SZ + Kamenz
Merken

Rödersaal: Kaum eröffnet, schon wieder geschlossen

Aufwendig saniert, wegen Corona später eingeweiht und nach zwei Konzerten schon wieder Schluss: Doch die Betreiber des Hauses in Großröhrsdorf geben nicht auf.

Von Heike Garten
 3 Min.
Teilen
Folgen
Beate Dangrieß-Jarzembowski, Geschäftsführerin des Rödersaales in Großröhrsdorf, hofft, dass sie bald wieder Gäste in dem Haus begrüßen kann.
Beate Dangrieß-Jarzembowski, Geschäftsführerin des Rödersaales in Großröhrsdorf, hofft, dass sie bald wieder Gäste in dem Haus begrüßen kann. © Matthias Schumann

Großröhrsdorf. Wo eigentlich Besucher Kultur genießen, Künstler ihr Können zeigen oder einfach nur gefeiert wird, herrscht derzeit gähnende Leere. In dem erst in diesem Jahr eröffneten Rödersaal in Großröhrsdorf können aufgrund der aktuellen Corona-Regeln keine Veranstaltungen stattfinden. Und so bleiben der schick sanierte kleine und große Saal, das Foyer und das historische Treppenhaus ungenutzt. Nur die Tische und Stühle, die Sofas und das Technikpult zeugen davon, dass eigentlich Gäste erwartet werden. „Das Ganze ist eine schwierige Situation für uns, unbeschreiblich schrecklich“, sagt Geschäftsführerin Beate Dangrieß-Jarzembowski. „Es ist wie ein Berufsverbot.“

Offizielle Eröffnung neun Monate später als geplant

Eigentlich sollte der Rödersaal bereits im Dezember des vorigen Jahres nach einer umfangreichen Sanierung für rund 6,5 Millionen Euro eröffnet werden. Bereits das musste aufgrund von Corona verschoben werden. Erst im Frühsommer dieses Jahres, als die Inzidenz gesunken war und die Regeln gelockert wurden, konnten die ersten Gäste im Haus empfangen werden. „Wir hatten eine Schulabschlussfeier, die Zeugnisausgabe der Abiturienten, eine Jugendweihefeier im Haus“, blickt die Geschäftsführerin zurück. Das alles waren keine öffentlichen Veranstaltungen, aber so eine Art Probebetrieb für den eigentlichen Start.

Auch Schüler einer Grundschule hat sie durchs Haus geführt, sie in die Theaterwelt eingeführt. „Ich habe ihnen gezeigt, wie man sich im Theater verhält - angefangen vom Foyer, über die Garderobe, die Technik bis hin zur Vorstellung im großen Saal“, erzählt Beate Dangrieß-Jarzembowski. Auch viele andere Großröhrsdorfer seien neugierig, was aus ihrem ehemaligen Kulturhaus geworden ist. Doch selbst der geplante Tag der offenen Tür musste coronabedingt ausfallen.

Bisher fanden nur zwei Konzerte im Haus statt

Anfang September dieses Jahres konnte dann endlich die offizielle Eröffnung des Rödersaales stattfinden. Seitdem gab es zwei Konzerte: eins mit Ella Endlich und das andere mit Michelle. Außerdem fanden Schlagerpartys, Kinoveranstaltungen, kleine Revuen statt. „Die Leute waren begeistert vom Kulturangebot in Großröhrsdorf, vom sanierten Rödersaal, von der Möglichkeit, wieder etwas gemeinsam zu erleben“, erzählt die Geschäftsführerin.

Besucher seien nicht nur aus Großröhrsdorf gekommen, sondern auch aus der Region und den Städten der Umgebung. Der am weitesten gereiste Gast sei aus der Schweiz gekommen, der sich das Konzert mit Michelle nicht entgehen lassen wollte.

Das ehemalige Kulturhaus von Großröhrsdorf ist jetzt zu einem schicken Veranstaltungshaus geworden.
Das ehemalige Kulturhaus von Großröhrsdorf ist jetzt zu einem schicken Veranstaltungshaus geworden. © Matthias Schumann

Im Herbst dann das erneute Aus. „Am 21. November haben wir noch zum Kinderkino eingeladen, einen Tag später war wieder alles dicht“, sagt Beate Dangrieß-Jarzembowski. Dabei hatten sich Künstler wie Vicky Leandros und Deborah Sasson angesagt. Auch die Silvesterveranstaltung sei so gut wie ausgekauft gewesen.

Trotz der Schließung des Hauses ist die Ticketzentrale besetzt. Schließlich müssen Karten zurückgenommen oder auf eine Veranstaltung zu einem späteren Termin umgebucht werden. „Wir geben den Kunden ihr Geld zurück, wenn es keine Alternativveranstaltung gibt. Das geht ganz problemlos“, sagt die Geschäftsführerin. Trotzdem sei die Situation für die sieben Mitarbeiter nicht einfach. Sie sind jetzt in Kurzarbeit, hoffen genauso wie die Geschäftsführerin und der Betreiber, dass es irgendwann wieder losgeht.

Geplant wird derzeit mit einem Start ab Februar, das Konzert mit Deborah Sasson wurde auf den 8. Mai verschoben, das mit Vicky Leandros auf Dezember 2022. Das zum Haus gehörende Hotel mit zwölf Appartements wird derzeit ausgebaut. Es soll im nächsten Jahr eröffnen. Jetzt hoffen alle, dass die Corona-Inzidenz sinkt und in den Rödersaal wieder Leben einkehren kann.