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Kamenz: Gefährlicher Spielplatz am Steinbruch

Die Sparmann-Brache ist ungesichert und zieht Kinder eines nahen Wohngebietes an. Das bereitet Eltern Sorgen. Darauf reagiert die Stadt jetzt.

Melanie Gottesmann macht sich Sorgen, weil Kinder auf dem Gelände des Sparmann-Steinbruchs in Kamenz spielen. Dort lauern viele Gefahren.
Melanie Gottesmann macht sich Sorgen, weil Kinder auf dem Gelände des Sparmann-Steinbruchs in Kamenz spielen. Dort lauern viele Gefahren. © Matthias Schumann

Kamenz. Es ist schummrig unter den Bäumen unweit des Steinbruchs Sparmann in Kamenz. Hier verstecket sich eine Industriebrache mit verfallenen Gebäuden. Sie erinnern an Zeiten, als an dieser Stelle Granit abgebaut wurde. Das Wäldchen erstreckt sich direkt hinter dem Wohngebiet an der Straße der Einheit bis zum früheren Steinbruch, der heute mit Wasser gefüllt ist. In dem Wohngebiet leben viele Familien mit Kindern. Ein schmaler Pfad führt auf das Areal der Brache. 

Melanie Gottesmann ist eine junge Mutter mit zwei Kindern. Auf sie wirkt der Wald gruselig und voller Gefahren. Aber für Kinder sei das ein Abenteuerspielplatz, sagt sie. Die Mutter zeigt auf Schächte in der Erde: „Wenn da ein Kind hineinstürzt, sich etwas bricht...“ Und was könne alles in den Gebäuden passieren, wenn dort Teile  herunter brechen.

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Der See ist der zweittiefste in Sachsen

Ihr Sohn habe viel Phantasie: „Es ist für ihn wie ein Märchenwald mit Dinos.“ Aber tatsächlich stecke das Gelände voller Gefahren. Stellenweise sind gar keine Zäune vorhanden, teilweise sind sie löchrig oder geöffnet. Zwischen den Bäumen sind weitere über Jahrzehnte verfallene Gebäude zu entdecken. Bis hin zum Steinbruch. Dort sei der Zaune auch teilweise runter getrampelt. Für Kinder selbstverständlich sehr verlockend, aber auch sehr gefährlich.

Der See gilt als der zweittiefste in Sachsen und eines der tiefsten Gewässer in Deutschland. Etwa siebzig Meter sind es bis zum Grund. Die Felswände des Sparmann-Steinbruchs - der Name geht auf einen früheren Steinbruchbetreiber zurück - sind bis zu zehn Meter hoch. Der jungen Frau bereitet das alles große Sorgen. Natürlich habe sie ihrem Jungen verboten, dort zu spielen. Aber Ängste bleiben, wenn er draußen ist. Außerdem gebe es ja noch mehr Kinder.

Der Bericht von Sächsische.de kürzlich über das ehemaligen Glaswerksgelände in Kamenz habe der Anwohnerin zu denken gegeben. Denn dort sei für eine Absperrung gesorgt. „Und was wird aus dem Gelände am Steinbruch Sparmann? Hier grenzt ein ungesichertes Gebiet an ein Wohngebiet“, sagt die Mutter. Sie habe sich schon an das Ordnungsamt der Stadt gewandt. Bisher zumindest ohne sichtbaren Erfolg.

Das Areal befindet sich in privatem Eigentum, erklärt die Stadt. Fragen zu Plänen auf der Brache und zu dem Besitzer oder den Besitzern beantwortetet die Verwaltung auf Anfrage von Saechsische.de nicht. Versichert aber, dass ihr das „Wohl und die Gesundheit von Eltern und besonders deren Kindern am Herzen liegt“, so Stadtsprecher Thomas Käppler. Er erklärt weiter: „Auch möchten wir nicht, dass Kinder beim Spielen in den Steinbruch fallen können oder sich im angrenzenden Gelände verletzen.“

Stadt kündigt Kontrollen der Grundstücke an

Daher bedankt sich die Stadt für den Hinweis. Sie werde das zum Anlass nehmen, unter anderem die Zaunsicherung beider Grundstücke zu kontrollieren. Sollten sich die angesprochenen Missstände bestätigen, werde sich die Stadt mit den Eigentümern in Verbindung setzen. Sie werden dann aufgefordert, die Missstände abzustellen. Die privaten Besitzer seien verantwortlich.

Pläne für das Gelände am Steinbruch gab es wohl einige, aus denen nichts wurde, zum Beispiel als Bauland für Eigenheime. Derzeit scheint wieder Bewegung in das Areal zu kommen. So gibt es offenbar einen ernsthaften Interessenten, der sich darum kümmern will.

Etwas tun muss sich auf jeden Fall. In der Nachbarschaft befindet sich die Tauchbasis und Tauchschule Sparmann. Deren Zaun sei dicht und überprüft, sagt Chef Jost Krause, dem das verwahrloste Grundstück bekannt ist. Er hat eine besondere Beziehung zu dem Areal. Während seiner Lehrzeit war er dort in der Kantine der Steinbrucharbeiter Mittagessen und habe die Steinmetze arbeiten gesehen. Das ist freilich lange vorbei: „Inzwischen hat sich die Natur das Gelände zurückerobert.“ Er höre sogar manchmal Kinder spielen. Die Gefahren seien nicht zu unterschätzen. Wenn sie dort herumklettern, etwas einstürzt und Kinder zu Schaden kommen, dann werde der Aufschrei groß sein, ist er sich sicher.

In dem Gelände wird offenbar auch gezündelt. Die Spuren sind sichtbar. Auch die Feuerwehr war schon vor Ort.
In dem Gelände wird offenbar auch gezündelt. Die Spuren sind sichtbar. Auch die Feuerwehr war schon vor Ort. © Kristin Richter

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