SZ + Kamenz
Merken

Königsbrücker Grundschule bekommt einen Spielwald

Eine größere Garderobe, neuer Belag für den Sportplatz und ein besonderes Außengelände – das tut sich in diesem Jahr an der Gagarin-Schule.

Von Heike Garten
 4 Min.
Teilen
Folgen
Malte, Nick, Matilda und Denise (v.l.) aus der 4. Klasse der Grundschule Königsbrück sowie Schulleiterin und Kunstlehrerin Heike Peter freuen sich über den neuen großzügigen Mehrzweckraum, der Platz zum Basteln, Werkeln und Musizieren bietet.
Malte, Nick, Matilda und Denise (v.l.) aus der 4. Klasse der Grundschule Königsbrück sowie Schulleiterin und Kunstlehrerin Heike Peter freuen sich über den neuen großzügigen Mehrzweckraum, der Platz zum Basteln, Werkeln und Musizieren bietet. © Anne Hasselbach

Königsbrück. In Schulen und Kindertageseinrichtungen zu investieren, ist wichtig für die Entwicklung einer Stadt. Das weiß auch der Königsbrücker Bürgermeister Heiko Driesnack (CDU). Genau aus diesem Grund sind er und seine Mitarbeiter im Rathaus darauf bedacht, immer wieder Fördertöpfe zu finden, aus denen Geld für Schulen zu holen ist. Jüngstes Beispiel: Fördermittel für Investitionen an der Grundschule Juri Gagarin. Dort werden jetzt mehr als 230.000 Euro eingesetzt. Rund 162.000 Euro davon stammen aus einem Förderprogramm des sächsischen Kultusministeriums.

In drei Bereichen sind Verbesserungen in Schule und Hort vorgesehen, teilweise sind sie sogar schon umgesetzt. Das ist zum einem die Sanierung des Kellers der Schule. Vor ungefähr zehn Jahren erhielt die Grundschule eine neue Sporthalle. Seitdem wurde der kleine Sportraum im Kellergeschoss nicht mehr genutzt. Damit waren auch die damals für den Unterricht vorgesehenen Umkleidemöglichkeiten mit Toiletten überflüssig. Stattdessen wurden die Räume als Garderobe für die gesamte Schule genutzt. Doch der Platz reichte vorn und hinten nicht, berichtet der Bürgermeister, die Bedingungen für die Schüler seien kaum noch zumutbar gewesen.

Alter Sportraum wird zum Kreativraum

Nun wurde dieser Bereich saniert. Entstanden ist eine komplett neue Garderobe. Auch neue Möbel wurden angeschafft. Der alte Sportraum ist jetzt ein Kreativraum. Er wird vor allem für Ganztagsangebote im außerschulischen Bereich und den Kunstunterricht genutzt. Das hat den Vorteil, dass in Kunst die Klassen nicht mehr geteilt werden müssen, sondern alle Schüler in einem Raum unterrichtet werden können.

Investiert wurde im Keller auch in die Installation von neuen Wasser-, Strom- und Abwasseranschlüssen, Waschbecken sowie eine stärkere Beleuchtung. „Alle diese Arbeiten konnten noch im vergangenen Jahr abgeschlossen werden, so dass die Kinder jetzt unter wesentlich besseren Bedingungen lernen und auch spielen können“, schätzt der Bürgermeister ein.

Eine weitaus größere Aufgabe steht in diesem Jahr an: Die Sport- und Spielfläche im Außenbereich der Schule soll erweitert und neu gestaltet werden. Es kommen rund 4.000 Quadratmeter dazu, das ist fast eine Verdoppelung der bisherigen Größe. Die Erweiterung erstreckt sich bis in ein Waldgebiet, das bisher vom Staatsbetrieb Sachsenforst genutzt wurde.

Die Stadtverwaltung fand eine Ausgleichsfläche außerhalb von Königsbrück, um den bestehenden Wald in einen Spielwald für die Kinder umwandeln zu können. Erste Bäume wurden gefällt, einige blieben stehen, um diese in das neue Spielplatzkonzept einzubeziehen. Noch im vorigen Jahr wurde das gesamte Gelände umzäunt.

Ein Spielwald mit Hütten, Seilgarten und Kletterturm

Jetzt geht es an die eigentliche Arbeit. Von einem Planungsbüro wurde ein Konzept für den Spielplatz oder auch Spielwald erarbeitet, das vor allem die Kreativität der Mädchen und Jungen fördern soll. Die Planer unterteilen die Fläche in mehrere Zonen – jeweils ein Platz zum Toben, zum Bauen, zum Spielen und zum Ausruhen. Viele Bäume und Sträucher prägen das Bild.

Es soll ein grünes Klassenzimmer, kleine Hütten, einen Seilgarten, einen Kletterhang, einen großen Kletterturm, einen Dorfplatz mit Feuerstelle, einen Sand- und Matschbereich und verschiedene Terrassen geben, um nur einige Elemente zu nennen. Selbst ein kleiner Teich ist im Plan enthalten. Dazu kommen die verschiedenen Spielgeräte, Sonnenschutz sowie Tische und Bänke. „Was genau umgesetzt werden kann, wird der Bau zeigen. Ich bin aber optimistisch, dass wir einen naturnahen Raum schaffen können, der alle Sinne der Kinder fördert“, sagt Heiko Driesnack.

Realisiert werden müssen alle diese Arbeiten in diesem Jahr, damit die Förderung nicht verfällt . „Das ist zu schaffen, allerdings muss man in der aktuellen Zeit immer mit Verschiebungen rechnen“, sagt der Bürgermeister. Gerade jetzt sei es nicht immer leicht, Bau- beziehungsweise Handwerksfirmen zu bekommen. Auch die Preisentwicklung sei nicht vorhersehbar. „Steigen die Kosten, so muss dies über den Haushalt der Stadt ausgeglichen werden“, ergänzt Königsbrücks Kämmerin Anke Mocker.

Der Sportplatz bekommt einen neuen Belag

Ebenfalls in diesem Jahr erhält der Sportplatz der Schule einen neuen Kunststoffbelag. Bisher bleiben dort Pfützen stehen, wenn es stark regnet. „Es dauert oft eine längere Zeit, ehe die Pfützen verschwinden und der Platz wieder trocken ist“, erklärt Heiko Driesnack. Das stelle für den Sport und Spielbetrieb eine erhebliche Beeinträchtigung dar. Die Erneuerung des Belages kostet reichlich 65.000 Euro.

Es passiert also eine ganze Menge an der Grundschule in Königsbrück, und die 221 Mädchen und Jungen können sich schon jetzt auf bessere Lern- und Freizeitmöglichkeiten freuen.