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Laientheater: Schwerer Start nach fast zwei Jahren Pause

Wegen Corona konnten die Mitglieder vom Waldfest-Theater Kleindittmannsdorf lange nicht auf die Bühne. Geprobt haben sie trotzdem. Das soll sich jetzt auszahlen.

Von Heike Garten
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Auf Mimik und Gestik kommt es an: Uwe Noack (l.) und Andreas Kreich vom Waldfesttheater Kleindittmannsdorf proben für das aktuelle Stück "Der verkaufte Großvater".
Auf Mimik und Gestik kommt es an: Uwe Noack (l.) und Andreas Kreich vom Waldfesttheater Kleindittmannsdorf proben für das aktuelle Stück "Der verkaufte Großvater". © Anne Hasselbach

Lichtenberg. Die Vorfreude ist bei Andreas Kreich und Uwe Noack deutlich zu spüren. Im Dezember werden die beiden Laienschauspieler vom Waldfest-Theater Kleindittmannsdorf wieder auf einer Bühne stehen – zum ersten Mal nach einer sehr langen Corona-Pause. „Die letzte Vorstellung war im Dezember 2019“, sagt Andreas Kreich, der als Schauspieler wirkt, aber auch gleichzeitig für die meisten organisatorische Dinge bei kleinen Theatergruppe verantwortlich ist.

Der Auftritt ist zwei Jahre her, und trotz der Corona-Zwangspause haben die Laiendarsteller weiter geprobt und neue Stücke einstudiert. „Denn eines war ganz sicher: Irgendwann werden wir wieder auf einer Bühne stehen und vor Leuten spielen“, so Andreas Kreich.

Vor Corona gab es zahlreiche Auftritte zum Beispiel im Altersheim in Pulsnitz, auf der Naturbühne in Reichenau und natürlich zum Waldfest in Kleindittmannsdorf. „Im vorigen Jahr hätten wir sogar unser Programm in Soltau zeigen können, doch das wurde dann wegen Corona abgesagt“, blickt Uwe Noack zurück.

Nicht leicht, Auftrittsorte zu finden

Und auch jetzt ist es für die Laiendarsteller nicht einfach, Auftrittsorte zu finden. „Ich habe in mehreren Gaststätten mit Saal angefragt, doch immer nur Absagen erhalten. Dabei ist es egal, ob wir vor 50 oder 300 Leuten spielen“, sagt Andreas Kreich. Letztlich kam eine Zusage vom Laußnitzer Hof, wo für den 10. und 11. Dezember Vorstellungen geplant sind. Dirk Tröger, der Chef der Gaststätte, sagt: „Die Dittsdorfer sind schon mal bei uns aufgetreten, und es war sehr erfolgreich. Warum sollte ich da nicht wieder zusagen?“ Der Saal sei groß genug, um auch in der aktuellen Situation so eine Veranstaltung durchführen zu können.

Das Waldfest-Theater hat für seine nächsten Auftritte das Stück „Der verkaufte Großvater“ einstudiert. Es handelt sich dabei um eine bäuerliche Groteske in drei Akten, geschrieben von Anton Hamik. Andreas Kreich hat die aus den 60er-Jahren stammende Version gekürzt und auf Sächsisch umgeschrieben. „Wir spielen das, was die Leute auf dem Land sehen wollen“, sagt er. Im Gegensatz zu früher einstudierten Stücken, handelt es sich bei der Aufführung um ein abendfüllendes Programm mit einer reinen Spielzeit von fast anderthalb Stunden. Natürlich gibt es da auch eine Pause.

Mal im Schauspielhaus gearbeitet

Einmal in der Woche proben die acht Schauspieler in einem Raum im Kindergarten in Lichtenberg. Uwe Noack ist der erfahrenste unter ihnen. Seit 1996 macht er in der Laienspielgruppe mit. An sein erstes Stück kann sich der 55-Jährige genau erinnern: "Flori und seine drei Frauen". Das war zum 70. Waldfest im Lauterbachtal und sollte eigentlich eine einmalige Sache sein. „Doch dann bin ich dabei geblieben, weil es ein großer Spaß ist, mit den anderen zu proben und zu spielen“, sagt er.

Das Lernen der Texte fällt ihm, wie allen anderen Laienschauspielern nicht immer leicht. „Ich brauche das Stück nur zu lesen, dann spielen, und dann kommt alles von selbst“, sagt Uwe Noack ironisch.

Andreas Kreich, der mit seiner Familie 2008 von Kamenz nach Kleindittmannsdorf gezogen ist, gehört seit 2009 zum Waldfest-Theater. „Damals ist ein Mitspieler ausgefallen, und da die Dittsdorfer gehört hatten, dass ich mal am Schauspielhaus gejobbt hatte, haben sie mich gefragt“, blickt Andreas Kreich zurück. Dabei stand er am Schauspielhaus gar nicht auf der Bühne, sondern agierte nur im Hintergrund. Auch seine Frau Sabine ist mit dabei, spielt auf der Bühne, näht die Kostüme und kümmert sich um viele kleine Dinge der Organisation.

„Wenn wir Andreas und Sabine nicht hätten, gäbe es das Theater nicht mehr“, schätzt Uwe Noack ein. Neue Mitstreiter werden gesucht - vor allem jüngere Leute und Frauen.

Die nächsten Wochen muss noch einmal so richtig rangeklotzt werden: intensive Proben, Bühnenbild, Kostüme. Schließlich sollen die ersten Vorstellungen nach Corona ein Erfolg für das Laienspieltheater werden. „Noch wichtiger ist es aber, dass die Zuschauer wieder Kultur erleben, Spaß und einen tollen Abend haben“, so Andreas Kreich. Dafür lohnt sich der Aufwand auf jeden Fall.

Karten für „Der verkaufte Großvater“ am 10. und 11. Dezember im Laußnitzer Hof gibt es in der Gaststätte unter Telefon 035795 46112.