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Ärger um betrunkene Jugendliche in Pulsnitz

Alkohol, Drogen, Vandalismus – damit werden junge Leute in der Stadt immer wieder in Verbindung gebracht. Ist es hier tatsächlich schlimmer als anderswo?

Alkohol in der Öffentlichkeit – in Pulsnitz wurden vor allem junge Leute öfters alkoholisiert erwischt.
Alkohol in der Öffentlichkeit – in Pulsnitz wurden vor allem junge Leute öfters alkoholisiert erwischt. © Symbolfoto: Sven Ellger

Pulsnitz. Junge Leute ziehen am Nachmittag oder Abend durch die Stadt, oft noch mit dem Ranzen auf dem Rücken. Sie treffen sich in Parks oder auf öffentlichen Plätzen, trinken Alkohol, hören laut Musik, lassen ihren Müll liegen. Manchmal ist auch von Drogen die Rede. Dieses Bild von der Stadt Pulsnitz kam auch bei den Umfragen im Familienkompass der Sächsischen Zeitung zur Sprache.

„Wir wissen, dass Alkohol und Drogen in Pulsnitz eine Rolle spielen“, sagen zum Beispiel Katharina Seifert und Kathrin Bergk von der Eltervertretung der Oberschule. Es gebe in der Stadt Plätze, wo es immer wieder zu Vorkommnissen mit Jugendlichen komme.

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Auch Schulleiterin Silvana Wendt ist bekannt, dass außerhalb der Schule und manchmal auch nachts von Jugendlichen Alkohol und Drogen konsumiert werden. Es sei auch schon einmal vorgekommen, dass Schüler angetrunken zur Schule erschienen. Das bestätigte sie in einem Gespräch zum Familienkompass.

Tom Schurig betreut ehrenamtlich den Jugendtreff Pulsnitz, der demnächst wieder öffnen soll. Auch er kennt das Problem, dass in Pulsnitz immer wieder Jugendliche betrunken angetroffen werden. Manchmal müsse sogar die Polizei eingeschaltet werden, die die jungen Leute dann aufsammelt und die Eltern informiert. Auch nachts passiere das, wenn zwölf- bis 16-Jährige eigentlich zu Hause sein sollten.

Anlaufpunkte sind bekannt

Doch ist es in Pulsnitz mit Alkohol und Drogen im Vergleich zu anderen Städten wirklich so schlimm? Sächsische.de fragte bei der für die gesamte Oberlausitz zuständigen Polizeidirektion Görlitz nach. Pressesprecherin Anja Leuschner bestätigt, dass es in diesem Jahr verschiedene Hinweise gab, wonach in Pulsnitz gedealt wird.

„Drei Strafanzeigen wurden eingeleitet und an die Staatsanwaltschaft zur Entscheidung weitergegeben. Eine Entscheidung steht vonseiten der Staatsanwaltschaft noch aus“, erklärt Anja Leuschner. Der Polizei seien durch Hinweise aus der Bevölkerung auch verschiedene Anlaufpunkte in Pulsnitz in Bezug auf Drogenkonsum und Dealer bekannt. Allerdings hätten polizeiliche Kontrollen, auch Verkehrskontrollen keinen Hinweis auf verstärkten Drogenkonsum gegeben.

Bei der Problematik Alkohol hat die Pulsnitzer Bürgermeisterin Barbara Lüke (parteilos) in diesem Jahr der Polizei den Hinweis gegeben, dass sich im Stadtpark Minderjährige aufhalten und es zu „Ungereimtheiten“ gekommen sei beziehungsweise sich ein spezieller Treffpunkt für Jugendliche entwickelt habe. Die Polizei ist nach Gesprächen mit Vertretern der Stadt häufiger Streife gefahren.

Polizei fährt häufiger Streife

Das soll auch in Zukunft so weiter passieren und darüber hinaus kurzfristig auf relevante Entwicklungen reagiert werden. Zusätzlich gehen die Bürgerpolizisten aus Großröhrsdorf in Pulsnitz Streife. Zwischen ihnen und der Bürgermeisterin gibt es wöchentlichen Besprechungen, um die aktuelle Lage zu thematisieren.

Ein Vergleich mit Nachbarstädten wie Großröhrsdorf, Radeberg oder Kamenz sei nach Aussagen der Pressesprecherin der Polizei aufgrund der unterschiedlichen Einwohnerzahl schwierig. „Grundsätzlich werden in Kamenz und Radeberg deutlich mehr Sachverhalte registriert, bei denen Betroffene unter Einwirkung von Alkohol oder Betäubungsmitteln stehen, als das in Pulsnitz der Fall ist“, so Anja Leuschner. Allerdings hänge dies auch mit der höheren Kontrolldichte durch die Polizei in den beiden Städten zusammen. Ob sich diese Einschätzung speziell auf Jugendliche oder alle Alkoholdelikte bezieht, dazu machte die Pressesprecherin keine Aussagen.  

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