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Kamenz: Verurteilter flüchtet aus Gerichtssaal

Ein Mann, der bereits eine Haftstrafe absitzt, musste sich vorm Amtsgericht verantworten. Nachdem das Urteil gefallen war, türmte er - kam aber nicht weit.

Von der Polizei aufgegriffen wurde jetzt ein Verurteilter, der nach einem Prozess am Kamenzer Amtsgericht geflohen war.
Von der Polizei aufgegriffen wurde jetzt ein Verurteilter, der nach einem Prozess am Kamenzer Amtsgericht geflohen war. ©  Symbolfoto: Rene Meinig

Kamenz. Ein verurteilter Dieb und Betrüger nutzte jetzt eine Verhandlung am Kamenzer Amtsgericht, um zu flüchten. Die Freiheit konnte er allerdings nur ein paar Stunden genießen. Am Abend saß er - wieder - hinter Schloss und Riegel.

Was war passiert? Der 40-jährige Deutsche musste sich am Freitag in Kamenz vor dem Schöffengericht verantworten, er war angeklagt wegen Diebstahl in acht Fällen sowie wegen Betrug in 13 Fällen. Allerdings sitzt der Mann wegen anderer Vergehen bereits eine Freiheitsstrafe in der Justizvollzugsanstalt Bautzen ab. Von dort wurde er für den Prozess in Kamenz vorgeführt - hatte danach aber offenbar keine Lust, wieder in seine Zelle zurückzukehren.

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Als er nach Ende des Prozesses abgeführt und zu diesem Zweck gefesselt werden sollte, nutzte er die Situation zur Flucht. Er habe sich herumgedreht, das Fenster des Sitzungssaals geöffnet und sei durch einen Sprung in die Freiheit entkommen. So schildert es das Amtsgericht.

Ein Justizvollzugsbeamter und ein Justizwachtmeister hätten den Verurteilten verfolgt. Er habe jedoch nicht mehr aufgegriffen werden können, schildert Geschäftsleiterin Arite Preußler die Vorgänge. Also wurde das Polizeirevier Kamenz informiert. Das leitete die Fahndung ein. Die war dann noch am selben Abend erfolgreich.

Der Flüchtende wurde von einer Polizeistreife mit einem Fahrrad auf der Hoyerswerdaer Straße gesichtet. Als der Mann die Beamten sah, habe er erneut sein Heil in der Flucht gesucht, sei aber nicht weit gekommen. Etwa neun Stunden, nachdem er aus dem Amtsgericht getürmt war, stellten die Polizisten den Straftäter an der Oststraße. Dabei war er mit knapp zwei Promille Alkohol im Blut ziemlich betrunken. Ein Drogentest fiel ebenfalls positiv aus. Den Rausch konnte der Mann dann schon wieder in der gewohnten Umgebung ausschlafen.

Verurteilt hatte ihn das Gericht zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von zwei Jahren und drei Monaten. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. (SZ/ha)

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