erstrahlt bereits wieder in damaliger Pracht mit seiner geschwungenen Decke und Stuckornamenten. Es habe zwei Farbvarianten gegeben, eine in Grün und eine in Rot, Orange und Beige, erklärt Bauleiter Jörg Hamisch. Eigentümer Robert Rumpel habe sich in Absprache mit dem Denkmalschutz für Rot entschieden. Der Balkon oben ist in leicht getöntem Weiß gehalten mit feinen Verzierungen als Kontrast.

Unter der Decke hängt bereits ein Trägergerüst für die Beleuchtung. Die Parkettleger sind auch schon weit. Es wird ein Schwingboden, damit die Füße der Tanzpaare leichter über die Tanzfläche gleiten können. Rund 6,5 Millionen Euro investiert Robert Rumpel in den Gebäudekomplex. Mit dem Kulturhaus 2.0 wolle er ein modernes Konzept als Mehrspartenhaus entwickeln.

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Statt 600 Gästen sind nur 100 zugelassen

Das Veranstaltungsprogramm dafür steht.  „Wir liegen auch mit dem Bau voll im Plan“, sagt Beate Dangrieß-Jarzembowski. Die Großröhrsdorferin ist die Finanzerin in der Rödersaal-Mannschaft.  Alles lief auf die Eröffnung im Dezember zu. Doch dann kamen die neuerlich verschärften Auflagen in der Corona-Pandemie.  „Wir haben die Reißleine gezogen und den für Dezember geplanten Start gleich auf Mitte März verschoben, es wird in den kommenden Wochen kaum besser mit den Auflagen“, berichtet Beate Dangrieß-Jarzembowski.

In der Vorwoche sei die bittere Entscheidung gemeinsam mit dem Eigentümer Robert Rumpel gefallen. „Wir haben lange gehofft, aber als die Corona-Zahlen immer höher stiegen …“, sagt Beate Dangrieß-Jarzembowski. Bei aller Euphorie, Vorfreude und Ungeduld – unter diesen Bedingungen sei kein Kulturbetrieb möglich.

Bis zu 600 Gäste sollen hier möglichst bald feiern, tanzen, Kultur und Kunst genießen können. Diese Pläne geraten nun in den Strudel der Corona-Krise. Mit bis zu 300 Gästen hätte der Veranstalter noch leben können. Doch nun sei die Gästezahl auf 100 beschränkt. Das funktioniere nicht. Es müsse ja wirtschaftlich sein, und die Künstler sollen ordentlich bezahlt werden, sagt Beate Dangrieß-Jarzembowski. Ohnehin seien die Künstler derzeit wohl eher Überlebenskünstler. Das sei eine furchtbar traurige Situation: „Es ist für alle eine sehr schwere Zeit.“

Über das historische Treppenhaus mit Brunnen sollen so bald wie möglich die Gäste in den großen Saal strömen.
Über das historische Treppenhaus mit Brunnen sollen so bald wie möglich die Gäste in den großen Saal strömen. © Kristin Richter

Auch für das Rödersaal-Team mit seinem riesigen Projekt. Fast zehn Jahre stand das Kulturhaus leer, nun bremst ein Virus den Neustart. Statt Karten zu verkaufen, seien die Mitarbeiter nur mit der Rücknahme und dem Umtausch beschäftigt. Ein denkbar schlechter Start für das Kulturprojekt. „Damit konnte doch keiner rechnen“, äußert die Finanzerin. Den Mut will das Rödertalteam nicht verlieren. Es hofft nun, dass die Infektionswelle bis Mitte März überwunden ist.

Dabei lief der Vorverkauf im September gut an. Für die Silvesterveranstaltungen waren  schon 150 Karten verkauft. Ähnlich gut sah es für das Weihnachts-Varieté aus. Die Leute seien schon ein bisschen ausgehungert. „Wir haben auch gestaunt, dass die Kinotage so nachgefragt sind“, sagt Beate Dangrieß-Jarzembowski. Im Rödersaal laufe das ja auch etwas anders. Das Publikum sitzt bequem an Tischen und bekommt Wein, Tee oder andere Getränke zum Film serviert, der über eine riesige LED-Wand flimmert. Die Senioren hätten schon nach einem Nachmittagskino gefragt, der Wunsch soll in Erfüllung gehen.

Zum jetzt angepeilten Start im März eröffnet parallel die Gaststätte. Allerdings habe alles umgeplant werden müssen. So kommt nicht der Nikolaus zur Kinderveranstaltung, sondern die Mädchen und Jungen erleben, wie das Geheimnis um eine Schatzkarte gelüftet wird. Die Weihnachtsrevue wird zum Frühlings-Dinner-Varieté am 20. März. In der Hoffnung, dass der Veranstaltungstempel dann im zweiten Anlauf starten kann.

Am 12. Dezember steht das Haus Interessenten offen

Auch wenn im Dezember noch nicht wie geplant der Tanzboden bebt, werde der Ticketservice dann schon vom provisorischen Container vor dem Ex-Kulturhaus ins Gebäude ziehen und eröffnet. „Als kleinen Ausgleich haben wir uns noch eine Überraschung einfallen lassen“, so Eigentümer Robert Rumpel. Die ist für den 12. Dezember geplant. Dann öffnet das Haus von 13 bis 16 Uhr. Neugierige dürfen in der Zeit einen Blick ins Kulturhaus 2.0 werfen, in kleinem Rahmen. „Aber wir wollen für Fragen offen sein.“ Dann werde auch der Ticketservice seinen Betrieb aufnehmen, erklärt Beate Dangrieß-Jarzembowski.

Die gebürtige Dresdnerin kam 2004 nach Großröhrsdorf. Hier eröffnete sie ihr Gesundheits- und Kosmetikstudio und gibt auch Yoga-Unterricht. „Ich bin aber schon immer in der Kultur tätig“, sagt sie. So steht die Künstlerin mit Artistik und Tanz auf der Bühne und ist im Radeberber Biertheater derzeit als Verkäuferin Babsi im Stück „Die Frau hinterm Ladentisch“ zu erleben.

Durch das Biertheater sei auch der Kontakt zu den Rödersaal-Machern entstanden. Deswegen werde sie ihr Studio aber keinesfalls aufgeben. Das Engagement im Rödersaal sei eher ein Hobby: „Ich gebe weiter Yogakurse und freue mich zugleich sehr darauf, dass es dann im Frühjahr hoffentlich im Rödersaal losgeht“, betont Beate Dangrieß-Jarzembowski.  

Um das Gebäude verläuft derzeit noch ein Graben: Der Rödersaal wird trockengelegt.
Um das Gebäude verläuft derzeit noch ein Graben: Der Rödersaal wird trockengelegt. © Kristin Richter

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