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„Pulsnitz hat Entwicklungspotenzial“

Lange wurde um den Posten gestritten, jetzt gibt es in Pulsnitz wieder einen Hauptamtsleiter. Was er als Erstes anpackt und wie er die Lage der Stadt einschätzt.

Daniel Hartig ist der neue Hauptamtsleiter in der Pulsnitzer Stadtverwaltung. Er glaubt, dass die Stadt Entwicklungspotenzial hat.
Daniel Hartig ist der neue Hauptamtsleiter in der Pulsnitzer Stadtverwaltung. Er glaubt, dass die Stadt Entwicklungspotenzial hat. © Matthias Schumann

Pulsnitz. Lange wurde in Pulsnitz über die Schaffung einer Stelle für einen Hauptamtsleiter diskutiert. Bereits seit 2010 gab es diesen Posten in der Verwaltung nicht mehr. Doch mit der Wahl von Barbara Lüke (parteilos) zur Bürgermeisterin kam wieder Bewegung in die Sache. Lüke wollte die Verwaltung umstrukturieren, um den Aufgaben besser gerecht zu werden.

Doch es wurde weiter um dieses Thema gestritten, vor allem wegen des Geldes, denn eine neue Stelle bedeutet auch mehr Personalausgaben. Letztlich hat sich der Stadtrat im Sommer 2020 dann aber doch für die Schaffung einer Hauptamtsleiter-Stelle entschieden. Jetzt - ein Jahr später - ist sie besetzt.

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Daniel Hartig kennt die Diskussion, die es vor seinem Amtsantritt in Pulsnitz gegeben hat. Doch er sagt ganz klar: „Eine Stadt braucht einen Hauptamtsleiter.“ Die innere Organisation einer Verwaltung müsse funktionieren, um das Beste für die Stadt und ihre Bürger einschließlich der Orte der Verwaltungsgemeinschaft erreichen zu können. „In Pulsnitz hat es da erheblichen Nachholbedarf gegeben“, sagt er.

Neuer Hauptamtsleiter war bisher in Freital tätig

Der 38-Jährige, der in Steina wohnt, hat Erfahrung im Verwaltungsbereich. Als Diplomverwaltungswirt war er jahrelang Leiter des Eigenbetriebes Abwasserentsorgung in Freital. Über das Amtsblatt erfuhr er, dass in Pulsnitz ein Hauptamtsleiter gesucht wird. „Ich habe mich beworben und im November vorigen Jahres dem Stadtrat vorgestellt“, blickt er zurück.

Die Themen, die in und um Pulsnitz eine Rolle spielen, kennt er, wohnte er doch bereits seit 2017 in Pulsnitz. Später baute die Familie in Steina ein Haus. Seine Frau kommt aus der Region, arbeitet in Kamenz am Gymnasium. Der fast zweijährige Sohn besucht den Kindergarten in Pulsnitz.

Die erste Arbeitswoche im Interimsrathaus von Pulsnitz war nicht einfach für Daniel Hartig. „Da prasselte alles auf mich ein. Ich musste die Kollegen und die Strukturen kennenlernen und vor allem schauen, was die dringendsten Aufgaben sind.“ Aus seiner Sicht und auch der der Bürgermeisterin war das die Schaffung einer neuen Personal- und Aufgabenverteilung im Rathaus. Das ist inzwischen geschafft.

Stadtverwaltung hat jetzt drei Ämter

Die Stadtverwaltung hat jetzt drei Ämter, die direkt der Bürgermeisterin unterstellt sind: das Hauptamt, die Kämmerei und das Bauamt. Zum Gebiet von Daniel Hartig zählen unter anderem Personal, Kitas und Schulen, das Ordnungsamt und das Bürgerbüro. „Es ist ein umfangreiches Aufgabengebiet“, schätzt der Neue im Rathaus ein, doch es sei zu bewältigen.

Mit der neuen Struktur der Verwaltung wurden auch neue Stellen für Aufgaben geschaffen, die bisher unzureichend oder gar nicht erfüllt wurden. „Jetzt geht es darum, diese Posten zu besetzen“, nennt Daniel Hartig eine der nächsten Aufgaben. Dass dies auch mit entsprechenden Kosten verbunden ist, weiß er. Immerhin schlägt das Personal im Gesamthaushalt der Stadt mit 4,4 Millionen Euro zu Buche, einschließlich des Personals für Kitas und Bauhof. Das war auch ein Grund, warum in Pulsnitz der Haushalt für das laufende Jahr so spät beschlossen wurde. Die Räte forderten Einsparungen, die mit eingearbeitet werden mussten.

Froh ist Daniel Hartig über die Kollegen, mit denen er jetzt im Rathaus zusammenarbeitet. „Wir sind ein Super-Team - junge, motivierte Leute, die etwas ändern wollen“, sagt er. Als erleichternd empfindet er den Umstand, dass die beiden anderen Amtsleiter ebenso wie er an der Verwaltungsfachhochschule in Meißen studiert haben. „Da schwimmt man auf einer Wellenlänge“, sagt Daniel Hartig.

Geld bleibt das Hauptproblem der Stadt

Seiner Ansicht nach bleibt das Thema Geld das Hauptproblem der Stadt Pulsnitz. Man müsse gemeinsam mit dem Stadtrat klare Prioritäten festlegen, wofür Geld ausgegeben wird. Das sei nicht immer einfach, weil ja zuerst einmal die Pflichtaufgaben, zum Beispiel Schule und Kitas, erfüllt werden müssen. Trotzdem muss es seiner Meinung nach auch bei Investitionen vorangehen. „Pulsnitz hat Entwicklungspotenzial. Die Stadt kann nur florieren, wenn sie wächst“, schätzt Hartig ein. Mit Wachsen sind in diesem Fall neue Wohn- und Gewerbestandorte für Zuzügler gemeint. Auch das Umfeld müsse dann stimmen.

Und noch eine Aufgabe sieht er für Pulsnitz mit Blick auf die Verwaltungsgemeinschaft mit den umliegenden Orten. Man müsse noch besser zusammenarbeiten, gemeinsam Ziele angehen und bei Problemen sachlich einen Konsens finden. In der Vergangenheit war das nicht immer der Fall. So hatte es auch bei der Schaffung der Hauptamtsleiterstelle in der Verwaltungsgemeinschaft arge Bedenken gegeben. Daniel Hartig hofft, dass diese im Laufe der Zeit beseitigt werden können.

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