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Elstra: Besseres Trinkwasser für 200 Einwohner

Bislang kommt im Ortsteil Kriepitz das Wasser aus einer eigenen Brunnenanlage. Doch weil es damit immer wieder Probleme gab, soll sich das jetzt ändern.

Die Rohre liegen bereit. Der Bau der öffentlichen Trinkwasserleitung nach Kriepitz, einem Ortsteil der Stadt Elstra, hat begonnen.
Die Rohre liegen bereit. Der Bau der öffentlichen Trinkwasserleitung nach Kriepitz, einem Ortsteil der Stadt Elstra, hat begonnen. © Matthias Schumann

Elstra. Sauberes Trinkwasser in guter Qualität - das gehört in Deutschland heutzutage zum Standard. Im Elstraer Ortsteil Kriepitz gab es diesbezüglich vor allem in den vergangenen fünf Jahren jedoch immer wieder Abstriche. Aufgrund einer hohen Nitratbelastung entsprach die Qualität des Trinkwassers nicht mehr den Anforderungen. Das soll sich jetzt ändern.

Bis jetzt werden die etwa 200 Bewohner von Kriepitz über zwei Brunnen im Ort versorgt. Es gibt einen Verein, eine sogenannte Brunnengemeinschaft, die für die Trinkwasserversorgung verantwortlich ist. Doch bereits vor fünf Jahren traten erste Probleme bei der Wasserqualität auf. Außerdem befindet sich einer der Brunnen zu dicht an Wohnhäusern.

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Der Vorstand des Vereins suchte das Gespräch mit dem Elstraer Bürgermeister Frank Wachholz (Runder Tisch). "Mir war klar, dass etwas passieren muss", blickt dieser zurück. Gemeinsam mit der Brunnengemeinschaft und der Ewag Kamenz habe man nach einer Lösung gesucht. Untersuchungen zu verschiedenen Varianten wurden durch die Brunnengemeinschaft veranlasst. Das Ergebnis: Eine Sanierung der bisherigen Brunnenanlage wird zu teuer.

Bau soll bis Ende des Jahres gehen

Es blieb nur eine Alternative: der Anschluss an das öffentliche Trinkwassernetz und damit eine Versorgung über den Trinkwasserzweckverband Kamenz (TZV). "Das ist die logischste und vor allem preiswerteste Variante", erklärt der Bürgermeister.

2019 beschloss der Brunnenverein auf einer Mitgliederversammlung, sich dem TZV anzuschließen und die Wassergemeinschaft aufzulösen, wenn die Baumaßnahmen für die neue Trinkwasserleitung abgeschlossen sind. Der Zweckverband startete Ende 2019 die Planung für das Vorhaben. Parallel dazu wurden Fördermittel aus dem Fonds "Brunnendörfer" beantragt. Im Dezember 2020 kam die Zusage.

Jetzt hat der Bau für die neue Trinkwasserversorgung begonnen. Dafür werden neue Hauptleitungen von Elstra bis in den Ortsteil verlegt. Los ging es an der Klosterstraße in Elstra, dann führt die etwa 1.650 Meter lange Leitung parallel zur Staatsstraße 105, durch die Umgehungsstraße hindurch bis nach Kriepitz. Im Ort selbst werden alle Leitungen wie auch die Hausanschlüsse erneuert.

Mit einer Fertigstellung kann nach Aussage des Bürgermeisters Ende dieses Jahres gerechnet werden. Auf eines müssen sich Anwohner wie Autofahrer einstellen: Während des Baus kann es zu Verkehrsbehinderungen und Sperrungen kommen.

Einwohner können selbst mit anpacken

Die Einwohner von Kriepitz wurden von Anfang an in den Bau mit einbezogen. So gab es bereits gemeinsame Begehungen, um die Verlegung der Hausanschlüsse zu besprechen. Die Grundstückseigentümer haben die Möglichkeit, Erdarbeiten von der Grundstücksgrenze bis zum Wasserzählerschacht oder bis in das Gebäude selbst zu erledigen, um so Kosten zu reduzieren.

Die Erneuerung der Trinkwasserversorgung kostet insgesamt rund 560.000 Euro. 65 Prozent werden über das Programm "Brunnendörfer" gefördert. Einen Teil der benötigten Eigenmittel übernimmt der Zweckverband. Letztlich bleiben noch etwa 120.000 Euro übrig. "Diese müssen von den Eigentümern der Häuser getragen werden. Sie müssen jeweils mit etwa 3.000 Euro rechnen. Das wird individuell berechnet", erklärt Frank Wachholz.

Und noch einen positiven Effekt hat das Vorhaben: Im Zuge der Bauarbeiten sollen von der Stadt auch zehn Hydranten zur Löschwasserversorgung im gesamten Ort gebaut werden. So profitieren gleich mehrere Seiten - die Einwohner von Kriepitz und die Kameraden der freiwilligen Feuerwehr.

Die Anlagen der Wassergemeinschaft werden mit der Fertigstellung der Arbeiten außer Betrieb genommen. Nur bisher genutzte Hausbrunnen dürfen zur Brauchwassernutzung weiter in Betrieb bleiben.

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